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Bürgerbus könnte vielen Arnsbergern Leben erleichtern

18.10.2012 | 18:56 Uhr
Bürgerbus könnte vielen Arnsbergern Leben erleichtern
So sieht der Bürgerbus in Sundern aus.Foto: Ted Jones

Arnsberg. Das Bürgerbus-System, das in Sundern schon seit vielen Jahren gut funktioniert und von monatlich bis zu 1500 Fahrgästen gut angenommen wird, soll nach dem Willen der Arnsberger SPD-Ratsfraktion im Herbst 2013 auch in Arnsberg umgesetzt werden.

„Auch wenn Bürgermeister Vogel in der Vergangenheit die Notwendigkeit eines Bürgerbusses nicht sah, hat die SPD-Fraktion nicht locker gelassen und vom Bürgerbus-Verein Sundern eine kostenfreie Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Ergebnis: Ein Bürgerbus ist in Arnsberg realisierbar“, berichtet der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Ralf Bittner. Am 15. November werden nun Politiker aus allen Fraktionen im Planungsausschuss das Projekt konkret beraten. Bürgermeister Vogel betonte am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung, dass er den Bürgerbus nie abgelehnt habe. Er signalisierte prinzipielle Unterstützung für das Projekt.

Haltestelle direkt in der Siedlung

Michael Breier, Geschäftsführer des Bürgerbus-Verbundes im HSK, stellte beim SPD-Pressegespräch die Einzelheiten für das geplante Bürgerbus-System vor. Demnach soll im September/Oktober 2013 das System mit zunächst einem Fahrzeug (mit 8 Fahrgastplätzen) starten. Die Bürgerbus soll zwischen Müschede und Niedereimer verkehren. „Dabei werden Siedlungen, die von der RLG nicht direkt angesteuert werden, von uns direkt vor Ort versorgt“, berichtet Breier. So können Bürger aus den Wohngebieten Müschede-Limberg, Bruchhausen-Hude und Niedereimer-Hude (und ggf. Flammberg und Wennigloh) direkt im Wohngebiet abgeholt und dort auch wieder hingebracht werden. Dies erleichtert z. B. Senioren und jungen Familien ohne Auto den Busverkehr, ergab eine Bedarfsanalyse. Auf der Bürgerbus-Linie sollen „Kaufland“ in Bruchhausen, das „Nass“ und ggf. das Karolinen-Hospital und die Seniorenresidenz Haus Flammberg direkt angesteuert werden. In der Start-Phase soll der Bürgerbus montags bis samstags von 8.30 bis ca. 13 Uhr zwei- bis dreimal zwischen Müschede und Niedereimer verkehren.

An mindestens zwei Werktagen soll der Bus zwischen 14 und 18 Uhr unterwegs sein. Das Bürgerbus-System basiert darauf, dass Bürger ehrenamtlich den Bus fahren. Verantwortlich für den Bürgerbus Arnsberg wäre ein noch zu gründender Verein. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu Taxi-Betrieben. Wir fahren niemand direkt zum Arzt“, betonte Breier. Die RLG unterstütze das Bürgerbus-Vorhaben, denn letztlich könnten mehr Leute RLG-Busse nutzen. Denn man könne mit gleichen Fahrkarten zu identischen Preisen Bürgerbus und RLG-Bus nutzen.

SPD: Das Bürgerbus-System würde die Arnsberger Stadtkasse kaum belasten

Das Bürgerbus-System könnte in Arnsberg eingeführt werden, ohne dass die Stadtkasse nennenswert belastet werden würde, meint SPD-Politiker Ralf Bittner. Die Stadt müsste nur eine Ausfallbürgschaft von 5000 Euro übernehmen für den Fall, dass der neue Bürgerbus-Verein Insolvenz anmelden müsste. Laut Bürgerbus-Machbarkeitsstudie sei dieser Fall aber sehr unwahrscheinlich, weil dies in 15 Jahren, in denen im HSK Bürgerbusse betrieben werden, noch nie passierte.

Der 46 000 Euro teure Bus soll durch 40 000 Euro Landeszuschuss und 6000 Euro Spenden aus dem Verein finanziert werden. Die Betriebskosten (Benzin, Reparaturen, etc.) sollen durch Werbung auf dem Bus und durch Fahrgelder erwirtschaftet werden. Für logistische Kosten, Fahreinsatz-Organisation, gibt es 5000 Euro Lan-
 deszuschuss.

Die Politik muss über das Projekt noch entscheiden.

Martin Schwarz



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