„Frau mit grausamem Tod bedroht“

Neheim..  Vor dem Amtsgericht Arnsberg ist ein 26-jähriger Neheimer angeklagt, seine ehemalige Lebensgefährtin im Streit erheblich verletzt und sogar mit dem Tode bedroht zu haben. Der Angeklagte reiste aus der Drogentherapie zum Prozess an. Im Einzelnen warf ihm die Staatsanwältin folgendes vor.

Im Juli 2013 hatte er laut Anklageschrift die Wohnung seiner Ex-Lebensgefährtin, mit der er ein Kind hat, aufgesucht, obwohl ihm dies per Gerichtsbeschluss verboten ist, und beleidigte sie mit den Worten Schlampe und Hure, schlug sie so heftig ins Gesicht, dass sie zu Boden stürzte. Er drohte ihr sogar, sie zu töten, wollte sie mit Benzin übergießen und anzünden. Was mit ihm dann geschehe, sei ihm egal.

In einem zweiten Fall hatte er laut Anklage im Juli 2014 einen Mann mit einem gegen diesen gerichteten Verbrechens bedroht, ihm Faustschläge gegen den Kopf versetzt und ihn beleidigt. Den ersten Vorwurf räumte er ein, der zweite soll so nicht stimmen. Die Schädelverletzung will er dem Mann, den er für den neuen Freund seiner Ex hielt, nicht beigebracht haben. Er konnte es nicht akzeptieren, dass seine frühere Lebensgefährtin und Mutter seines Kindes mit einem ihm fremden Mann Kontakt hatte. Er sei deswegen wütend und eifersüchtig gewesen. Der Geschädigte gab an, dass der Angeklagte ihm 3000 Euro geboten habe, wenn er nicht die Polizei rufe, da er sonst in den Knast käme. Als dieser ihm mitteilte, dass dies schon geschehen war, wurde er hoch aggressiv und drohte ihm, ihn töten zu wollen. Er werde sein Leben zerstören.

Psychiatrisches Gutachten nötig

Die Verteidigung brachte vor, sein Mandant habe erhebliche Schwierigkeiten. So sei er wegen einer Depression und Borderline- Erkrankung in der Warsteiner Klinik gewesen. Man habe ihm zusätzlich eine ADS-Erkrankung attestiert. Zu allem Übel komme noch seine Drogen- und Alkoholproblematik und die nicht intakte Beziehung zu der Mutter seines Kindes, die er immer noch liebt, hinzu.

Der Angeklagte sagte aus, seine Ex habe ihn in der Haft und in der Klink besucht. „Zwischen uns gibt es viele Lügen. Ich bin eifersüchtig, weil sie oft Kontakt mit anderen Männern hat. „Ich bin dann verletzt und möchte heulen. Meine Verärgerung wandelt sich in Wut und ich schreibe ihr dann böse Sachen, wonach es mir dann besser geht.“ Er könne sich nicht steuern, denn die Person, die er liebt, verletze ihn.

„Dieses Leben macht mir keinen Spaß“, gab er dem Gericht zur Kenntnis. Alle Parteien vor Gericht kamen überein, dass ein psychiatrisches Gutachten zur Feststellung der Schuldfähigkeit vonnöten sei. Ein solches wird in Auftrag gegeben. Der Prozess wird nach dessen Fertigstellung neu anberaumt.