Britischer Investor will sich an WEPA beteiligen
19.02.2010 | 12:06 Uhr 2010-02-19T12:06:00+0100
Arnsberg/Müschede. Frisches Geld für die WEPA: Nach Informationen der WR will sich die britische Pamplona Capital Management mit mehr als 25 Prozent an dem Familienunternehmen beteiligen. Weil das Investment noch nicht in trockenen Tüchern sei, wollte die WEPA gestern dazu keine Stellung nehmen.
Klar ist allerdings: Seit dem 9. Februar informiert das Bundeskartellamt über das laufende Verfahren. Gestern berichtete die deutsche Börsenzeitung, nachdem Anfang der Woche in russischen Medien über die anstehende Beteiligung geschrieben worden war. Danach will die Pamplona Capital Management künftig mehr als ein Viertel an der WEPA halten.
Pamplona ist eine britische Beteiligungsgesellschaft, die seit 2004 in London ansässig ist und eine weitere Niederlassung in der Schweiz hat. Nach Informationen der Börsenzeitung habe der Finanzinvestor „russische Wurzeln”.
Im April vorigen Jahres hatte Pamplona den deutschen Bremsbelaghersteller TMD Friction aus einer Insolvenz übernommen. Weitere Beteiligungen gibt es an Firmen in Großbritannien, Finnland, Spanien und Tschechien.
Hintergrund der geplanten Beteiligung ist offenbar die Übernahme der italienischen Kartogroup durch die WEPA. Mit dem Geld eines Banken-konsortiums aus WestLB, Commerzbank, Unicredit und KfW war die Übernahme erst vor wenigen Wochen abgeschlossen worden. Seit einigen Monaten firmiert die WEPA als Aktiengesellschaft nach europäischem Recht, Aufsichtsratvorsitzender ist Friedrich Merz. Bisher war das Kapital aber noch komplett in der Hand der Gesellschafter der Familien Krengel.
Dass nun ein familienfremder Investor bei WEPA einsteigt, ist nach Ansicht von Branchenkennern kein Grund zur Sorge. Von der Minderheitenbeteiligung verspreche sich WEPA eine Erhöhung der Eigenkapitalquote, die durch die Übernahme der insolventen Kartogroup deutlich zurückgegangen war. Die bessere Finanzausstattung sei nötig beispielsweise bei anstehenden Investitionen in Maschinen und Infrastruktur. Bei einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro sei die Erhöhung des Eigenkapitals dringend erforderlich gewesen, hieß es.
Schon seit längerem war die WEPA offenbar auf der Suche nach einem geeigneten Partner - mehrere Finanzinvestoren konnten die Eigentümerfamilien Krengel und den Aufsichtsrat offenbar nicht überzeugen. Anders die Pamplona - vielleicht auch gerade wegen der europäischen Ausrichtung, die zur neuen europäischen Struktur des Hygienepapierherstellers passt.
Die Minderheitenbeteiligung von mehr als einem Viertel dürfte sich auch auf die Führung des Unternehmens auswirken. Dass Pamplona quasi als „stiller Teilhaber” nur Geldgeber im Hintergrund ist, glauben Branchenkenner nicht. Sollte auch russisches Geld über den Finanzinvestor in die WEPA kommen, könnte sich das positiv bei der Erschließung der osteuropäischen Märkte erweisen, wenn diese Geldgeber in ihrer Heimat „Wege frei machen”.

21:36
Sieht so aus, als gäbe es irrsinnige Mengen Geld.
Nur vielleicht nicht in meinem Portemonai.
13:58
Ein Kapitalrücklfuss kann durch die Erschließung neuer Märkte entstehen, indem dann die Dividenden entsprechend ausfallen.
Die Wepa kann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Frisches Kapital für weitere Vorhaben (technische Entwicklung etc.) und ausserdem der Zugang zu Märkten (Russland) deren Erschließung aus eigenen Kräften viel Zeit und v.a. auch Geld kostet....
12:33
Finanzinvestment?
Das ist eine Heuschrecke ,die das Unternehmen mit den Finanzkosten seines finanziellen Engagements beschuldet.
Noch ein paar Jahre weiter so und uns geht es so wie den Briten.
Die leben auch nur noch flächendeckend vom ungedeckten Geld-drucken und vom Rest -Nordsee-Öl
12:26
Kein Investor investiert Geld in eine Firma, ohne Aussicht auf einen Kapitalrückfluss plus mindestens der üblichen Bankzinsen. Wirft eine Firma eh nichts ab, kann das Ziel nur durch Rationalisierung erreicht werden. Und das geht dann immer zu Lasten der Beschäftigten
11:36
Das gilt es abzuwarten.
11:17
Die WEPA ist und bleibt meiner Einschätzung nach ein langfristig orientiertes Familienunternehmen. Sie musste eben wachsen, um auch langfristig bestehen zu können. Das dafür eine Aufnahme eines Investors nötig sein kann, ist in so einer kapitalintenseiven Branche und bei lauer Kreditvorgabe durch die Banken logisch. Ich sehe dem Schritt zur Sicherung des Unternehmens lobenswert. Wer will schon einen Teil seines Unternehmens abgeben, aber wenn man dafür Arbeitsplätze sichern kann, indem man frisches Kapital bekommt, finde ich den Schritt positiv für alle.
10:54
nur eine Frage der Zeit, wann Standorte geschlossen werden. Hoffentlich nicht Müschede.So ist das mit dem Neoliberalismus und Globalisierung. Hat die WEPA in Müschede überhaupt einen Betriebsrat ? Wenn nicht, leichtes Spiel für neue Pläne.
09:47
Bei Grohe in Iserlohn auch ...
09:31
Bei Froh in Hachen fing es damals auch so an. Zuerst wurde ein Teil - später die ganze Firma an die Finnen verkauft. Nun ist sie völlig zerschlagen.
08:25
Vielleicht bei Fremdgeschäftsführer geführten Betrieben, weil dort die Entscheidungsfindung einfach und die Verantwortung ggü. den Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Familie geringer ist.
Nicht aber bei gewachsenen und lange bestehenden Familienunternehmen wie der Wepa...
Man würde sich ja schließlich nicht den Ast absägen, auf dem man sitzt...