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163 Mitarbeiter von Selecta aus Arnsberg verlieren ihre Arbeit

01.11.2012 | 09:28 Uhr
163 Mitarbeiter von Selecta aus Arnsberg verlieren ihre Arbeit
In einer Betriebsversammlung in Arnsberg-Bruchhausen wurden die Selecta-Mitarbeiter über das „Aus“ informiert. 163 Mitarbeiter verlieren ihren Job.Foto: Ted Jones

Arnsberg-Bruchhausen.   Kein Feiertag für die Mitarbeiter der zahlungsunfähigen Laden- und Innenausbaufirma Selecta aus Arnsberg-Bruchhausen. Zum Stichtag 1. November wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Großteil der 163 Mitarbeiter wird zeitnah freigestellt, eine Restbelegschaft von etwa 30 Beschäftigten wickelt bis Jahresende Restaufträge ab, dann ist Schluss.

Verärgerung, Resignation, Unverständnis, Enttäuschung - die Gefühlsregungen der Selecta-Belegschaft, die sich Mittwochnachmittag im Verwaltungstrakt des Unternehmens versammelt  hatten, waren vielfältig. Sie mündeten in die Frage: „Wo ist die Geschäftsführung, haben die uns denn nichts zu sagen?“

Es war Andreas Schoß, der in Abwesenheit von Geschäftsführer Christian Kampwirth das deprimierende Ergebnis der wochenlangen, intensiven Bemühungen um neue Investoren verkündete. „Keine ernsthaften Interessenten“, erklärte der Insolvenzverwalter der „Selecta Werk GmbH“, einer der beiden Sparten der zahlungsunfähigen Laden- und Innenausbau-Firma . Die Folge: Das Insolvenzverfahren wird mit Stichtag 1. November eröffnet. Der Großteil der 163 Mitarbeiter wird entlassen, etwa 30 Beschäftigte wickeln bis Jahresende Restaufträge ab.

Finanzielle Schieflage entstand 2007

Die finanzielle Schieflage begann Ende 2007: Verträge mit einer Großwerft brachten der mit großen Schiffs-Innenausbauten befassten „Selecta Objekt- und Ladenbau GmbH“ in vier Jahren Verluste in Höhe von 9 bis 10 Millionen Euro ein.

Andreas Schoß ist Insolvenzverwalter der Selecta Werk GmbH in Arnsberg.Foto: Ted Jones

„2010 hatte diese Gesellschaft noch ein Guthabenkonto von 1,3 Millionen Euro“, so Andreas Schoß, „doch 2011 war das ganze Festgeld weg.“ Die Verluste seien beiden Gesellschaften zum Verhängnis geworden, weil man „nicht stringent getrennt“ habe.

Seriöse Interessenten haben abgewunken

Der Jurist will eine ähnlich überraschende Wendung wie im Fall Berndes nicht ausschließen, ist aber skeptisch. Seriöse Interessenten hätten abgewunken, weil zu viel Geld nötig gewesen wäre. „Ich spreche nach wie vor mit jedem der Interesse hat“, lässt Schoß ein Hintertürchen offen, „doch sie müssten sich zügig melden, im Dezember wäre es wohl bereits zu spät.“ Zumal sich die Vertriebsmitarbeiter bereits größtenteils umorientiert hätten.

Den übrigen Mitarbeitern macht er Mut: „Der Qualifizierungsstand der Belegschaft ist sehr gut.“ Besonders die Architekten, Techniker und Diplom-Ingenieure dürften auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen haben. Mitarbeiter der Agentur für Arbeit boten am Mittwoch vor Ort ­erste Gespräche an.

Torsten Koch


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