Holzener Frauen schunkeln in den Wilden Westen

Holzen..  Auf Weiberfastnacht sind traditionsgemäß im Lüerdorf die Frauen der Schöpfung im Ausnahmezustand. In der Schützenhalle besteht dann Schunkelverletzungsgefahr, das weibliche Jeckenvolk ist dann außer Rand und Band. So auch diesmal. Indianerfrauen und sonstige bunt kostümierte Närrinnen bestimmten das Geschehen beim diesjährigen kfd-Karneval, traditionell ausgerichtet von der Theatergruppe der Frauengemeinschaft, Motto: „Wild, Wild-West - wir geben unser Best’“.

Mehr als 150 Holzener Frauen - und auch kfd-Abordnungen aus der Nachbarschaft - gaben sich auf der Zielgeraden der fünften Jahreszeit ausgelassen dem bunten Treiben hin – beste Stimmung im Western-Saloon war angesagt, musikalisch angeheizt von den „Andithos“. Nach dem Einmarsch der 17 Squaws, die das zweieinhalbstündige Bühnengeschehen bestritten, begrüßte Petra Schleep die Narrenschar und führte in Prosa durchs Programm.

Wilderer-Szenarium

Das wurde aufgelockert durch Tanzeinlagen und zahlreiche Sketchs. Einem ungewöhnlichen Heiratsantrag folgten spannungsgeladene Szenen für ein Ehepaar nach der Shoppingtour. Eine vermeintlich reiche Erbschaft endete für sechs Cousinen mit einer herben Enttäuschung. Das Publikum wurde dann bei einem Wilderer-Szenarium auf der Bühne ins Geschehen eingebunden. Als Tanzmariechen i. R. präsentierte sich dann – rank und schlank wie eh und jeh - Petra Schleep und gab zum Besten: „So wie ich ist ein Tanz­mariechen gebaut“.

Zwischendurch wurden noch die schönsten Kostüme prämiert, auch „Rotkäppchen und der Wolf, ein „Kölner Dom“, „Acht süße Früchte“, Indianerfrauen mit Pferden, zwei Pinguine und die Mitgründerin der Theatergruppe, die 82-jährige Squaw Magdalene Jürgens. Heike Ebel wurde für ihre 25-jährige Zugehörigkeit zur kfd-Theatergruppe gedankt.

Eine neu produzierte, etwas andere Version von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ sorgte für viel Heiterkeit, wie auch der finale Höhepunkt, eine rasante Tanzshow „Im wilden, wilden Westen“.

Im großen Indianerzelt

Noch lange wurde im großen Indianerzelt gemütlich weiter gefeiert. Und zu essen gab’s auch Indianer-typische Kost, wie zum Beispiel „Versteckter Skalp“ (Schnitzel-Brötchen), einen Baumstamm (Laugenstange) oder einen „Marterpfahl“ (Käse am Spieß). Es war ein gelungener Abend, der am 4. Februar 2016 seine Fortsetzung finden soll.