Im Neheimer Rusch: Neue Bauplätze statt Waldstück

Der Fußweg über den Siepen in Richtung Engelbertring ist die westliche Grenze des neuen Baugebiets. Die künftige Baufläche befindet sich in dem Waldstück, das sich von hier längs der Engelbertstraße hochzieht bis zur Einmündung Engelbertring.
Der Fußweg über den Siepen in Richtung Engelbertring ist die westliche Grenze des neuen Baugebiets. Die künftige Baufläche befindet sich in dem Waldstück, das sich von hier längs der Engelbertstraße hochzieht bis zur Einmündung Engelbertring.
Foto: WP

Neheim..  In der Bürgerschaft im Neheimer Rusch regt sich Widerspruch gegen das Vorhaben der Stadt, an der Engelbertstraße einige neue Wohnbaugrundstücke zu schaffen. Denn dann käme es zur Abholzung eines Teil eines Waldstücks, das sich längs der Engelbertstraße direkt unterhalb der Straße Engelbertring befindet. Das Plangebiet der Stadt umfasst einen rund 4400 qm großen Geländestreifen, der sich von der Einmündung Engelbertstraße / Engelbertring talwärts bis zum Fußweg über dem Siepen unterhalb des Engelbertrings erstreckt

Widerspruch von vier Bürgern

Im Planverfahren für die Aufstellung des neuen Bebauungsplans „NH 7 Rusch“ legten vier Bürger schriftlich Protest ein. Einer von ihnen schreibt: „Die Waldfläche ist wesentlicher Bestandteil des Wohnquartiers im Rusch und trägt dort erheblich zur allgemeinen Lebensqualität der Bürger bei. Eine Abholzung und Vermarktung der Fläche würde zwar einmalig Geld in die Kasse der Stadt spülen. Der deutliche Verlust an Wohnqualität für die dort lebenden Bürger wäre jedoch unwiederbringlich. Der finanzielle Nutzen der Stadt geht vollständig zu Lasten der Anwohner, deren Wohngrundstücke einen deutlichen Wertverlust hinzunehmen haben, weil sie statt am Waldrand künftig in einer nachverdichteten Wohnsiedlung liegen.“

Weiter schreibt der Bürger, der von der Stadt aus Datenschutzgründen in der Verwaltungsvorlage nicht namentlich genannt werden darf: „Mit Blick auf die langfristig prognostizierte zurückgehende Einwohnerzahl in der Stadt und damit auch in dem betreffenden Wohnquartier erscheint die angestrebte Nachverdichtung unsinnig. Im Wohnquartier stehen bereits jetzt Häuser mit erheblichem Instandhaltungsstau zum Verkauf, deren Sanierung unwirtschaftlich erscheint. Es ist abzusehen, dass hier in den nächsten Jahrzehnten durch Abriss von Altbauten genügend Raum für energieeffiziente Neubauten entstehen wird. Der jetzt geplante Flächenverbrauch ist also nicht notwendig.“

In einer Stellungnahme weist die Stadt diese Kritik zurück. Es würde nicht der gesamte Waldsaum, sondern nur ein schmaler, etwa 150 Meter langer Streifen entfernt, um eine Baugrundtiefe zu schaffen. Westlich entstehe ein neuer Waldsaum mit Anschluss an den vorhandenen Grünzug mit Siepen. Einen Wertverlust benachbarter Altbauten sieht die Stadt nicht, weil „auf den wenigen neuen Baugrundstücken hochwertige Neubauten entstehen werden“. Entgegen dem Bürger betont die Stadt einen Bedarf an innenstadtnahen Baugrundstücken. Eine Nachverdichtung der Siedlung sei sehr sinnhaft.

HINTERGRUND

Bezirksausschuss berät die Verwaltungsvorlage

Die Stadtverwaltung hat den Politikern im Bezirksausschuss Neheim vorgeschlagen, der städtischen Stellungnahme zu den Einwänden der Bürger zu folgen und insofern die von der Verwaltung konzipierte Schaffung eines kleinen neuen Baugebiets an der Engelbertstraße in einem weiteren Verfahrensschritt mitzutragen. Im Bezirksausschuss soll die öffentliche Auslegung des B-Plans beschlossen werden.

Der Bezirksausschuss berät die Änderung des Bebauungsplans in einer öffentlichen Sitzung am Montag, 9. Februar, um 17.30 Uhr im Konrad-Adenauer-Saal des Rathauses in Neheim.