DLRG Neheim-Hüsten freut sich über neues Boot

Noch steht das neue Rettungsboot im „Trockendock“ in einer Lagerhalle der Spedition Gössling. Thorsten Oest (links), Max Franksmann (zweiter von links) bringen die letzten Aufbauten an. Moritz sitzt im Boot.
Noch steht das neue Rettungsboot im „Trockendock“ in einer Lagerhalle der Spedition Gössling. Thorsten Oest (links), Max Franksmann (zweiter von links) bringen die letzten Aufbauten an. Moritz sitzt im Boot.
Foto: WP

Neheim..  Am Pfingstsamstag, 23. Mai, um 13 Uhr ist es endlich so weit. Das neue Rettungsboot der DLRG-Ortsgruppe Neheim-Hüsten wird getauft und zu Wasser gelassen. Für das neue Boot hat die Ortsgruppe Spenden gesammelt und kräftig gespart, bis sie endlich das Geld für den Bootsrumpf zusammen hatte. Dann erst wurde das Boot bei der Schlichting Werft in Dassow (Mecklenburg-Vorpommern) bestellt.

„Das Boot wurde extra für unsere Bedürfnisse gebaut. Es ist ein Individualbau, eine Sonderanfertigung“, so Max Franksmann. Am 19. April war es so weit, der Rumpf konnte nach Arnsberg geholt werden. Dann begann die eigentliche Arbeit für die Ortsgruppe. Es musste für den Rettungseinsatz auf dem Möhnesee vorbereitet werden. Da waren die Fähigkeiten der technischen Abteilung unter Leitung von Klaus Franksmann gefordert.

Tachometer, Funkgeräte, Echolot, Positionslichter, Antennentechnik, Unterwasser- und GPS-Sensor mussten eingebaut werden. „Wenn es nur die Armaturen und Geräte gewesen wären, aber die gesamte Verkabelung musste im Rumpf verlegt werden“, betont Thorsten Oest. Der Tank und die komplette Lenkung mit ihrer Hydraulik kamen noch hinzu. Die Kosten mussten so niedrig wie möglich gehalten werden. „Hätten wir die Arbeiten von einem Unternehmen machen lassen, wäre uns das Boot doppelt so teuer geworden“, meint Franksmann.

Digitalfunk nun vorhanden

Neu auf dem Boot ist der Digitalfunk für die Rettungs- und Hilfsdienste im Bereich HSK und Kreis Soest. „Dieser löst den alten Vier-Meter-Funk ab, der trotzdem noch mindestens zwei Jahre parallel betrieben wird“, erklärt Max Franksmann.

Der Zwei-Meter-Funk auf dem Boot bleibt, das ist der interne DLRG-Funk. Seit vier Wochen hat Klaus Franksmann mit seinem Team fast täglich an dem neuen Rettungsboot gearbeitet. Auf dem „Trockendock“ in einer Lagerhalle der Spedition Gössling gab es viel zu tun.

Motor ist 135 PS stark

Am vergangenen Sonntag musste das Boot noch nach Bergkamen in den Yachthafen Marina-Rünte gebracht werden. Hier wurde das Herzstück, die grobe Elektronik (Batterie) und Motor, eingebaut. Der Motor hat 135 PS. „Den mussten wir schon vor zwei Jahren anschaffen, weil uns der alte Motor geplatzt ist. Die Anschaffung hat uns damals ein großes Loch in die Vereinskasse gerissen, da haben uns jetzt die Spenden von Unternehmen und Privatleuten sehr geholfen“, so Oest. Es wurde dann ein modern und energieeffizienter Motor angeschafft, auf dem das neue Rettungsboot genau zugeschnitten ist. „Es ist jetzt ein richtiges Arbeitsboot, dass nicht nur für Kontrollfahrten genutzt wird. Schließlich müssen wir im Durchschnitt bis zu drei Boote am Wochenende vom See ziehen“, betont Franksmann. Wenn das neue Rettungsboot am Pfingstsamstag getauft wird, soll es wie gewohnt den Namen „Möhnesee“ tragen. Es ist das vierte Boot „Möhnesee“ in der Geschichte der DLRG-Ortsgruppe Neheim-Hüsten.

Viertes Boot in Vereinsgeschichte

„Klar könnte es jetzt 4.0 heißen, aber warum“, grinst Oest. Das alte Rettungsboot möchte die Ortsgruppe einer anderen DLRG-Gruppe für kleines Geld anbieten. „Es gibt Gruppen, die keinen Wachdienst organisieren können, weil sie kein Boot haben. Für Kontrollfahrten ist das Boot noch hervorragend geeignet“, so Franksmann.

Nach der Bootstaufe startet das Sommer- und Familienfest der DLRG-Gruppe Neheim-Hüsten am Pfingstsamstag um 15 Uhr an der Rettungswache „Walter Hölters“ in Delecke, Linksstraße 22 am Möhnesee. Kindern wird ein Unterhaltungsprogramm geboten, für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.

HINTERGRUND

Einige Bootsdaten: Leergewicht mit Motor 1050 kg, 5,45 Meter lang, 2,20 Meter breit, Tiefgang 35 Zentimeter, Traglast: 850 kg.


Mit der vierköpfigen Besatzung, darunter auch Taucher und deren Ausrüstung, kommt es fast auf ein Gesamtgewicht von zwei Tonnen. Die Anschaffungskosten für den Bootsrumpf betrugen rund 17 000 Euro.


An Spenden kamen knapp 16 000 Euro zusammengekommen. Ein Teil des Geldes für den Bootsaufbau erhielt die DLRG-Ortsgruppe von der Margot-Propandt-Franke-Stiftung.