Gefährliches Rutschen in Neheimer Passage
10.02.2012 | 11:57 Uhr 2012-02-10T11:57:00+0100
Neheim. Eine Sprunggelenkfraktur sowie eine Ausrenkung des Schultergelenks zog sich eine Hüstenerin zu, als sie am Samstag, 18. Dezember 2010 , gegen 10 Uhr auf glatten Steinen der überdachten Passage zwischen Eis-Café Cais und Score ausrutschte.
Nun will die 35-jährige Hüstenerin die Stadt Arnsberg auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagen, weil - so ihr Neheimer Anwalt Matthias Niemand - die Stadt hier nicht ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen sei.
Matthias Niemand sieht den Fall so: „Am Tag vor dem Unfall, am Freitag, 17. Dezember, hatte es gegen 17 Uhr kräftig geschneit. Die Außentemperatur lag bei 3 Grad Minus. Die Stadt hat nach eigenem Bekunden den Passagen-Weg zwischen der letzten Räumung am Freitagmorgen bis zur Unfallzeit am Samstagmorgen nicht mehr geräumt, weil der Weg angeblich nicht glatt gewesen sei. Wir gehen aber davon aus, dass es in den rückwärtigen Passagen-Eingang zwischen Cais und Score, wo sich der Unfall zutrug, reingeschneit hatte. Dadurch ergab sich auf den schwarzen glatten Bodenplatten, die einen Teil des Passagen-Bodenbelags bilden, eine erhebliche Rutschgefahr, der meine Mandantin zum Opfer fiel.“
Ärztliche Bescheinigungen belegen eine Sprunggelenk-Fraktur und eine Ausrenkung des Schultergelenks. „Meine Mandantin war mehrere Monate arbeitsunfähig“, sagt Anwalt Matthias Niemand.
Besonders tragisch am Unfall war es, dass die 35-Jährige nach dem Sturz kurz das Bewusstsein verlor und sich anschließend benommen fühlte. Hinzu kamen die körperlichen Schmerzen. „Meine Mandantin lag am Boden und konnte sich nicht bewegen. An ihr Handy kam sie nicht heran, weil es sich in einer Tasche befand, die ihr durch den Sturz aus den Händen glitt und einige Meter von ihr entfernt am Boden liegen blieb. Sie kam an die Tasche nicht heran“, berichtet der Anwalt. Außerdem hatte die damals 35-Jährige so viel Pech, dass etwa 20 Minuten niemand an der Unfallstelle vorbeikam. Sie lag auf dem eiskalten Boden und es war keine Hilfe in Sicht. Dann kam eine ältere Frau, die den Rettungsdienst alarmierte.
Die Haftpflichtversicherung, die zwischenzeitlich von der Stadt Arnsberg eingeschaltet wurde, beruft sich nun auf Rettungssanitäter, die bezeugen, dass es im Passagen-Eingang nicht glatt gewesen sei. Außerdem sei noch Streumaterial zu sehen gewesen. „Meine Mandantin ist aber definitiv auf den glatten schwarzen Steinen am Passagen-Eingang ausgerutscht. Wir gehen davon aus, dass es hier reingeschneit hat und eine Glätte erzeugt wurde, die in möglicher Kombination mit anderem Schnee unter den Schuhsohlen - es war viel Schnee in der Stadt - den Unfall auf den glatten Steinen verursachte“, erklärt Anwalt Niemand, der mit einem Geschäftsmann aus dieser Passage über die Rutschgefahr sprach. „Der Geschäftsmann sagte mir, dass es in der Passage schon mehrere Unfälle mit ausrutschenden Passanten gegeben habe. Demnach sind die schwarzen Steine schon bei Regennässe ein gefährliches Pflaster“, sagt der Anwalt, der auch noch die ältere Frau sucht, die damals seiner Mandantin geholfen hat. Ihre Zeugenaussage wäre sehr hilfreich.
Übrigens: Eine Geschäftsfrau aus der Passage hat vor einigen Tagen ein Schild mit der Aufschrift „Vorsicht Rutschgefahr!“ an einem Geländer der Passage aufgehängt.

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