Erzieherinnen begeistern Kinder durch freies Erzählen

Nicht vorlesen, sondern anschaulich erzählen: Bergheimer Kinder freuen sich und gehen voll mit. Dorothea Schrage (rechts) nahm wie Stefanie Siemes (hinten links) und Eva-Marie Bonke (hinten rechts) an der Fortbildung „Erzählwerkstatt Hoffnung“ teil. Die Kita Sonnenhof und die Kita St. Petri Kolpingstraße können sich bald Erzähl-Kita nennen
Nicht vorlesen, sondern anschaulich erzählen: Bergheimer Kinder freuen sich und gehen voll mit. Dorothea Schrage (rechts) nahm wie Stefanie Siemes (hinten links) und Eva-Marie Bonke (hinten rechts) an der Fortbildung „Erzählwerkstatt Hoffnung“ teil. Die Kita Sonnenhof und die Kita St. Petri Kolpingstraße können sich bald Erzähl-Kita nennen
Foto: WP

Neheim/Hüsten..  Es ist ein riesiger Unterschied, eine Geschichte vorzulesen oder sie frei zu erzählen. „Die Aufmerksamkeit der Kinder ist beim freien Erzählen viel größer als beim Vorlesen. Die Jungen und Mädchen fiebern bei einer spannenden Geschichte mit und werden selbst zu kleinen Erzählern“, erzählt Dorothea Schrage, Leiterin des katholischen Kita Sonnenhof auf Bergheim.

Sie hat wie auch die Erzieherin Stefanie Siemes von der Hüstener Kita St. Petri Kolpingstraße und Eva-Maria Bonke, die vor Kurzem von der Kolpingstraße in die Kita St. Elisabeth Moosfelde wechselte, tolle Erfahrungen in der Fortbildung „Erzählwerkstatt Hoffnung“ gesammelt. „Mit der Zertifikats-Übergabe im Spätsommer werden sich der Bergheimer und der Hüstener Kindergarten als erste Kitas im Arnsberger Stadtgebiet ,Erzähl-Kita’ nennen dürfen“, berichtet Dorothea Schrage.

Bald Zertfikat als „Erzähl-Kita“

Das Erzählen von Geschichten ist zwar seit vielen Jahrzehnten sozusagen „Tagesgeschäft“ der Erzieherinnen in den Kindergärten, doch die Fortbildung des Familienbundes Paderborn vermittelte den insgesamt 24 teilnehmenden Erzieherinnen aus dem gesamten Erzbitum Fähigkeiten und Erkenntnisse, die in ihrer täglichen Arbeit in dieser Form bisher noch nicht zum Tragen kamen. Erzählkünstler wie die Brüder Thomas und Markus Hoffmeister aus Sendenhorst zeigten den Erzieherinnen, wie sie ihre Stimme in verschiedenen Lautbildungen, aber auch ihren Körperausdruck (Mimik und Gestik) dazu einsetzen können, in spannender Form Geschichten zu erzählen. Die Erzieherinnen lernten auch, wie sie z. B. Trommeln oder Puppen beim Erzählen verwenden können und so die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich ziehen.

„Die Effekte auf die Kinder sind verblüffend. Die Kinder sind voll bei der Sache“, berichtet Stefanie Siemes über ihre Erfahrungen, die sie bei der Verwendung des Gelernten bereits sammelte. „Die Kinder lernen das konzentrierte Zuhören, sie erweitern aber auch ihre sprachliche Fähigkeiten, wenn sie sich in die Geschichten einbringen“, berichtet Dorothea Schrage von ihren Erfahrungen im „Erzähl-Zelt“, das sie in der Bergheimer Kita eingerichtet hat. Daher sei die Fortbildung auch ein guter Beitrag für die Sprachförderung im Kindergarten.

Eva-Maria Bonke ist auch beeindruckt von der Wirkung des freien Erzählens und betont: „Die Erzieherin lernt keine Texte auswendig. Es geht nicht um originalgetreue Wiedergabe einer Geschichte. Die Story liefert nur Basispunkte, wir können sie nach Belieben ausschmücken, verkürzen oder verlängern - und die Kinder können sich einbringen. Toll.“

HINTERGRUND

Zwei Erzähl-Feste

Die neue Erzähl-Kompetenz in den Kindergärten Sonnenhof und St. Petri Kolpingstraße können alle Interessierten bei Erzählfesten erleben. Hierzu lädt der Bergheimer Kindergarten für Samstag, 20. Juni, von 11 bis 16 Uhr, in seine Einrichtung ein. Am Samstag, 30. Mai, von 13 bis 17 Uhr findet das Erzählfest in der Kita St. Petri Kolpingstraße statt.

Bei den Erzählfesten werden die Erzieherinnen, die an der Fortbildung teilnahmen, an ihrer Arbeitsstätte ihr neues Können zeigen. Ferner wird Erzählkünstler Thomas Hoffmeister-Höfener auf Bergheim und sein Bruder Markus in Hüsten zu Gast sein.