Senioren lieben mobile Kegelbahn
03.08.2010 | 20:15 Uhr 2010-08-03T20:15:00+0200
Nachrodt .Die mobile Kegelbahn, die ins Haus kommt, ist der Hit. „Fitness und Spaß für Jung und Alt. Das bieten unsere Kegelbahnen aus Holz“, sagt Tischlermeister Helmut Kruse. In Nachrodt steht seine zehnte Anlage zur Auslieferung bereit.
Aus dem Ellen-Scheuner-Haus in Altena kam vor vier Jahren der Anstoß für das Projekt. „Die Heimbewohner wollten gerne kegeln. Viele Lokale mit Kegelbahnen sind jedoch für alte, gehbehinderte Menschen schwer erreichbar“, erzählt Helmut Kruse. So entstand die Idee von der Kegelbahn, die ins Haus kommt.
Seither wird die mobile Kegelbahn vom Tischlermeister und seinem Team standardmäßig in einer Länge von bis zu neun Metern hergestellt. Passende Kegel und Kugeln liefert der Betrieb samt handlichem Transportwagen gleich mit. Die Bahn aus verleimten Birkenholz besteht aus mehren Modulen, die zusammengelegt und dann durch Schnappverschlüsse fixiert werden. Auf der Oberfläche aus Klarlack rollen die Kugeln munter in Richtung der Kegel. Zwei Prallschutzkissen fangen sie am Ende auf.
Pudelgosse gibt es nicht
Bei den Kruse-Bahnen steht der Spaß im Mittelpunkt. Sie erinnern an alte Holzkegelbahnen aus früherer Zeit in urigen Landgasthöfen. „Für Sportkegler ist unsere Anlage nicht geeignet“, schränkt Helmut Kruse das Einsatzgebiet etwas ein. Die von allen Keglern gefürchtete Pudelgosse gibt es natürlich. Sie erfüllt bei Kruse gleich zwei Funktionen: Ungenaue Würfe landen darin und der Kegeljunge am Ende der Bahn schickt durch die Gosse die Kugeln zurück zu den Spielern. Der Helfer ist nötig, denn es gibt keine Automatik zum Aufstellen der umgeworfenen Kegel. Für den Auf- oder Abbau der mobilen Anlagen veranschlagt der Erbauer knappe fünf Minuten.
Im Altenaer Seniorenhaus haben die Bewohner ganz viel Spaß mit der Maßarbeit aus dem Nachrodter Handwerksbetrieb. Das hat sich schnell herumgesprochen. Dem ausgelieferten Prototyp folgten weitere Bahnen in Altenheimen. Kruse-Bahnen stehen schon in Neuenrade, Iserlohn und Nachrodt.
Anfragen aus ganz Deutschland
Dann kamen Anfragen aus ganz Deutschland. Mittlerweile wird auch in Wengern, Bochum, Schwerin und Itzehoe auf Holzelementen aus Nachrodt gekegelt. Die zehnte Bahn geht nach Wilster in der Nähe von Itzehoe. Anfragen gibt es aus Hamburg und Berlin. „Neben Alten- und Pflegeheimen eignen sich unsere Bahnen zum Beispiel für Kindergärten und Gaststätten“, erklärt Schreinergeselle Andrej Mezler.
Die Kapazität des Familienunternehmens ist begrenzt. „Mit vier Wochen Produktionszeit muss ein Kunde rechnen“, sagt Tischlermeister Kruse. Schließlich übernimmt der im Jahr 1935 von Eberhard Kruse gegründete Handwerksbetrieb Aufträge aller Art aus den Bereichen Innenausbau sowie Bau- und Möbelschreinerei.
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