Anwohner ärgert sich: „Neues Schild hilft uns nicht viel“

Anke Alteköster, Anwohnerin der Stichstraße Graf Gottfried Str
Anke Alteköster, Anwohnerin der Stichstraße Graf Gottfried Str
Foto: WP Ted Jones

Neheim..  An der Graf-Gottfried-Straße gibt es weiterhin Ärger um die schlechte Sicht auf den fließenden Verkehr, wenn man aus der Stichstraße „Graf-Gottfried-Straße 102-114“ auf die Hauptverkehrs-Achse „Graf-Gottfried-Straße“ einbiegen will. Seit sechs Jahren (!) kämpfen Anwohner der Stichstraße vergeblich um einen Verkehrsspiegel, der gegenüber der Stichstraßenausfahrt angebracht werden soll. Auch nach Ortsterminen lehnte die Stadtverwaltung einen Verkehrsspiegel stets ab, weil dieser Spiegel die Autofahrer dazu verleiten könnte, zu schnell aus der Ausfahrt zu kommen und dabei mit Fußgängern zu kollidieren, die hinter einer Hecke herkommend plötzlich auf dem Gehweg die Ausfahrt der Pkw kreuzen könnten.

Kommunalpolitik eingeschaltet

Danach schalteten die Anwohner die Kommunalpolitik ein. Mit dem Vorsitzenden des Neheimer Bezirksausschusses, Klaus Humpe, gab es einen weiteren Ortstermin. Doch die Stadtverwaltung blieb bei ihrer gegen den Spiegel gerichteten Argumentation, die für die Anwohnern aber nicht einsichtig ist. Denn im Arnsberger Stadtgebiet müssten viele schon vor Jahrzehnten montierte Verkehrsspiegel abgebaut werden, würde man der Argumentation der Stadt folgen. Beispiel: Einmündung Damaschkestraße / Schwarzer Weg auf Bergheim. Ein gleicher Fall (mit Hecke und Fußgänger) wie an der Graf-Gottfried-Straße, aber hier beabsichtigt die Stadt nicht, den Spiegel zu demontieren. Hier gilt das Recht eines Altfalls, bei Spiegel-Neuaufstellungen berücksichtigt die Stadt dagegen verkehrsrechtliche Sichtweisen, die auf neuen Studien basieren.

Nach Kompromiss dauert Ärger an

Nach nunmehr sechsjähriger Debatte an der Graf-Gottfried-Straße soll nun eine Kompromiss-Lösung die Gemüter beruhigen. Um die Sicht auf den fließenden Verkehr zu verbessern, wurde der vorderste Parkplatz in der langen Parkreihe vor der Stichstraße in einen Motorrad-Parkplatz umgewidmet. Doch es ist rechtlich nicht möglich, einen Sperrpfosten auf einer Parkfläche aufzustellen, um zu verhindern, dass Autofahrer den Krad-Parkplatz als Pkw-Stellfläche missbräuchlich nutzen.

Die Verwaltung hat den Anwohnern zwar zugesagt, verstärkt dort zu kontrollieren und Missbrauch zu ahnden, „doch spätabends und an Wochenenden, wenn die Überwachungskräfte nicht unterwegs sind, steht - wie am vergangenen Freitag, Samstag und Sonntag wieder ein Auto auf dem Kradparkplatz“, berichtet Anwohner Klaus Alteköster. „So hilft uns das Schild ,Kradparktplatz’ nicht viel. Besser wäre es, das Krad-Parkplatzschild zu demontieren und den vordersten Parkplatz abzupollern - so wie dies in Alt-Arnsberg an der Einmündung Feauxweg / Hellefelder Straße passiert ist.“

HINTERGRUND

Das Problem am Stichweg Graf-Gottfried-Straße 102-114 besteht seit 2009, als die Verkehrsachse Graf-Gottfried-Straße mit Fahrradstreifen, Gehwegen und Parkbuchten neu gestaltet wurde. Dabei wurde die Ausfahrt aus dem Stichweg etwas zurückgesetzt. Insbesondere wenn größere Fahrzeuge auf dem Parkstreifen stehen, ist für Fahrer aus der Stichstraße die Sicht nach links sehr eingeschränkt.