Perthes-Bauleiter zieht Notbremse
16.02.2010 | 21:35 Uhr 2010-02-16T21:35:00+0100
Nachrodt-Wiblingwerde. Baustopp am neuen Pertheshaus auf dem Grundstück zwischen Geschwister-Scholl- und Kampstraße: Pertheswerk-Bauleiter Rolf Völker hat die Notbremse gezogen.
Er will den Stillstand nutzen, um Planungs- und Baumängel mit Hilfe eines Sachverständigen zu dokumentieren. Ein entscheidender Ortstermin dafür hat gestern auf der Baustelle stattgefunden.
„Auf einen Schlag sind Ende letzter Woche alle Arbeiter abgerückt”, hat ein Anlieger der größten Baustelle in der Doppelgemeinde beobachtet. Schnell brodelte die Gerüchteküche. Sogar Finanzprobleme des Bauherrn wurden vermutet. Nichts davon stimmt: „Wir wollen unseren Bewohnern ein qualitativ hochwertiges Umfeld bieten. Dieses müssen wir in unserem Neubau jetzt sicherstellen”, begründet Bauingenieur Völker den vorläufigen Stopp. Dem bislang zuständigen Architekten hat das Pertheswerk gekündigt. Die Einarbeitung einer neuen Bauleitung ist vorgesehen.
Gebäude in
extremer Hanglage
Das Seniorenwohnheim in extremer Hanglage stellt für Planer offenbar eine besondere Herausforderung dar. „Die Planung stimmte in einigen Bereichen nicht. Wir verschaffen uns jetzt einen Überblick und reagieren dann”, so Rolf Völker. Mängel werden dokumentiert und mögliche Schadensersatzansprüche geprüft. All das kostet Zeit. Wann der Innenausbau weiter geht, kann der Perthes-Mitarbeiter daher nicht genau sagen. Geplant war der Bezug des Hauses in diesen Sommer.
„Auf gar keinen Fall ist eine Bauruine zu befürchten. Auch ein Teilabriss ist keinesfalls vorgesehen”, wendet sich Rolf Völker an beunruhigte Nachbarn, die bislang Baulärm und Verkehr tapfer ertragen haben. Im Moment wird der Rohbau schon beheizt, um Frostschäden zu vermeiden und um die Anlage für den weiteren Ausbau und den späteren Bezug zu trocknen.
„Nur wenn wir jetzt gegensteuern, können wir spätere Reparaturarbeiten und damit eine zusätzliche Belastung für die Bewohner des Hauses und für die Nachbarschaft vermeiden”, erklärt Rolf Völker. Eine Sanierung komme am Ende immer teurer, als die Behebung der Baumängel während der Neubauphase, so der Perthes-Mitarbeiter aus Münster.
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