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Schnade Neheim

In Edelstahl für die Ewigkeit

05.09.2010 | 14:15 Uhr
In Edelstahl für die Ewigkeit
Scharlatan Cloer muss auf den Negelstuhl.

Neheim.
Die neue Grenzmarkierung zwischen Neheim und Hüsten steht im Rumbecker Holz, zwischen Waldfriedhof und Grenzbach. Eine Edelstahlsäule mit der Aufschrift „Fest in Neheim“, gestiftet von der Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist.

Eingeweiht wurde die Stele Samstag während des Neheimer Schnadegangs. Von den 167 Teilnehmern waren es zehn Kandidaten, die am neuen Grenzstein die Zeremonie des Pohläsens mitmachen „mussten“, darunter Schützenkönig Michael Kamp­haus und Jugendjägerkönig Hendrik Wilke. Die Schützen Carsten Eckertz und Jörg Obertrifter hoben die Neulinge „sanft“ auf den neuen Grenzstein. „Die Edelstahlsäule steht nun fest in Neheim und wird uns sicherlich alle überdauern“, sagte Schützenoberst Andreas Cloer.

Die jüngste Teilnehmerin am zehn Kilometer langen Grenzgang war die 4-jährige Svenja Wilke und der älteste Willi Keggenhof mit 84 Jahren. Pünktlich um 13 Uhr und nach 3,5 Stunden wurde die Schnadegruppe vom Fanfaren-Korps Neheim-Hüsten in ihren historischen Uniformen am Fresekenhof begrüßt. Aus der restaurierten Schützen-Gulaschkanone gab es die traditionelle Erbsensuppe, die den historischen Teil eines Schnadeganges beendet.

400 Besucher im Fresekenhof

Auch der Jungjägerkönig wurde gepohläst.

Cloer begrüßte dort rund 400 Besucher und beleuchtete kurz die Geschichte zum 650. Geburtstag des Fresekenhofes. Er bedankte sich bei Vereinen und Menschen, die sich dafür eingesetzt haben, und überreichte den noch lebenden „Rettern des Fresekenhofes“, dem ehemaligen Stadtdirektor Dr. Günter Cronau und Schützenbruder Hans Almer eine Flasche Wein als kleines Zeichen der Anerkennung.

Dann tauchte die mittelalterliche Sippe „Die Rabenfreyen“ auf, angeführt vom Mönch Ileus (Peter Ernst). Sie suchten den Recken Cloer, den sie als Scharlatan titulierten. „Frauen hat er um Geld betrogen, edles Bier mit dreckigem Ruhrwasser gepanscht“, warf ihm Ileus vor. Die Beschuldigungen wurden durch „glaubhafte Zeugen“ und fadenscheinige Indizien bestätigt. Gefesselt und von Ritter und Henker gut bewacht, wartete „Scharlatan“ Cloer auf des Volkes Urteil. Die Strafe: Pohl­äsen auf dem Nagelbrett und Vorführen eines Schwankes mit seinen Scheffen beim „Ständchenessens“ am 13. November.

Malwettbewerb

Zum 650-jährigen Jubiläum nahmen Kinder der Grundschulen St. Josef (Bergheim) und St. Michael (Neheim) an einem Malwettbewerb teil. Motto: der Fresekenhof. Knapp 70 Bilder wurden eingereicht und von Bogen-Künstlern bewertet. Die ersten Plätze belegten Joanna Kaiser (2b, St. Michael) und Lara Otto (3b, St. Josef). Clown Artifex und die Kinderkompanien sorgten für die Unterhaltung der Kleinen.

Neben dem Fanfaren-Korps sorgte der Musikverein Lyra Wenholthausen für den musikalischen Rahmen und die Schützenkompanien für das leibliche Wohl.

Achim Benke

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