Familienstiftung für Wrede-Industrieholding gegründet

Neheim.. Die Familie Wrede hat sämtliche Gesellschafteranteile an der Wrede-Industrieholding, zu der insbesondere die Unternehmen Interprint und OKT gehören, in eine Familienstiftung eingebracht, damit die Industrieholding und die damit verbundenen Betriebe langfristig 100-prozentig in der Verfügungsgewalt der Familie Wrede bleiben.

„Diese Entscheidung trafen alle 16 Familienmitglieder, die aus der dritten und vierten Wrede-Generation Gesellschafteranteile halten, einvernehmlich“, betont Thomas Wrede, der weiterhin zusammen mit Helmut Schmidt die Geschäftsführung der Wrede-Industrieholding ausübt.

Die Familienstiftung für die Wrede-Industrieholding wurde im Dezember 2014 rechtlich vollzogen. Sitz der Stiftung ist Schloss Melschede in Sundern, die operative Geschäftsleitung der Wrede-Holding befindet sich weiterhin im Hause Goethestraße 40 in Neheim. Die Position als Stiftungsvorstand bekleidet Thomas Wrede, der an Beschlüsse eines dreiköpfigen Stiftungsrats (besetzt mit Mitgliedern der Familie Wrede) gebunden ist.

Eine Gesellschafterversammlung gibt es jetzt nicht mehr, denn die Stiftung ist jetzt alleiniger Gesellschafter, „doch alle Mitglieder der Familie Wrede, die früher an Gesellschafterversammlungen teilnahmen, wollen wir weiterhin - bevor Angelegenheiten im Stiftungsrat behandelt werden - in einer Destinatärsversammlung (Destinatär = Begünstigter) über anstehende unternehmerische Entscheidungen informieren“, erklärt Thomas Wrede die künftige Entscheidungsstruktur für wegweisende Beschlüsse der Holding. „Im laufenden Geschäft können wir weiterhin etwa 90 Prozent der Beschlüsse durch die Geschäftsleitung in Abstimmung mit einem Beirat treffen“, so Wrede weiter.

Die komplexe Struktur der Familienstiftung bedeutet unterm Strich aber auch ganz deutlich: Beim Dekordrucker Interprint mit Stammsitz in Bruchhausen sowie beim Haushaltsartikelhersteller OKT in Stemwede bei Osnabrück hat die Familie Wrede nach wie vor zu 100 Prozent die höchste Entscheidungskompetenz.

Die Familienstiftung schließt die Gefahr aus, dass irgendwann mal einzelne Familienmitglieder sich ihren Gesellschafteranteil auszahlen lassen und damit die Eigenkapitalausstattung der Holding schwächen könnten. Aktuell hatte das zwar kein Familienmitglied vor, doch niemand weiß, was vielleicht in 20 Jahren ein Familienmitglied vorhat, zumal die alte Gesellschafterstruktur mit einer langfristigen Zersplitterung der Eigentumsverhältnisse einhergegangen wäre.

Gewinn-Ausschüttung

„Die heutigen Familienmitglieder sind nicht mehr am Vermögen der Gesellschaft beteiligt. Sie besitzen keine Anteile, die verkauft oder gekündigt werden können. Unverändert erhalten sie aber bei positivem Geschäftsverlauf Ausschüttungen aus der Stiftung“, so Wrede.

Der langjährige Co-Geschäftsführer Helmut Schmidt begrüßt die Gründung der Familienstiftung: „Die Stiftung ist ein deutliches Signal für Kontinuität, die eine Berechenbarkeit auf Gesellschafterseite auch in der nächsten Generation schafft.“ Schmidt würdigte in diesem Sinne auch den überproportional hohen Anteil am Holding-Ergebnis, der als Investition in die Zukunftssicherung der Unternehmen Interprint und OKT zurückfließe.

HINTERGRUND

Wrede-Industrieholding blickt auf gutes Geschäftsjahr 2014 zurück

Erste Trend-Zahlen aus der Geschäftsbilanz 2014 stellte gestern die Geschäftsleitung der Wrede-Industrieholding vor. „Die endgültige Bilanz liegt zwar noch nicht vor, doch schon heute können wir sagen, dass die Wrede-Industrieholding im Geschäftsjahr 2014 den Umsatz um 4 bis 5 Prozent auf über 360 Millionen Euro gesteigert hat“, sagt Geschäftsführer Helmut Schmidt.

Zu Wrede gehört der Dekordrucker Interprint mit Stammsitz in Bruchhausen, der Haushaltsartikel-Hersteller OKT mit Sitz in Stemwede bei Osnabrück sowie die Firma Arcolor in Waldstatt (Schweiz). Die Industrieholding verfügte 2014 über zehn Produktionsstandorte in Europa, Asien und Nordamerika und beschäftigt weltweit rund 1600 Mitarbeiter (Stand: Ende 2014). Hierbei kam es im Geschäftsjahr 2014 zu Personalaufbau. Im Bruchhauser Interprint-Werk stieg die Mitarbeiterzahl von 343 (Ende 2013) auf 364 (Ende 2014).