Angehende Diakone wollen auf die Menschen zugehen

Lukas Schröder, Jonas Klur und Christoph zu Bentheim (von links) werden am 25. April in der Hüstener Petrikirche zu Diakonen geweiht. Schröder ist seit Oktober 2014 Gemeindepraktikant in Hüsten.
Lukas Schröder, Jonas Klur und Christoph zu Bentheim (von links) werden am 25. April in der Hüstener Petrikirche zu Diakonen geweiht. Schröder ist seit Oktober 2014 Gemeindepraktikant in Hüsten.
Foto: WP

Hüsten..  Priesteramtskandidaten sind heute eine Seltenheit im Erzbistum Paderborn. In den vergangenen Jahren wurden im Paderborner Dom zu Pfingsten jeweils drei bis fünf Männer zu Priestern geweiht. Als der heutige Hüstener St.-Petri-Pfarrer Dietmar Röttger vor 22 Jahren zum Priester geweiht wurde, standen neben ihm noch weitere 20 Männer, die dieses Sakrament empfingen.

Nun hat Dietmar Röttger seit Oktober 2014 den 24-jährigen Gemeindepraktikanten Lukas Schröder auf dem Weg zum Priesterberuf begleitet. Der Pfarrer freut sich, dass Lukas Schröder zusammen mit Christoph zu Bentheim und Jonas Klur, zwei weiteren Priesteramtskandidaten aus Praktikumsgemeinden in Dortmund bzw. Unna, am Samstag, 25. April, um 10.30 Uhr in der Petrikirche von Weihbischof Matthias König zum Diakon geweiht wird.

Diakonat in Praktikumsgemeinde

Diese zentrale Diakonenweihe auf Erzbistumsebene findet seit einigen Jahren nicht mehr in Paderborn, sondern in einer der Praktikumsgemeinden, die anschließend auch Diakonatsgemeinde des Priesteramtskandidaten sein wird, statt. Die Priesterweihe erfolgt weiterhin am Samstag vor Pfingsten im Paderborner Dom. Im Falle der drei jungen Männer, die in Hüsten zum Diakon geweiht werden, würde sich deren Priesterweihe im Mai 2016 in Paderborn anschließen.

Unsere Zeitung hatte Gelegenheit, mit allen drei angehenden Diakonen über ihre Berufserwartung zu sprechen - in einer Zeit, in der ansonsten insbesondere viele junge Leute der Amtskirche distanziert gegenüberstehen und den Sonntagsgottesdiensten fernbleiben. Alle drei jungen Männer wissen natürlich, dass sie in ihrem späteren Berufsleben als Vikar/Pastor/Pfarrer nicht „der Retter ihrer Gemeinde“ in einer allgemeinen kirchlichen Umbruchphase sein können. Dies würde eine einzelne Person sicherlich auch überfordern.

Den Ansatzpunkt, um mit jungen Leuten wieder ins Gespräch zu kommen, sehen die angehenden Diakone in dem gesellschaftlichen Phänomen, dass viele Menschen auf der Suche nach Orientierung sind. Sie suchen nach Werten, die dem Leben Halt und Richtung geben können. „Diese Gottessuche habe ich in meiner Hüstener Praktikumszeit in manchen persönlichen Begegnungen mit den Menschen auch erlebt“, berichtet Lukas Schröder. Als Diakon und Priester möchte er - wie auch die beiden anderen Priesteramtskandidaten - auf die Menschen zugehen und sie bei der Suche nach Orientierung und nach Gottes Nähe begleiten. Umgekehrt hat Schröder aber auch eine Stärkung des eigenen Glaubens erfahren - „das passierte zum Beispiel im Gespräch mit älteren Gemeindemitgliedern“, erzählt Schröder.

HINTERGRUND

Die Diakonenweihe (25. April, 10.30 Uhr, Petrikirche) können alle Interessierten miterleben. Verwandte, Freunde und Bekannte der neuen Diakone sowie Kirchenvertreter treffen sich anschließend zu einem Empfang in der Hüstener Schützenhalle. Die Weihe-Tag endet mit einer Vesper um 15 Uhr in der Petrikirche.

Der angehende Diakon Christoph zu Bentheim (36) stammt aus einem Dorf im Münsterland und leistet sein Diakonat in St. Urbanus Dortmund. Lukas Schröder (24), der in Verl und Bielefeld aufwuchs, bleibt fürs Diakonat in Hüsten. Jonas Klur (27), der aus Wenden stammt, wird als Diakon in St. Katharina Unna tätig sein.