Mit Richtfunk schneller ins Internet
12.02.2010 | 17:46 Uhr 2010-02-12T17:46:00+0100Nachrodt-Wiblingwerde. Um die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung mit Breitbandnetz ging es am Donnerstag bei der Infoveranstaltung der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK).
Fachbereichsleiter Jürgen Röll nahm für die Doppelgemeinde an dem Termin teil. Sein Sorgenkind: Das Höhengebiet mit Wiblingwerde und Veserde.
Dort leiden Internetnutzer unter einem vorsintflutlich langsamen Datenaustausch. Das für eine schnelle Informationsübertragung notwendige Breitband fehlt. Bis Mitte letzten Jahres sah es so aus, als würde die Telekom auf eigene Kosten ein Kabelnetz erstellen. „Der Vertrag war unterschriftsreif. Wegen eines Sparprogramms hat die Telekom aber einen Rückzieher gemacht”, so Jürgen Röll.
Intensiv hat die Gemeinde anschließend nach Versorgungsalternativen gefahndet. Fündig geworden ist sie bei einem Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Lüdenscheid und Iserlohn, das eine Datenübertragung per Richtfunk anbietet. Die Funkpeilmessung im Höhengebiet ist inzwischen erfolgt. Ergebnis: Eine Verbesserung der Datenübertragung ist möglich.
Allerdings bewegt sich die Kapazität mit vier bis sechs Megabite in einem Bereich, der aktuell absolut keinen Spitzenwert darstellt. Außerdem sind die vom Umsetzer auf dem Lohagen abgestrahlten Funksignale nicht überall zu empfangen. So bleiben Hinterveserde und in Wiblingwerde die Gebäude unterhalb der Landstraße außen vor. Herlsen und Eilerde dagegen würden versorgt.
Christoph Brünger, Leiter des SIHK-Geschäftsbereichs Standortpolitik, bewertete den Einsatz der Funktechnologie als „Zwischenlösung”. Besser sei es, die Infrastruktur für breitbandiges Glasfaserkabel zu schaffen. Mit Blick auf Wiblingwerde räumte Brünger aber ein: „Da eine einheitliche Lösung für alle Regionen nicht realisierbar sein wird, müssen sich Kommunen an ihren jeweiligen regionalen Begebenheiten orientieren.”
„Wir warten jetzt auf das Telemark-Angebot. Sobald es vorliegt und klar ist, ob und in welcher Höhe sich die Gemeinde beteiligen muss, werden wir das Thema in den Fachausschuss bringen”, informiert Jürgen Röll. Klar ist aber auch: Um Zuschüsse für die Datenautobahn zu bekommen, muss die Gemeinde das Projekt ausschreiben. Das würde zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen.
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