Kämmerer: „Ich bin ein Vogel! Aber nicht der Vogel ...“

Mit Konfetti überschüttet die Neheimer KG-Präsidentin Gertrud Franke Arnsbergs  Stadtkämmerer Peter Bannes.
Mit Konfetti überschüttet die Neheimer KG-Präsidentin Gertrud Franke Arnsbergs Stadtkämmerer Peter Bannes.
Foto: WP Ted Jones

Neheim..  Bei mehr als 350 Millionen Euro Schulden hat der Kämmerer der Stadt Arnsberg, Peter Bannes, eigentlich nichts zum Lachen. Als „Herr der sehr ernüchternden Zahlen im Rathaus“ wird dem Kämmerer eine eher dröge Aura unterstellt, die er als Erster Spar-Apostel der Stadtverwaltung quasi zwangsläufig ausstrahlen müsse. Doch beim närrischen Rathaus-Sturm an Altweiberfastnacht zeigte Peter Bannes ein anderes Gesicht ...

Mit einer Vogelperücke auf dem Kopf empfing der städtische Kassenwart die Vertreter von KLAKAG, HüKaGe und Blau-Weiß Neheim. Er erklärte den närrischen Gästen, dass der Chef des Hauses, Vogel, nach Brüssel ausgeflogen sei. Kurzerhand hing sich der Stadtkämmerer das Schild um „Ich bin nicht der, sondern ein Vogel!“ Dann ließ Bannes die Jecken mit kräftigem „Helau!“ hochleben, bevor der Festakt - die symbolische Übergabe des Rathausschlüssels - an die drei Karnevalsgesellschaften erfolgte.

Füllhorn voller Konfetti

Die Präsidentin der KG Blau-Weiß Neheim, Gertrud Franke, hatte Spaß am Vogelkostüm des schmächtigen Kämmerers: „Wenn Sie in das Kostüm von Vogel passen, ist er aber ganz schön eingelaufen!“

Gertrud Franke bereitete dem Kämmerer noch ein Gastgeschenk. „Ich bringe Ihnen ein Füllhorn mit Humor und Frohsinn mit“, sagte sie und schüttete es über Bannes’ Kopf aus. Ein heftiger Konfetti-Sturzregen prasselte auf ihn ein. Er nahm’s mit Humor - denn auf Altweiberfastnacht haben Männer deutlich weniger zu lachen als Frauen.

Nach den Grußreden gestalteten Aktive aus den drei Karnevalsgesellschaften ein flottes närrisches Programm im Rathaus-Foyer. Dabei erhielten die Gardetänzerinnen viel Applaus. Der Bacchus der KG Blau-Weiß (Achim Benke) hielt zwischendurch noch eine Rede, wobei er auch auf logistische Probleme der Verwaltungsmitarbeiter im Rathaus einging. Manchmal habe der Fahrstuhl Aussetzer und der Mitarbeiter darin Zwangspause - und die Personaltoiletten seien wirklich nicht mehr prickelnd. Natürlich bekamen auch Bürgermeister Vogel und Kämmerer Bannes ihr Fett weg. So habe die Stadt die Neuplanung für das Grundstück des viel zu teuren Sauerlandmuseums übernommen. Denn hier entstehe nun die neue Residenz von „Graf HaJo“.

Den klammen Kämmerer beobachtete der Bacchus dabei, wie er im Job-Center als getarnter Hartzer „Hartz IV“ für die Stadtfamilie beantragte. Dann habe der Kämmerer auch mal die Hose runterlassen müssen, um seine Finanzverhältnisse zu offenbaren.