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Freilichtbühne Herdringen spielt "My Fair Lady"

14.06.2012 | 17:56 Uhr
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Freilichtbühne Herdringen spielt "My Fair Lady"
Carina Hinse ist die Eliza in der Inszenierung des Musicals My Fair Lady der Freilichtbühne Herdringen. Foto: Freilichtbühne

Arnsberg.  Die Freilichtbühne Herdringen zeigt den Musical-Klassiker "My Fair Lady". Die 18-jährige Carina Hinse spielt die Eliza. Sie hat Erfahrung mit großen Auftritten.

Eliza Doolittle ist die Traumrolle aller Sängerinnen. Für Carina Hinse bedeutet die Darstellung des Londoner Blumenmädchen aber mehr als die typischen Sprechübungen: Die 18-jährige Neheimer Gymnasiastin musste als „My Fair Lady“ auf der Freilichtbühne Herdringen erst das Singen lernen. Am Samstag ist Premiere.

Nein, mein vokalverrückter Held,

du bist nicht für mich A und O der

Welt!

Schon der Titel des Musicals spielt mit Wortbedeutungen. „My Fair Lady“ bedeutet eben nicht nur „schöne Dame“, sondern auch „Markt-Mädchen“ (fair = Kirmes, Messe). Der Begriff ist zudem eine Anspielung im Cockney-Englisch auf den reichen Londoner Stadtteil Mayfair, da wo die Damen wohnen.

Es wird Mai jedes Jahr ohne dich,

England ist, was es war, ohne

dich.

Zum ersten Mal setzt die Freilichtbühne Herdringen in dieser Spielzeit auf die Macht der Musik. Im Kinderstück „Rabatz im Zauberwald“ wird gesungen, und „My Fair Lady“ ist schließlich der Musical-Klassiker schlechthin. Der Musical-Sänger und gebürtige Neheimer Tim Erlmann hat mit Carina und ihren Kollegen Stimmbildung gemacht und die Nummern einstudiert. „Anfang Februar hatte ich die erste Gesangsprobe. Jetzt sitzen die Lieder alle, das ist ziemlich aufregend und macht Spaß“, erzählt die Herdringer „Lady“.

Es gibt Blüten am Strauch,

im Kamin gibt es Rauch,

Tee und Zwieback gibt es auch –

ohne dich!

So kann sich Carina gut in das Schicksal der Eliza einfühlen, die als Folge einer Wette mit Hilfe von Sprachunterricht gesellschaftlich aufsteigen will. Dafür soll sie bekanntlich üben, „g“ statt „j“ zu sagen und „ü“ statt „i“: „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen.“

Und Tim Erlmann übernimmt als Stimm-Trainer ein wenig die Rolle des Professor Higgins, indem er Carina fit macht für das Abenteuer Singen. Dabei gibt es erheblich weniger Konflikte als in der Bühnenbeziehung zwischen dem Blumenmädchen und dem Philologen und Phonetiker, zwischen denen es bekanntlich des Öfteren kracht.

Es gibt Museen für Kunst ohne

dich, Shakespeare bleibt populär

ohne dich.

Im Gegenteil, Tim Erlmann ist sehr stolz auf seine Schülerin: „Ich habe viel Grundlagenarbeit gemacht, um vom Sprechen zum Gesang zu kommen. Da kommen kleine Wunder zustande. Die Herausforderung besteht darin, den Energiepegel ständig auf 100 Prozent zu halten. Man muss lernen, sich während der Dialoge schon auf den nächsten Gesangseinsatz vorzubereiten. Carina zeigt eine unglaubliche Leistung.“

Und das Grün grünt so grün,

wenn in Spanien Blüten blühen,

weil sie blüh’n in dem Grün ohne

dich.

Die Figur der Eliza fesselt Carina Hinse: „Die Entwicklung ist sehr spannend. Am Anfang ist sie trotzig und ohne Manieren. Mich fasziniert, dass sie den Willen hat, das zu schaffen.“ Vor allem mag sie das Lied „Ohne Dich“. „Da macht es besonders viel Spaß, dass Eliza selbstbewusster wird.“

Carina Hinse hat den Charakter unter Anleitung von Regisseur Peter Hohenecker entwickelt, ohne auf die großen Vorbilder zu schielen. „Die Eliza kann man auf mehrere Arten interpretieren. Ich habe das nicht abgeguckt, ich hab’s einfach probiert.“

Auch die Queen, glaube ich,

die hält’s aus sicherlich, ohne

dich.

Singen allein reicht bei einem Musical nicht aus, man muss sich singend bewegen. Choreographin Patricia Hoffmann hat den Herdringer Darstellern professionelle Unterstützung geboten.

Carina Hinse hat Erfahrung mit großen Auftritten, sie war bereits die Pippi Langstrumpf in Herdringen. Die Eliza ist ihre vorerst letzte Möglichkeit, sich als Laiendarstellerin im großen Stil zu engagieren, denn nächstes Jahr spielt das Abitur die Hauptrolle. „Das ist schon eine Riesenrolle und mit Choreographie, Gesangsproben, Durchlaufproben auch viel Zeitaufwand.“

Ich bleib ich, ja und wie, ohne

dich, denn ich kenne mich gut oh-

ne dich. Ja, und schwatz keinen

Kohl, denn ich fühl mich so wohl

ohne dich!

Daher ist das Lampenfieber vor der Premiere groß. „Nur Schauspielern, das ist inzwischen nichts besonderes mehr. Aber wegen des Singens bin ich so aufgeregt wie noch nie, weil das etwas ganz Neues ist. Doch gemeinsam schaffen wir das.“

Monika Willer

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