Anwohner des Mühlenbergs klagen ihr Leid
04.02.2010 | 08:35 Uhr 2010-02-04T08:35:00+0100
Hüsten. Als das Röhrtal noch war, was es einmal war, ging es ruhiger auf dem Hüstener Mühlenberg zu. Kleinbahnstraße, Eisenbahn und die Autobahn waren zwar schon zu hören, doch mit der B229n rückte der Lärm näher.
„Hier muss was passieren”, sagt auch Bezirksausschussvorsitzender Günter Goßler. Viele Anwohner waren schon an ihn herangetreten und hatten ihr Leid geklagt. Vor allem der südliche Bereich des Wohngebiets fühlt sich stark betroffen.
Keine erwünschte Wirkung
Eine erste Anfrage der Stadt beim zuständigen Landesbetrieb „straßen.nrw” zeigte nicht die erwünschte Wirkung. Nun aber wird die Verwaltung noch einmal aktiv werden müssen. Die Politik trägt eine Beschlussvorlage in den Haupt- und Finanzausschuss, nach der die Lärmsituation durch die B229n am Mühlenberg noch einmal geprüft werden soll. Zudem soll erörtert werden, welche Mittel zur Lärmreduzierung möglich sind und was bisherige Maßnahmen gebracht haben.
„Die Sache wird damit wohl weiter gedreht”, kündigt Stadt-Sprecher Dirk Hammel an. Die Verwaltung war aber auch zuletzt schon nicht untätig gewesen: Unterhalb des Mühlenbergs — der B229n-Abschnitt gilt als Wohnbebauung und ist somit ordungsbehördlich städtischer Zuständigkeitsbereich — nutzte die Stadt vor einigen Wochen ihren Handlungsspielraum und reduzierte die Geschwindigkeit auf 70 km/h.
Bürgerklagen wegen subjektiv empfundener erhöhter Lärmbelastungen auf dem Mühlenberg hatten die Stadtverwaltung schon im Herbst eine Anfrage an „straßen.nrw” stellen lassen. „Darauf hin haben wir die bestehenden Lärmschutzvorrichtungen noch einmal unter die Lupe genommen und alles neu durchgerechnet”, erklärt Rudolf Heupel von „straßen.nrw”. Dabei ging es auch darum, ob die entsprechenden Vorgaben der Planfeststellung beim Bau der 229n technisch exakt umgesetzt wurden.
Lärmschutzvorrichtungen und Geschwindigkeit
Die Experten des Landesbetriebs berechnen so etwas am Schreibtisch unter Berücksichtigung von Lärmschutzvorrichtungen, Asphaltart, Geschwindigkeit und Topografie und werten die Situation nicht per Ohr direkt auf dem Mühlenberg aus. Lärmmessungen, so Heupel, wurden nicht vorgenommen.
Lärmtechnische Berechnungen decken sich aber nicht immer mit subjektiver Wahrnehmung betroffener Anwohner. Eine durchgängige Lärmschutzwand gibt es entlang der B229n auch zum Mühlenberg hin — sie variert in der Höhe zwischen 2,00 m und 2,75 m, endet aber an der sogenannten Mühlenbergbrücke. „Wir haben den Planfeststellungsbeschluss korrekt umgesetzt”, sagt Rudolf Heupel. „Straßen.nrw” sähe daher keinen akuten Handlungsbedarf. Es sei denn, die Stadt Arnsberg und die Politik bringen den Ball noch einmal neu ins Spiel.

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