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„Bei Kreditvergaben nicht nur an Sicherheit denken“

10.08.2012 | 19:39 Uhr
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„Bei Kreditvergaben nicht nur an Sicherheit denken“
Dr. Volker Verch, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Sauerland, im Gespräch mit der Westfalenpost.

Neheim. Die Neuwahl von Dr. Volker Verch zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Volksbank Sauerland nahm die Westfalenpost zum Anlass, mehr über die Tätigkeit des Aufsichtsrats zu erfahren. Dr. Verch gab auf Anfrage unserer Zeitung Auskunft.

Hintergrund: Aufsichtsräte von Industrieunternehmen und Banken genießen in der deutschen Bevölkerung oft keinen guten Ruf. Denn viele Bürger trauen den Aufsichtsräten nicht zu, dass sie ihre Kontrollfunktion gegenüber dem Unternehmensvorstand und ihre Mitspracherechte bei der strategischen Ausrichtung des Unternehmens in ausreichender Form wahrnehmen. „Was machen die Leute im Aufsichtsrat eigentlich?“, lautet eine von Bürgern häufig gestellte Frage.

Im Gespräch mit der WP nennt Dr. Verch zunächst die beiden grundlegenden Aufgaben des jetzt neunköpfigen Volksbank-Aufsichtsrats: Kontrolle der Vorstandstätigkeit und Mitsprache bei der strategischen Ausrichtung. Er weist dabei das Vorurteil mancher Bürger zurück, dass Aufsichtsratsmitglieder nach kurzer Aussprache im Endeffekt doch nur Vorstandsentscheidungen abnicken. „Das ist bei uns nicht so. Als vor einigen Jahren die Fusion der Volksbank Arnsberg-Sundern mit der alten Volksbank Sauerland geplant war, wurde im Aufsichtsrat das Fusionskonzept intensiv diskutiert. Und das letztlich verabschiedete Fusionskonzept hat dann auch zum Erfolg geführt, wie die heutigen Geschäftszahlen zeigen“, sagt Dr. Verch.

Zu den Kontrollaufgaben des Aufsichtsrates gehört die Beurteilung von Kreditvolumina, die an Kunden vergeben werden sollen. Zur Frage, wie hierbei die Diskussion zwischen Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern abläuft, konnte Verch aufgrund des Vertrauensschutzes gegenüber den Volksbankkunden, aber auch wegen der Nichtöffentlichkeit von Aufsichtsratssitzungen keine detaillierten Angaben machen. Im Prinzip gebe es eine gute Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand, so Verch.

Die Tatsache, dass der 45-jährige Aufsichtsratsvorsitzende hauptberuflich Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte ist, wird in seiner grundsätzlichen Einstellung bei der Vergabe von Darlehen deutlich. „Banken bilden den Blutkreislauf der Wirtschaft und Region. Wenn wir als Bank im Sinne der Region, der Menschen und der Unternehmen agieren wollen, dann müssen wir auch eine gewisse Risikobereitschaft haben. Wenn jede Kreditentscheidung der Bank ausschließlich von Sicherheitsdenken geprägt wäre, dann wäre die Volksbank Sauerland nicht so erfolgreich im Sinne der Menschen und Unternehmen“, sagt Verch. Diese grundsätzliche Aussage zur Kreditbewilligung bezog Verch auf Privat- und Geschäftskunden gleichermaßen, „denn wir sind ja eine Mitgliederbank. Unsere Aufgabe als Genossenschaftsbank ist es, die Mitglieder und die Region zu fördern. Die Risikoabschätzung ist dabei sicherlich die Kunst unseres Geschäfts und wir dürfen sicherlich nicht leichtfertig entscheiden.“

ZUR PERSON:

Dr. Volker Verch, der seit 2002 dem Volksbank-Aufsichtsrat angehört, wurde Anfang Juli 2012 zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Volksbank Sauerland gewählt. Vorgänger Ferdi Beckmann konnte aus Altersgründen nicht wiedergewählt werden. 

Dr. Volker Verch, der hauptberuflich Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte ist, kennt sich auch im Bankwesen aus. Vor seinem Jura-Studium absolvierte Verch, der in Paderborn aufgewachsen ist, bei der Volksbank Paderborn eine dreijährige Lehre zum Bankkaufmann. Schon seit Jahrzehnten ist er Privatkunde mit Konto bzw. Mitgliedschaft bei der Volksbank.

Martin Schwarz

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