Im Neheimer Ohl entsteht Flüchtlingsheim für 60 Bewohner

Im Neheimer Ohl wird aus der früheren Obdachlosenunterkunft ein Flüchtlingsheim.
Im Neheimer Ohl wird aus der früheren Obdachlosenunterkunft ein Flüchtlingsheim.
Foto: WP

Neheim.. Aus der ehemaligen Neheimer Obdachlosenunterkunft „Im Ohl 83 / 83a“ soll ein Flüchtlingsheim für rund 60 Bewohner werden. Die Stadt Arnsberg hat bereits vor ein paar Wochen mit der Sanierung des Doppelhauses begonnen und wird die Renovierungsarbeiten im nächsten Monat abschließen. „Anfang April soll der erste Bereich des Hauses und im weiteren Verlauf des April der zweite Bereich des Gebäudes fertig gestellt sein“, berichtet auf Anfrage unserer Zeitung Helmut Melchert, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt Arnsberg.

Neue Sanitäreinrichtungen

Melchert betonte, dass die Bausubstanz des Gebäudes in Ordnung sei. Ansonsten würde sich eine Renovierung ja nicht lohnen. „Bei der Haussanierung werden nun insbesondere die Sanitärreinrichtungen (Dusche/WC) erneuert. Außerdem erhält das Gebäude eine neue Heizung“, erklärte Helmut Melchert. Auch wenn einzelne Fensterscheiben erneuert werden müssten, sei eine Kompletterneuerung der Fenster nicht notwendig. Denn noch in der Zeit als Obdachlosenunterkunft seien die Fenster bereits erneuert worden. Ferner gebe es auch klaren Sanierungsbedarf bei den Haustüren.

Insgesamt bezifferte Helmut Melchert die Sanierungskosten auf rund 250 000 Euro, die die Stadt Arnsberg aus Eigenmitteln aufzubringen hat. Haushaltstechnisch werden die Baukosten im Ohl aus einem zusätzlich gebildeten städtischen Finanztopf für Flüchtlingshilfe beglichen. Der Rat der Stadt Arnsberg hatte diesen zusätzlichen Finanztopf mit insgesamt fünf Millionen Euro für die beiden Jahre 2016 und 2017 ausgestattet.

Helmut Melchert weist auf die Notwendigkeit der Gebäudesanierung im Ohl hin. „Die Stadt Arnsberg hat bereits im vergangenen Jahr 966 Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht. Niemand weiß heute, für wie viel Flüchtlinge wir im Jahr 2016 Wohnungen bereitzustellen haben. Schätzungen gehen von 500 bis 1000 Flüchtlingen aus. Hierauf müssen wir vorbereitet sein. Mit der sanierten Unterkunft im Ohl schaffen wir notwendige zusätzliche Kapazitäten, die uns dann bereits im Frühjahr zur Verfügung stehen.“

Hohe Wertschätzung erfahren seitens der Stadtverwaltung die ehrenamtlichen Helferkreise, die sich um die einzelnen Flüchtlingsheime im Arnsberger Stadtgebiet gebildet haben. „Wir hoffen mit der katholischen Kirchengemeinde in Neheim, dass sich auch für das Heim Ohl ein ehrenamtlicher Helferkreis bildet“, so Melchert.

Auch wenn für manche Neheimer das Herrichten des Flüchtlingsheims im Ohl überraschend ist, so stellt Melchert im Gespräch mit unserer Zeitung klar, dass die Schaffung des neuen Flüchtlingsheims „ein in den zuständigen politischen Gremien abgestimmtes Verfahren“ gewesen sei. Ob die Stadt für die Anwohner im Ohl eine Bürgerversammlung veranstaltet, um das Projekt Flüchtlingsheim vorzustellen, will Melchert von der Nachfrage im Ohl abhängig machen.

HINTERGRUND

Ehrenamtlicher Helferkreis soll gegründet werden

Nachdem sich für das Flüchtlingsheim am Schleifmühlenweg ein rund 3o-köpfiger, ehrenamtlicher Helferkreis gebildet hatte, möchte die Pfarrei St. Johannes fürs künftige Flüchtlingsheim im Ohl einen weiteren Helferkreis gründen. Interessierte könnten sich in der Pfarrgemeinderatssitzung am 10. März um 19.30 Uhr im Moosfelder Gemeindezentrum St. Elisabeth informieren. Ansprechpartner sind Hedwig und Josef Epping aus Neheim.