KKV engagiert sich für sozialpolitische Ziele

KKV Neheim, links: Herbert Vlatten; rechts: Thorsten Vlatten
KKV Neheim, links: Herbert Vlatten; rechts: Thorsten Vlatten
Foto: WP

Neheim..  Vom 15. bis 17. Mai findet der KKV-Bundesverbandstag in Neheim statt. Der katholische Sozialverband basiert historisch auf den Katholischen Kaufmännischen Vereinen (KKV) und versteht sich heute als Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung.

Der KKV-Bundesverband mit Sitz in Essen veranstaltet den Bundesverbandstag in Neheim - für die Planung und Durchführung der Veranstaltung vor Ort ist die KKV-Ortsgemeinschaft Neheim zuständig. Über den Ablauf der Veranstaltung und die generellen Ziele der KKV-Arbeit sprach unser Redakteur Martin Schwarz mit dem Neheimer KKV-Vorsitzenden Herbert Vlatten und seinem Sohn Thorsten Vlatten, der Schriftführer im Verein ist.


Warum findet der KKV-Bundesverbandstag in Neheim statt?

Unser Verein hatte sich vor zwei Jahren um die organisatorische Ausrichtung des Verbandstags in der Stadt Arnsberg erfolgreich beworben. Ich denke, dass unser Verein mit dem engagierten Vorstandsteam und den weiteren ehrenamtlichen Helfern diese Herausforderung gut meistern wird. Meine Erfahrungen als stellvertretender KKV-Bundesvorsitzender kann ich dabei gern einbringen.

Wer finanziert den KKV-Bundesverbandstag?

Die Kosten für den KKV-Bundesverbandstag werden vom KKV-Bundesverband getragen, der die Verbandstagskosten zu einem Teil über Teilnahmegebühren der Delegierten refinanziert. Der KKV Neheim trägt insbesondere mit ehrenamtlicher Organisationsarbeit zum Gelingen der Veranstaltung bei. Wir kümmern uns vor Ort um die 300 bis 350 KKV-Delegierten aus 76 KKV-Ortsgemeinschaften in Deutschland. Die genaue Teilnehmerzahl steht noch nicht fest, da die Anmeldefrist noch läuft.


Worum geht es beim KKV-Verbandstag?

Jeder Verbandstag hat ein Leitthema. In diesem Jahr lautet es: „Jeder hat ein Recht auf Unerreichbarkeit“. Denn in unserer Arbeitwelt werden die beruflichen Tätigkeiten immer mehr durch E-Mail, Handy, Smartphone und soziale Netzwerke beschleunigt. Häufig wird von Arbeitnehmern auch außerhalb der regulären Arbeitszeit eine kurzfristige Erledigung von Aufgaben erwartet. Dies setzt Arbeitnehmer unter Stress und kann auch psychische Erkrankungen bewirken. Der KKV-Bundesverband setzt sich mit seiner Aktion zur Unerreichbarkeit dafür ein, dass Arbeitnehmer in ihrer Freizeit vom Beruf abschalten können.

Wie können Bürger unserer Stadt - abseits des KKV-Bundesverbandstags - das sozialpolitische Engagement des KKV Neheim spüren?

Um ihren sozial- oder auch gesundheitspolitischen Zielen näherzukommen, bündeln die KKV-Ortsgemeinschaften ihre Aktivitäten oftmals auf Bundesebene. Hier leisten wir zum Beispiel Lobby-Arbeit im Gespräch mit Bundespolitikern. In unserer Vereinsarbeit werden außerdem grundsätzliche ethische Fragen wie Sterbebegleitung oder künstliche Befruchtung im Rea-genzglas thematisiert. Als katholischer Verein widmen wir uns auch speziellen kirchlichen Themen wie den Auswirkungen des 2. Vatikanischen Konzils oder ökumenischen Fragen. Unser KKV Neheim will Anteil haben am öffentlichen Meinungsbildungsprozess. Deshalb veranstalten wir Vortragsabende, bieten Betriebsbesichtigungen an oder unternehmen Ausflüge zu historischen Stätten. Hierzu gehörte auch ein Besuch der Wewelsburg, die während der Nazi-Zeit von der SS genutzt wurde. So setzen wir uns auch mit dem düsteren Kapitel der deutschen Geschichte auseinander.

Zum Programm des Verbandstags

Der KKV-Bundesverbandstag findet unter dem Motto „Jeder hat ein Recht auf Unerreichbarket“ statt. Das Motto zielt darauf ab, dass sich der KKV dafür einsetzt, dass Arbeitnehmer nicht nach Feierabend berufliche Dinge wie Be-antwortung von Mails oder SMS erledigen müssen. Beim Verbandstag wird das Verbandstagmotto am Freitag, 15. Mai, von 14 bis ca. 16.30 Uhr in einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaft und Erziehungswissenschaft im Neheimer Dorint-Hotel erörtert. Es moderiert Michaela Padberg (WDR).

Mit dem gleichen Thema wird sich auch die Bundesdelegiertenversammlung am Samstag, 16. Mai, von 9.30 bis 16 Uhr im Dorintel-Hotel befassen und eine „Arnsberger Erklärung“ zum „Recht auf Unerreichbarkeit“ verabschieden. Auch der Festredner des Verbandstags, der CDU-Bundespolitiker Wolfgang Bosbach, wird über das Thema „Recht auf Unerreichbarkeit“ sprechen. Er hält seinen öffentlichen Vortrag am Sonntag, 17. Mai, um 12.30 Uhr in der Hüstener Schützenhalle. Hierzu sind alle Interessierten eingeladen. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Zum Verbandstagsprogramm gehören auch zwei gemütliche Zusammenkünfte von Delegierten und geladenen Gästen: ein Barbecue-Abend am Freitag, 15. Mai, am Dorint-Hotel sowie ein Festabend (16. Mai) mit Verleihung des Preises „Der ehrbare Kaufmann 2015“ in der Hüstener Schützenhalle. Auch sind zwei Gottesdienste in Neheim (15. Mai, 18 Uhr, St.-Michael-Kirche sowie 17. Mai, 10 Uhr, Johanneskirche vorgesehen). Vom Dom gibt es noch einen Vereinsbanner-Gang zum Engelbertplatz.

HINTERGRUND

Der KKV (Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung) zählt bundesweit 6139 Mitglieder aus 76 Ortsgemeinschaften (Stand: 31. Dezember 2014). Zum KKV Neheim gehören rund 110 Mitglieder.

Der Vorsitzende des KKV Neheim, Herbert Vlatten, ist gleichzeitig auch stellvertretender KKV-Bundesvorsitzender. Seine Amtszeit endet beim KKV-Bundesverbandstag in Neheim. Laut Satzungs-recht kann er nicht noch einmal wiedergewählt werden.

Bei der KKV-Bundesdelegiertenversammlung am 16. Mai im Neheimer Dorint-Hotel stehen insgesamt die Posten von zwei stellvertretenden Bundesvorsitzenden sowie des Schatzmeisters zur Wahl.

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