Brennende Säurebehälter bei Umarex lösen Großeinsatz aus

Bergheim..  Ein Brand im Galvanikbereich des Waffenherstellers Umarex hat im Ortsteil Bergheim am Ostersonntagmorgen für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst gesorgt. Eine Gefahr für die Anwohner, erklärte Feuerwehrsprecher Peter Krämer, habe jedoch nie bestanden. Die Polizei hatte vorsorglich per Lautsprecher dazu aufgefordert, die Fenster zu schließen.

Gegen 10 Uhr hatten die automatischen Brandmelder der Firma Alarm geschlagen, ein Anwohner bemerkte zudem Rauchentwicklung aus dem Gebäude. Die Leitstelle alarmierte daraufhin unverzüglich die beiden Hauptwachen und den Löschzug Neheim sowie einen Rettungswagen.

Trupps unter schwerem Atemschutz drangen sofort nach dem Eintreffen in das Gebäude vor und erkundeten die Lage. Nach ersten Feststellungen brannten im Bereich der Galvanik Behältnisse mit säurehaltiger Lösung. Aufgrund der besonderen Gefahrenlage wurde das Alarmstichwort erhöht, in Neheim heulten die Sirenen. Zudem wurden der Fernmeldedienst und der ABC-Zug sowie zwei Pulver-Löschanhänger nach Bergheim gerufen.

Dekontaminationsplatz errichtet

Nach einer gefahrgutspezifischen Erkundung des betroffenen Areals durch die eingetroffenen Spezialkräfte der Wehr, die mit einem Chemikalien-Schutzanzug durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass einige Behälter beschädigt waren und eine zum Teil säurehaltige Flüssigkeit ausgetreten war.

Diese wurde mit Bindemittel abgestreut. Zudem konnte das Zusammenlaufen weiterer Flüssigkeiten und eine unter Umständen damit verbundene gefährliche Reaktion von den Wehrleuten verhindert werden. Außerhalb des Gefahrenbereichs wurde ein Dekontaminationsplatz errichtet, in dem die Einsatzkräfte, die in den betroffenen Bereichen des Werkes gearbeitet hatten, mitsamt Ausrüstung von den Gefahrstoffen gereinigt wurden. Zur Sicherung der Einsatzkräfte wurde zusätzlich zum Rettungsdienst auch die „Schnelle Einsatzgruppe Rettungsdienst“ des Deutschen Roten Kreuzes mit mehreren Fahrzeugen alarmiert. Nach einer Einsatzdauer von rund dreieinhalb Stunden konnte ein Großteil der Feuerwehr-Einheiten wieder in die Standorte einrücken. Der Löschzug Neheim stellte allerdings zusammen mit seiner Gefahrgut-Komponente bis zum Eintreffen einer Entsorgerfirma eine Brandwache vor Ort.

Insgesamt waren rund 95 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Rotem Kreuz und Polizei vor Ort in Bergheim. Die Straße „Donnerfeld“ war während des Einsatzes komplett gesperrt.