KKV-Ziel: „Arbeitswelt ist human zu gestalten“

Nach dem Festhochamt vor dem Sauerländer Dom: Weihbischof Matthias König mit den Geistlichen und Messdienern und den Fahnenabordnungen der teilnehmenden KKV-Gemeinschaften, die anschließend zum Engelbertplatz zogen
Nach dem Festhochamt vor dem Sauerländer Dom: Weihbischof Matthias König mit den Geistlichen und Messdienern und den Fahnenabordnungen der teilnehmenden KKV-Gemeinschaften, die anschließend zum Engelbertplatz zogen
Foto: Laura Boucsein

Neheim/Hüsten..  Der 88. KKV-Bundesverbandstag wurde am Samstag fortgesetzt mit der Bundesdelegiertenversammlung, in der Herbert Vlatten - mit Unterbrechung 20 Jahre stellvertretender Bundesvorsitzender - aus dem Amt verabschiedet wurde. Am Abend wurde er beim „Sauerländer Festabend“ in der Hüstener Schützenhalle zum Ehrenmitglied des KKV-Bundesverbandes ernannt. In seiner Laudatio dankte ihm Prof. Dr. Patrick Sensburg (stellvertr. Bundesvorsitzender) unter dem Beifall der über 300 Gästen für seine geleistete Arbeit.

Sebastian Adamski Hildesheim) und Josef Ridders (Greven) wurden zu neuen stellvertr. Bundesvorsitzenden gewählt. Der Preis „Der Ehrbare Kaufmann 2015“ wurde Herrn Büchel (Ingolstadt) verliehen. Gestern nach dem Festhochamt im Sauerländer Dom mit Weihbischof Matthias König fand ein Bannerzug zum Engelbertplatz statt und zum Tagungsabschluss eine „Festliche Stunde“ in der Hüstener Schützenhalle, wo Bundesverbandstagspräsident Herbert Vlatten neben den über 300 Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft besonders Dr. Wolfgang Bosbach, Vorsitzender des Innenausschusses der deutschen Bundestages, begrüßte, der den Festvortrag hielt. Die Feierstunde wurde musikalisch umrahmt vom Trio „Con Brio“.

„Revolution durch das Internet“

In seiner fast 50 Minuten dauernden, sehr persönlich gehaltenen Festrede zum Thema „Balance zwischen Arbeit und Freizeit“ging Dr. Bosbach zunächst auf die revolutionierenden Erfindungen der letzten 250 Jahre ein. Dampfmaschine und Eisenbahn zum Beispiel hätten - nach anfänglicher Skepsis - den gesamten Planeten dramatisch verändert. Ebenso wie in jüngster Zeit die modernen Medien, die die Welt online miteinander verbinden. Er sei noch ohne sozialpädagogische Betreuung aufgewachsen. Und das Tollste: „Es gab noch keine Handys und Smartphons etc. Keiner war stets erreichbar und wir haben uns trotzdem keine Sorgen gemacht“, so Dr. Bosbach.

Die Revolution nach der Erfindung des Internets sei noch lange nicht abgeschlossen. Bald werde es Autos geben ohne Menschen am Lenkrad. Im globalen Zeitalter müssen wir nachhaltig den Industriestandort Deutschland stärken, auch wenn wir ein rohstoffarmes Land sind und China und Indien dabei sind, die größten Wirtschaftsmächte zu werden. Und wir müssen auf saubere, erneuerbare Energie setzen, die aber bezahlbar bleiben muss. „Das wichtigste Gut ist unser Gehirn und die beste Investition heißt Bildung, Forschung und Entwicklung. Wir müssen auch nicht permanent erreichbar sein, um nichts zu verpassen“, so Dr. Bosbach, der auch dazu aufrief, sich über die deutsche Wiedervereinigung zu freuen, die sich bald zum 25. Mal jährt, und dankbar sein, dass sie friedlich verlaufen sei: „Heute sind wir von neuen Nachbarn umgeben, mit denen wir die Zukunft Europas meistern können“. Bosbach hielt auch ein Plädoyer für das Ehrenamt, ohne das unsere Republik ärmer wäre.

HINTERGRUND

Zum Thema des Bundesverbandstages „Jeder hat ein Recht auf Unerreichbarkeit“ hat der Bundesvorstand eine „Arnsberger Erklärung“ vorbereitet, die nach reger Aussprache in der Delegiertenversammlung einige neue Aspekte erbrachte, die noch berücksichtigt werden sollen. Der KKV wird diese Erklärung daher erst in einigen Tagen veröffentlicht.

In seinem Schlusswort dankte KKV-Bundesvorsitzender Bernd-M. Wehner der Neheimer KKV-Gemeinschaft für die vorbildliche Organisation und Ausrichtung des 88. Bundesverbandstages. Wehner lud die 350 angereisten Teilnehmer aus den 76 Ortsgemeinschaften ein zum nächsten Bundesverbandstag, der in zwei Jahren in München stattfinden wird.