Für Serienstraftäter Rabatt vor Gericht

Bruchhausen..  Weil der 47-jährige Mann mit Wohnsitz Dortmund die hier beim Schöffengericht angeklagten und verhandelten Straftaten bereits vor dem Prozess und der Verurteilung durch das Landgericht Dortmund begangen hatte, kam er jetzt recht glimpflich davon. Das, obwohl seine Verfehlungen nicht von „schlechten Eltern“ gewesen waren.

Die hiesige Staatsanwaltschaft warf dem derzeit als Stahlgussarbeiter tätigen Mann drei Betrugsfälle und eben so viele Urkundenfälschungen vor. Demzufolge war er im Oktober 2011 bei einer Autofirma in Arnsberg-Bruchhausen erschienen, legte dort einen falschen Ausweis vor und wollte einen VW-Passat kaufen. Von der Probefahrt kehrte er nicht wieder zurück. Desweiteren bestellte er unter einem Aliasnamen einen BMW im Wert von 55 000 Euro und täuschte den Autohändler mit einer gefälschten Verdienstbescheinigung. Außerdem täuschte er eine weitere Autofirma und eine Sparkasse, indem er sich mit einem gefälschten Pass und Führerschein auswies und die beiden Häuser schädigte. So bunt wie seine Strafpalette ist auch sein Berufsleben.

Von Probefahrt nicht zurückgekehrt

Angeblich hatte er Betriebsschlosser gelernt und als solcher gearbeitet. Alsdann machte er sich als Gastronom selbstständig, eröffnete zunächst eine Imbissstube und darauf eine Pizzeria, um dann –nach einigen Perioden der Erwerbslosigkeit - wieder als Schlosser zu arbeiten. Seine zahlreichen Vorstrafen sind fast alle einschlägig. Von der Berufungskammer des Landgerichtes Dortmund wurde er im August 2014 zu einer 34-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt, die er bald absitzen wird.

Die jetzt vor dem Schöffengericht Arnsberg verhandelten Straftaten wurden gemäß der Strafprozessordnung im Hinblick auf die Verurteilung durch das Landgericht Dortmund eingestellt, da sie, wenn überhaupt, zu einer nur unwesentlich höheren Strafe als die ausgesprochenen 34 Monate geführt hätten. Der Aufwand der Arbeit der Staatsanwaltschaft und des Gerichtes, der nötig gewesen wäre, hätte in keinem Verhältnis zu dem gering höheren Strafmaß gestanden.

Fazit: Je mehr Straftaten jemand begeht und er das Glück hat, dass diese nicht in chronologischer Reihenfolge aufgedeckt und verurteilt werden, um so größer ist sein Rabatt.