DGB-Kampagne: „Mindestlohn nicht umgehen“

Wolfgang Zeh, ehrenamtlicher Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes HSK
Wolfgang Zeh, ehrenamtlicher Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes HSK
Foto: WP

Arnsberg..  Wolfgang Zeh aus Bestwig-Velmede vertritt seit Februar 2012 als ehrenamtlicher Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes HSK insgesamt rund 25 000 Gewerkschaftsmitglieder aus acht angeschlossenen Einzelgewerkschaften (IG BAU, IG BCE, EVG, GEW, GdP, IG Metall, NGG und Verdi).

Bei einem Besuch in der Neheimer Redaktion berichtete der 66-jährige Gewerkschafter über seine gewerkschaftlichen Ziele, die auch durch seinen persönlichen beruflichen Werdegang geprägt wurden.

Wolfgang Zeh arbeitete - bis zu seinem Ruhestand - 39 Jahre bei Honsel in Meschede. Als gelernter Werkstoffprüfer war er als zuletzt als Qualitätsmanager im Walzwerk tätig. 14 Jahre gehörte er dem 19-köpfigen Honsel-Betriebsrat an, in dem die Betriebsräte in der Regel IG-Metall-Mitglied sind. Wolfgang Zeh war als Angestellter aber gewerkschaftlich in der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) verortet, die später in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufging. Rückblickend auf die Arbeit im Honsel-Betriebsrat räumt er ein: „Bei Tarifauseinandersatzungen in der Metallindustrie war es die IG Metall, die die Kollegen, insbesondere im Produktionsbereich, kräftig mobilisierte. Angestellte schauten hinterm Fenster oft zu.“

Ehrenamtlicher Arbeitsrichter

Gleichwohl: Unter Kollegen war Wolfgang Zeh in arbeitsrechtlichen Fragen ein geschätzter Ansprechpartner, denn Zeh war viele Jahre als ehrenamtlicher Arbeitsrichter am Arbeitsgericht Arnsberg und später am Landesarbeitsgericht Hamm tätig. In Hamm bekleidet er diese Funktion noch bis 2017.

Im Gewerkschaftsleben treibt ihn der Kampf gegen Ungerechtigkeiten an. Wie Arbeitgeber den gesetzlich verankerten Mindestlohn umgehen, treibt ihn auf die Palme. Viele Facetten dieser Ungerechtigkeiten sammelt der Deutsche Gewerkschaftsbund bundesweit noch bis zum 31. März auf der Mindestlohn-Hotline 0391 / 4088003. Hier findet zwar keine individuelle Rechtsberatung statt, doch der Fall kann an die in der jeweiligen Branche tätige Einzelgewerkschaft weitergegeben werden.

Werbung für die Mindestlohn-Hotline des DGB wollen Wolfgang Zeh und weitere Gewerkschafter an einem Info-Stand machen, der am Samstag, 28. Februar, von 9 bis etwa 12 Uhr am Glockenspiel in der Neheimer Fußgängerzone (Hauptstraße) aufgebaut ist. Die DGB-Vertreter machen auch auf eine Verdi-Aktion anlässlich des Internationalen Tags der Frauen aufmerksam. So lädt Verdi zusammen mit der Arnsberger Gleichstellungsstelle und dem Verein „Frauen helfen Frauen“ zu einem Frauenfrühstück am Sonntag, 8. März, ab 10 Uhr in den „Landsberger Hof“ in Alt-Arnsberg ein.

Herzensthemen von Zeh sind auch der einen langen Atem erfordernde Kampf gegen Kettenverträge, durch die junge Arbeitnehmer oft kein langfristig planbares Leben führen können, aber auch der von Arbeitgebern reklamierte Fachkräftemangel. Zeh hält dagegen: „Es gibt keinen Fachkräftemangel. Es gibt genügend ältere Fachkräfte, die eine Beschäftigung suchen. Die Betriebe sollte diese Arbeitssuchenden einstellen. Dann muss der Staat auch nicht mehr Arbeitslosigkeit finanzieren.“

HINTERGRUND

Für die DGB-Region Südwestfalen wurden vor drei Jahren die drei Kreisverbände HSK, Olpe und Siegen-Wittgenstein gebildet. Im Februar 2012 wurde Wolfgang Zeh zum HSK-Vorsitzenden gewählt und im September 2013 im Amt bestätigt. Zeh arbeitet ehrenamtlich, um Arbeitnehmerinteressen in der Kommunalpolitik einzubringen und Kampagnen vor Ort durchzuführen.