Einsatz für Behinderte: Firma beliefert 400 Eine-Welt-Läden

Edith Malzer mit Filzpantoffeln aus Nepal, die auch zu den Fair-Trade-Produkten des Bruchhauser Großhandels gehören.
Edith Malzer mit Filzpantoffeln aus Nepal, die auch zu den Fair-Trade-Produkten des Bruchhauser Großhandels gehören.
Foto: WP Ted Jones

Bruchhausen..  „Viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können Großes bewegen und das Gesicht der Welt verändern“ - getreu diesem Motto versucht auch Edith Malzer aus Bruchhausen ihren kleinen Beitrag zu leisten, damit die Welt etwas gerechter wird.

Es ist ihr ein Herzensanliegen, dass armen, kranken Menschen in Nepal eine neue Perspektive aufgezeigt wird - allerdings nicht aus Mitleid wohlhabender Europäer, sondern aus Respekt vor ihnen. „Dies verlangt eine Begegnung auf Augenhöhe und ein faires Miteinander“, sagt Edith Malzer. So lag es für sie nahe, in den Fair-Trade-Handel mit Nepal einzusteigen. Aber warum interessiert sich Edith Malzer (geb. Weste aus Voßwinkel) ausgerechnet für Nepal?

Es begann alles Anfang der 1990er Jahre mit einem ehrenamtlichen Eine-Welt-Laden im Bruchhauser Pfarrheim, den Edith Malzer (nach ihrem Umzug nach Bruchhausen) mit ihrer Schwester Maria Hoffmann und der Freundin Beate Lüneburg betrieb. „Es wurden Überschüsse erzielt, die wir über den Verein Nepra der Lepra-Hilfe in Nepal zukommen ließen“, erzählt sie von ihren Anfängen im Fair-Trade-Handel. Den Impuls, Lepra-Kranken zu helfen, gab eine Ausstellung der Fair-Trade-Company „Gepa“. Über den Nepra-Verein erhielt Edith Malzer dann im Jahr 1996 Gelegenheit, an einer großen Veranstaltung der deutsch-nepalesischen Gesellschaft teilzunehmen und gewann bei einer Verlosung den Hauptpreis, eine 14-tägige Reise für zwei Personen nach Nepal.

Schicksalshafte Reise

Die Eindrücke von dieser Reise hatten für sie schicksalshafte Auswirkungen - fast wie die Vorsehung oder das Karma. „Bereits andere Nepal-Reisende hatten erfahren: Wenn du einmal in Nepal warst, kannst du nicht mehr loslassen. So war das auch bei mir. Ich kann es mit Worten schwer beschreiben“, erzählt Edith Malzer. Sie spürt aber auch einen gewissen inneren Hilfe-Impuls, der sie antreibt. Mit fairem Handel will sie Hilfe zur Selbsthilfe in Nepal leisten.

So begann 1997 die Geschichte des Bruchhauser Unternehmens Karma Fair Trade (KFT), das Edith Malzer mit ihrem Ehemann Hans-Joachim führt. Als Großhändler beliefert das Unternehmen heute mittlerweile rund 400 Eine-Welt-Läden in Deutschland mit Waren vorwiegend aus Nepal, aber auch aus Indien. Im Online-Shop unter www.karma-fair-trade.de kann aber auch der Endverbraucher direkt einkaufen. Schließlich gibt es an der Bruchhausener Straße 24 (direkt gegenüber dem Hotel „Zur Post“) einen Eine-Welt-Laden, in dem man auch KFT-Produkte einkaufen kann.

Breites Sortiment

Das KFT-Sortiment ist breit gefächert: von Filzwaren, Schmuck, Spielzeug und Taschen über Geldbörsen und Stuhlkissen bis hin zu Batikkarten, Dekoartikeln und Räucherwerk.

Die Ware stammt von verschiedenen Fair-Trade-Kooperationspartnern, allen voran „New Sadle“ in Nepal. New Sadle beschäftigt vorrangig Behinderte, vor allem geheilte Leprakranke, und ermöglicht ihnen die Wiedereingliederung in ein normales Leben. Im Stadtteil Kapan der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu gründete New Sadle das Areal Baikunthapuri („Himmlische Stadt“). Neben den Werkstätten für Papierherstellung, Weberei, Batik und Schneiderei gibt es hier eine tägliche medizinische Versorgung für Leprabehinderte. New Sadle kümmert sich aber auch um die Kinder der Behinderten. Hierfür gibt es eine Kindertagesstätte und eine Schule. Für die, die nicht mehr arbeiten können, ist ein Altenheim eingerichtet worden.

Im neuen KFT-Katalog sind Fotos vom Besuch Edith Malzers auf dem New-Sadle-Gelände aus dem Jahr 2013 zu sehen. In der nächsten Woche wird die 59-Jährige mit ihren Ehemann sowie Sören Kellermann (Freund von Ediths Tochter) wieder drei Wochen nach Nepal reisen. Wie gesagt: „Wenn du einmal in Nepal warst, kannst du nicht mehr loslassen.“

HINTERGRUND

Präsenz auf einigen Messen

Das Bruchhauser Unternehmen Karma Fair Trade (KFT) war erstmals - an einem Gemeinschaftsstand mit einem anderen Importeur von Fair-Trade-Produkten - auf der Frankfurter Messe „Ambiente“ vertreten. In diesem Jahr wird KFT noch auf Fair-Trade-Messen in Stuttgart, Dortmund und Bonn ausstellen.