Bessere Zahnversorgung im Pflegeheim

Der Neheimer Zahnarzt Dr. Martin Kleine kontrolliert die Gesundheit der Zähne bei einem Besuch der 91-jährigen Paula Dörr in ihrem Zimmer im Neheimer Gesundheits- und Seniorenzentrum „Am Bremers Park“.
Der Neheimer Zahnarzt Dr. Martin Kleine kontrolliert die Gesundheit der Zähne bei einem Besuch der 91-jährigen Paula Dörr in ihrem Zimmer im Neheimer Gesundheits- und Seniorenzentrum „Am Bremers Park“.
Foto: Ted Jones/WP

Neheim.. Im Gesundheits- und Seniorenzentrum „Am Bremers Park“ konnte die medizinische Versorgung der 80 Heimbewohner ein weiteres Mal verbessert werden. Nachdem bereits im Jahr 2013 das Hausarztzentrum Dr. Hans-Heiner Decker & Kollegen im Erdgeschoss des Pflegeheims eine Praxis eröffnet hatte, besteht nun seit Frühjahr 2015 ein Kooperationsvertrag des Hauses „Bremers Park“ mit der Neheimer Zahnarzt-Gemeinschaftspraxis Dr. Martin Kleine / Dr. Wolfgang Strich. Der Vorteil für die Heimbewohner: Ein Zahnarzt kommt nun regelmäßig ins Haus und wirkt hierbei auch vorbeugend im Sinne der Gesunderhaltung der Zähne bzw. zur Vermeidung von körperlichen Erkrankungen, die sich durch kranke Zähne oder durch Probleme mit Zahnersatz ergeben können.

Arbeit mit Zahnprothesen

Die Unterfütterung von locker gewordenen Zahnprothesen oder das Beheben von Druckstellen gehören zur Alltagsarbeit der Zahnarztpraxis Kleine/Strich im Pflegeheim. „Wir können allerdings im Bedarfsfall auch einen Zahn auf dem Zimmer eines Heimbewohners ziehen“, sagt Dr. Kleine. Nicht möglich seien Zahnfüllungen oder die Anfertigung von Kronen, weil hierfür besonderes technisches Gerät notwendig ist.

Thorsten Vlatten, Geschäftsführer des Seniorenzentrums, freut sich über die Kooperation mit der Zahnarztpraxis, wodurch mögliche Zahnerkrankungen oder Probleme mit Zahnprothesen bei der Altenpflege stärker ins Bewusstsein rücken. Denn bei dementiell erkrankten Menschen sind in der Altenpflege Zahnprobleme nicht immer leicht feststellbar. An Alzheimer erkrankte Menschen können plötzlich die Nahrung verweigern, ohne den Grund zu benennen. Dies kann organische Ursachen haben oder vielleicht den simplen Grund, dass das Kauen dem Bewohner Schmerzen bereitet. „Auf die Themen Zahngesundheit und einwandfrei funktionierende Zahnprothesen wollen wir deshalb ab Herbst in Fortbildungen für unser Pflegepersonal intensiv eingehen. Hier wirkt dann auch unsere Kooperation mit der räumlichen nahen Zahnarztpraxis Kleine /Strich an der Neheimer Engelbertstraße“, so Vlatten.

Das Haus „Bremers Park“ ist im Arnsberger Stadtgebiet wohl das erste Pflegeheim, das einen Kooperationsvertrag gemäß der seit 1. April 2014 geltenden neuen Rahmenvereinvereinbarung zwischen Krankenkassen, Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung, Pflegeheim-Trägern und Pflege-Berufsverbänden abgeschlossen hat. Vlatten betont: „Natürlich besteht weiterhin freie Zahnarzt-Wahl für unsere Heimbewohner. Wir fahren Bewohner zu ihrem gewünschten Zahnarzt, sollte ein Hausbesuch nicht möglich sein.“

HINTERGRUND

Die zahnmedizinische Versorgung von Pflegeheim-Bewohnern wird normalerweise dadurch sichergestellt, dass im Bedarfsfall der Bewohner zum Zahnarzt gefahren wird oder ein Zahnarzt zum Hausbesuch kommt. Eine neue bundesweite Rahmenvereinbarung zwischen Krankenkassen, Zahnärzten und Pflegeheimen bietet bessere Versorgungsmöglichketen.

Nach dem Pflegeheim „Am Bremers Park“ werden wohl weitere Heime solche Verträge abschließen. Die Caritas strebt für ihre drei Heime in Arnsberg und Sundern nach den Sommerferien eine solche Vereinbarung an.