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Autor treibt amüsantes Spiel mit Leser

18.11.2011 | 19:53 Uhr
Autor treibt amüsantes Spiel mit Leser
Haimo Hieronymus

Neheim.Haimo Hieronymus hat den Schalk im Nacken. Nun hat der Neheimer Künstler ein Buch über „Die Angst perfekter Schwiegersöhne - ernste Geschichten von Herrn Nipp“ verfasst.

Die Geschichten sind als amüsantes, geistiges Spiel mit dem Leser angelegt. Wer nicht genau liest, kann dem Autor auf den Leim gehen. Dann lächelt Haimo Hieronymus so verschmitzt, wie er es bei der Vorstellung seines Buches häufig im Gespräch mit der WAZ-Mediengruppe tat. Wer ihn aber durchschaut, kann locker zurücklächeln. Dann steht’s Remis in dem von ihm selbst anvisierten „amüsanten Schachspiel im Geiste“ mit dem Leser.

In dem 130-seitigen Taschenbuch hat Haimo Hieronymus zahlreiche kurze Geschichten, Anekdoten und Kommentare zusammengetragen, die er seit Anfang 2011 in lockerer Folge im Internet unter www.kulturnotizen.de veröffentlicht hatte. „Wegen der starken Leserresonanz und der Leserbitte, diese Geschichten mal kompakt als Buch zu veröffentlichen, kam es überhaupt zu dieser Buchveröffentlichung. Ich selbst komme mir nicht als Literat vor“, erzählt Haimo Hieronymus, der vielen Neheimern eher durch seine künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Malerei, Grafik und Objekt bekannt ist. Gleichwohl fühlte sich Hieronymus geschmeichelt, als er nun vom Düsseldorfer Literaturclub für März 2012 zu einer Lesung eingeladen wurde.

Schon aufgrund seines Kunst- und Germanistikstudiums auf Lehramt - Hieronymus ist heute Kunst- und Deutschlehrer am Neheimer St.-Ursula-Gymnasium - hat Hieronymus auch eine enge geistige Verbindung zur Literatur. So hat er schon 24 Künstlerbücher (Kombinationen von Grafiken und Texten) veröffentlich, wobei in drei dieser Künstlerbücher die Texte von A. Weigoni stammten. Nun kommt Hieronymus erstmals mit einem rein literarischen Werk auf den Markt.

Die Geschichten über Herrn Nipp sind sowohl in 3. Person als auch in Ich-Form erzählt. Längere Texte in Ich-Form können den Leser dazu verführen, das Beschriebene als reales Erlebnis des Autors zu verstehen. „Das passiert öfters“, schmunzelt Hieronymus. Der Leser müsse genau lesen und auch aufpassen. So hat Hieronymus niemals durch einen provozierten Unfall einem Schüler zwei Knochen gebrochen, auch wenn in einem Text in Ich-Form davon erzählt wird. „In dem Text wird lediglich ein Jungarchitekt zitiert, der in Ich-Form spricht.“ Die SUG-Schüler können also beruhigt sein ...

Hieronymus beschreibt in den Geschichten von Herrn Nipp Situationen aus dem Alltag. Dabei malt der 42-jährige Künstler gern mit Worten. Da „schreiben können“ auch viel mit „be-schreiben können“ zu tun hat, kann man Hieronymus durchaus literarisches Talent beimessen. Seine malenden Worte in der Geschichte „Wilder Garten“ sprechen für sich.

Das neue Buch von Haimo Hieronymus ist in dem von einigen Künstlern und Autoren gegründeten Non-Profit-Verlag „Das Labor“ erschienen. Der Erstauflage beträgt 500 Exemplare. Ein normales Exemplar kostet 9,80 Euro (eine Teilauflage gibt es mit einem originalen limitierten Holzschnitt, dann ist der Preis höher). Mit dem Erlös des Buchverkaufs soll die Veröffentlichung des Romans „Schimpfen“ von Peter Meilchen (†) ermöglicht werden. Hieronymus’ Buch ist ab sofort im heimischen Buchhandel (Mayersche, CAB, Houtermans) sowie bei der für Sonntag, 20. November, geplanten Eröffnung der „Bogen“-Jahresausstellung erhältlich. Hieronymus ist seit 1995 „Bogen“-Mitglied.

Martin Schwarz

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Kommentare
19.11.2011
05:32
Hinweis auf eine Novität
von MatthiasHagedorn | #1

Zu einem begehrten Sammlerstück hat sich die Vorzugsausgabe von »Die Angst perfekter Schwiegersöhne« entwickelt. Haimo Hieronymus hat das Cover mit einem Holzschnitt versehen. Der Artist verwendet damit eine traditionelle Drucktechnik um eine Graphik zu erzeugen. Zur Herstellung des Druckstocks hat der Künstler von einem glatt gehobelten Holzbrett mit Schneidemessern die nicht druckenden Teile entfernt und die erhabenen Teile danach eingefärbt und abgedruckt. Der Abdruck erfolgt durch eine Druckpresse. Hieronymus schneidet einen Holzblock so, daß eine etwa zwei bis vier Zentimeter starke Platte entsteht, deren Fasern in der Richtung der Bildfläche verlaufen. Am Ende dieses Prozesses bleiben die Linien und Flächen der Zeichnung als Grate, Stege oder Inseln stehen. Bei diesem so genannten Schwarzlinienschnitt wird die Figuration durch schwarze Linien auf weißem Grund gebildet. Den fertige Druckstock färbt Hieronymus mit Druckfarbe ein, was durch Aufdrücken eines faustgroßen, getränkten Ballens geschieht oder häufiger noch durch Überrollen mit einer Walze.

Ausführliche Information ein Artikel im Bücher-Wiki:

http://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/HieronymusHaimo

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