Apothekerstraße: Erst saniert, nun wird aufgerissen

Die Gehwege im Geschäftszonenbereich der Apothekerstraße werden wegen der Neuverlegung von Strom- und Gasleitungen in diesem Jahr abschnittsweise aufgerissen. Die Fahrbahn bleibt frei befahrbar.
Die Gehwege im Geschäftszonenbereich der Apothekerstraße werden wegen der Neuverlegung von Strom- und Gasleitungen in diesem Jahr abschnittsweise aufgerissen. Die Fahrbahn bleibt frei befahrbar.
Foto: WP Ted Jones

Neheim..  Für Aufregung unter Neheimer Geschäftsleuten sorgt die Ankündigung von RWE-Westnetz, ab Anfang März abschnittsweise die Gehwege vor den Wohn- und Geschäftshäusern an der Apothekerstraße zwischen Schwester-Aicharda und Möhnestraße aufzureißen, um neue Strom- und Gasleitungen sowie ein Leerrohr für ein mögliches späteres Glasfaserkabel zu verlegen.

Anlass der Bauarbeiten ist die notwendige Steigerung der an der Apothekerstraße vorhandenen Stromkapazität. „Sollte noch ein weiteres neues Geschäftshaus an der Apothekerstraße entstehen, reiche die Stromkapazität nicht aus“, berichtete im Bezirksausschuss Wolfgang Schomberg, Straßenbauchef bei den Stadtwerken Arnsberg, unter Hinweis auf RWE Westnetz. Die Bezirkspolitiker reagierten auf die Westnetz-Ankündigung mit Erstaunen. Die Frage, warum Westnetz nicht schon vor zehn Jahren für deutlich höhere Stromkapazitäten an der Apothekerstraße gesorgt habe, konnte Schomberg nicht beantworten.

So fragte unsere Zeitung den Pressesprecher der Westnetz GmbH in Arnsberg, Wieland Dierks. Er erklärte: „Der stark gestiegene Energiebedarf an der Apothekerstraße ist vor zehn Jahren nicht vorhersehbar gewesen.“ Wenn jetzt das Gehwegpflaster zur Verlegung leistungsstarker Stromkabel aufgehoben werde, solle in einem Arbeitsgang auch das Gasnetz verstärkt werden.

Zum baulichen Verfahren erläuterte Dierks zunächst die einzelnen Bauabschnitte auf der Apothekerstraße. Zunächst werden die zurzeit laufenden Bauarbeiten an der Apothekerstraße im Bereich Schulstraße/Schwester-Aicharda-Str. bis Ende Februar abgeschlossen. In der nächsten Bauphase ist der Abschnitt der Apothekerstraße zwischen Schwester-Aicharda-Straße und Oberstraße von Anfang März bis Anfang April betroffen. Die Arbeiten auf der Apothekerstraße zwischen Oberstraße und Karlstraße dauern dann von April bis voraussichtlich Anfang August. Der Bauabarbeiten auf der Apothekerstraße von Karlstraße bis Möhnestraße erfolgen von August bis November.

Nach einer Winterpause ist für Frühjahr 2016 der restliche Bauabschnitt bis Kleine Schobbostraße geplant.

Die asphaltierte Fahrbahn der Apothekerstraße muss für die Bauarbeiten nicht aufgerissen werden. Von der Verlegung der neuen Leitungen sind nur die Gehwege betroffen.

Straße wird nicht gesperrt

In den einzelnen Bauabschnitten wird jeweils zunächst nur ein Gehwegbereich aufgerissen, mit neuen unterirdischen Leitungen versehen und dann wieder zugepflastert. Danach kommt der Gehwegbereich auf der anderen Straßenseite dran. Die Fahrbahn bleibt für Pkw- und Lkw-Verkehr weiterhin befahrbar. Die Straße wird nicht gesperrt. Projektleiter für die Westnetz GmbH ist Stefan Volpert, der Anliegern vor Ort auch Infos geben wird. Manche Anlieger der Apothekerstraße werden von der Westnetz-Ankündigung überrascht sein. Annegret Schröder vom Weinhaus Schröder hatte es allerdings schon gehört. Sie meint: „Was soll man machen? Ausreichend Strom ist natürlich nötig. Aber es gilt auch: Jede größere Baustelle geht zulasten des Umsatzes der Geschäfte.“

HINTERGRUND

Aktives Neheim wurde im Herbst 2014 informiert

Ein Vertreter von RWE-Westnetz hat im Herbst 2014 den Verkehrsverein Aktives Neheim über die auf der Apothekerstraße ansthende Baumaßnahme informiert. „Dabei ist aber nur dei grundsätzliche Baumaßnahme dargelegt, aber kein Bauzeitenplan genannt worden“, betont Neheims City-Manager Conny Buchheister. „Von der jetzigen plötzlichen Umsetzung der Maßnahme bin auch ich überrascht.“

Buchheister versucht die Gemüter zu beruhigen und verweist auf die Westnetz-Erklärung vom Herbst 2014, wonach „die Behinderungen auf ein unausweichliches Maß beschränkt blieben“.