Hüstener Schützen richten Kreisschützenfest 2017 aus

Kreisoberst Dietrich Wilhelm Dönneweg
Kreisoberst Dietrich Wilhelm Dönneweg
Foto: WP

Arnsberg/Sundern..  Einige brisante Themen im Bürokraten-Dschungel“ standen bei der Obristentagung 2015 des Kreisschützenbundes Arnsberg in Amecke auf der Tagesordnung. Eine bürokratische Hürde verhindert, dass die St.-Hubertus / St.-Johannes-Nepomuk Schützenbruderschaft Stockum das Kreisschützenfest 2017 ausrichten kann. Kreisoberst Dietrich-Wilhelm Dönneweg berichtet: „Die Auflagen der Stadt Sundern und der Unteren Wasserbehörde können nicht erfüllt werden.“

Unterirdische Leitungen nötig

Es wäre ein zu großer finanzieller Aufwand, der nicht im Verhältnis zu dem erwirtschaften Erlös beim Kreisschützenfest steht. Die untere Wasserbehörde gibt nur die Genehmigung, wenn die Kanalisation unterirdisch verlegt wird und die Toilettenanlagen zirka 100 Meter vom eigentlichen Geschehen aufgestellt werden. „Hinzu kommen noch andere Auflagen. Ich an Oberst Friedhelm Stöcker seiner Stelle, würde auch darauf verzichten“, betont Dönneweg.

Nun stellte sich die Frage: Wer übernimmt? Die ehemaligen Ämter Hüsten, Warstein und Neheim-Hüsten wurden gefragt. Die Schützenbruderschaft Hüsten unter dem Schutz des Heiligen Geistes will die Organisation übernehmen. „Wir freuen uns darauf. Wir haben das Team und die Möglichkeit sowie die Kompetenz ein so großes Fest zu organisieren“, meint Hüstens Schützenoberst Thomas Buchmann. Das Fest wird eine Woche nach der Hüstener Kirmes vom 22. bis 24. September 2017 stattfinden. Die Kreisdelegierten müssen am 14. März in Stockum noch zustimmen.

Bei der Obristentagung wollten die Vorstände der 57 Mitgliedsvereine auch wissen, wer seit dem 1. Januar 2015 die Schießstände überprüfen darf. Kreisoberst Dietrich-Wilhelm Dönneweg und sein Vorstandsteam hatten dazu die Fachleute von der Kreispolizeibehörde im HSK eingeladen. Ulrich Müller-Thüsing, Leiter der Direktion Zentrale Verwaltung sowie Anette Babucke, Verantwortliche für Schießstättenangelegenheiten. „Wir befinden uns momentan im Diskussionsprozess, um die Bürokratie für die Vereine so gering wie möglich zu halten“, so Müller-Thüsing. Anfang März finden die abschließenden Gespräche statt. Laut Verordnungdarf die Überprüfung von Schießstätten nur noch von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen vorgenommen werden. Verfahrensvorschläge sind: die Kosten für die Vereine sollen gering gehalten werden, Überprüfungstermine sollen örtlich zusammengelegt werden, die Behörde schreibt Vereine an.

Verfahren wird derzeit diskutiert

In den nächsten vier Jahren sollen alle Schießstände überprüft werden. Sollte der Schießstand ohne Mängel sein, wird kein Gutachten erstellt. „Nur ein Protokoll. Weist der Stand Mängel auf, muss ein Gutachten her“, so Babucke. Ein Mitarbeiter der Behörde wird ausgebildet, um die Schießstände ohne Mängel zu kontrollieren. „Somit entfallen die hohen Kosten für den Gutachter“, meint Müller-Thüsing. Der Verein ist nicht mehr verantwortlich, sondern die Behörde.

HINTERGRUND

Der Schützenvogel muss auch 2015 nicht kleiner werden

Bei der Bestimmung für den Vogelbau und das Vogelschießen ist man in Berlin noch nicht weitergekommen. Ein Treffen der Schützenverbände und dem Deutschen Olympischen Komitee im Oktober 2014 haben die bayerischen Schützenkollegen boykottiert. „Es wird wohl wieder eine unendliche Geschichte“, betont Kreisoberst Dönneweg. Was die Größe des Schützenvogels betrifft, gilt weiterhin die auch im Jahr 2014 geltende Regelung. Der Vogel muss also auch 2015 nicht verkleinert werden. Die jetzige gesetzliche Regelung mit Fortbestand der alten Vogelgröße ist aber provisorisch und gilt so lange, bis ein neues Gesetz verabschiedet wird. Dieses neue Gesetz ist aber nach jetzigem Kenntnisstand 2015 nicht zu erwarten.

KSB-Steuerfachberater Ferdinand Beckmann machte abschließend deutlich, wie wichtig der Nachweis der Arbeitsstunden für geringfügig Beschäftige in den Vereinen ist. Er sprach den Mindestlohn an, worauf die Vereine achten müssen. KSB-Vertreter für Rechtsfragen Meinolf Reuther machte den Schützen Mut: „Mit einem gesunden Menschenverstand werden wir auch diese bürokratische Hürden nehmen.“