Arnsbergerin bleibt bei Telefon-Abzocke misstrauisch

Marlies Albus übergibt Bürgermeister Vogel den Jahresbericht 2014. Hans-Josef  Vogel dankt der VZ Arnsberg für ihren Einsatz. In der Mitte: Energieberater  Dr. Johannes Spruth.
Marlies Albus übergibt Bürgermeister Vogel den Jahresbericht 2014. Hans-Josef Vogel dankt der VZ Arnsberg für ihren Einsatz. In der Mitte: Energieberater Dr. Johannes Spruth.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Tricks am Telefon werden immer dreister: Die Verbraucher-Zentrale NRW vermeldet immer mehr Beschwerden und hat jetzt Bilanz gezogen.

Arnsberg.. Die Abzocke am Telefon wird immer dreister: Ende Mai hat ein bisher unbekannter Täter, der sich als angeblicher „Rechtsberater Schmidt“ der Verbraucher-Zentrale (VZ) Arnsberg ausgab und unter der Telefonnummer der VZ Arnsberg bei einer Neheimer Seniorin anrief, versucht, dem Opfer 6000 Euro abzuluchsen. Der Versuch scheiterte, weil Frau M. (sie möchte nicht mit ganzem Namen genannt werden) misstrauisch wurde und bei einem persönlichen Besuch in der Beratungsstelle die VZ-Leiterin Marlies Albus einschaltete.

In der Jahresbilanz-Pressekonferenz der Verbraucher-Zentrale Arnsberg für das Jahr 2014 ging Albus auf diesen aktuellen Fall ein. Im Einzelnen lief der Betrugsversuch so ab: Frau M. erhielt daheim einen Anruf, bei dem sich angeblich die Staatsanwaltschaft Düsseldorf meldete und eine Düsseldorfer Vorwahlnummer im Telefon-Display von Frau M. erschien.

Live-Erlebnis wie im Krimi

Der „Vertreter der Staatsanwaltschaft“ machte ihr ein verlockendes Angebot: Sie könne 57 000 Euro aus einem Gewinnspiel erhalten, an dem Frau M. bzw. ihr Mann im Jahr 2010 teilgenommen hatte. Es sei ein außergerichtlicher Vergleich mit dem Gewinnspiel-Anbieter erzielt worden. Ein „Rechtsberater Schmidt“ aus der Verbraucher-Zentrale Arnsberg würde sie gleich noch anrufen. Ein Anruf mit der Nummer der VZ Arnsberg im Telefon-Display ging dann bei Frau M. ein. Doch dieser war vorgetäuscht. Denn dem Täter gelang es technisch, die VZ-Nummer auf dem Telefon-Display des Opfers erscheinen zu lassen.

[kein Linktext vorhanden] Die misstrauisch gewordene Seniorin schaltete Marlies Albus ein, die dann in der Beratungsstelle - wie in einem Krimi - einen weiteren telefonischen Betrugsversuch am laut gestellten Handy von Frau M. live miterlebte. Marlies Albus schaltete zeitgleich die Polizei ein, die das Täter-Telefon leider nicht orten konnte. Der Täter wollte Frau M. überreden, 6000 Euro Bearbeitungsgebühr auf ein Western-Union-Konto zu überweisen, damit sie anschließend die 57 000 Euro aus dem Gewinnspiel erhalten könne. Für mögliche weitere Fälle dieser Art stellt Marlies Albus klar, dass die VZ Arnsberg niemals am Telefon vertragsrechtliche Dinge regeln würde. Es gebe auch keinen „Rechtsberater Schmidt“ bei der VZ Arnsberg. „Betroffene sollten solchen Anrufern keinen Glauben schenken und sofort auflegen“, betont Marlies Albus.

Dramatische Zunahme von Phishing Mails

Innerhalb von drei Jahren haben sich in NRW die Verbraucher-Anfragen zu „Phishing Mails“ verzehnfacht. Die Verbraucher-Zentrale (VZ) NRW registrierte eine Zunahme der Beschweden von 7882 im Jahr 2011 auf über 80 000 im Jahr 2014. „Auch im Zuständigkeitsgebiet der VZ Arnsberg sind die Verbraucherbeschwerden über Phishing Mails rapide gestiegen“, berichtet VZ-Leiterin Marlies Albus.

Viel Beratungsbedarf bestand auch beim Stromanbieterwechsel, bei Problemen mit Telekommunikationsanbietern und im Finanzbereich. Bei Letzterem ging es insbesondere um fehlerhafte Widerrufsbelehrungen in manchen Immobiliendarlehensverträgen. „Einem Mescheder Bürger verhalf unsere Beratung zu einem finanziellen Vorteil von 30 000 Euro“, sagte Marlies Albus in der Jahresbilanz-Pressekonferenz.