Letztes Gastspiel für die Kunst
05.12.2008 | 18:10 Uhr 2008-12-05T18:10:00+0100
Wiblingwerde. „Gemütlich und familiär war's”, sagt Anno Foller. Gestern packte er seine Ausstellungsbilder erst in Knackfolie und dann ins Auto. Zuhause im Wald bei Veserde hat er sie nicht wieder an die Wand gehängt. Er hat nämlich Neues gemalt – „Organisches in Grün”, sagt er.
Die Verweildauer der Arbeiten von Anno Foller und Felix Naubur im Bürgerhaus Wiblingwerde war auf zwei Wochen begrenzt.
Jetzt ist Schluss mit lustig – und mit der Kunst in Wiblingwerde. Die Gemeinde hat das Bürgerhaus verkauft. Dort soll ein Pensionsbetrieb entstehen.
Früher gab's im Bürgerhaus mal die Kleine Galerie, die hatte einen Namen. Foller und Naubur, die unangepassten Zeitgenossen, der Ältere aus Veserde, der Jüngere aus Hohenlimburg, sind die letzten, die dort ausstellten. Für sie war's ein Spaß, ihre Arbeiten zu zeigen. „Und die Location war super”, sagt Felix Naubur. Der 23-Jährige hat eine Fotografenausbildung. Allein schon desalb soll seine nächste Ausstellung etwas mit Fotografie zu tun haben. Er sichtet zurzeit schwarz-weiße Aufnahmen. Und rahmen muss er sie natürlich auch erst.
Für Anno Foller war die Ausstellung „eine therapeutische Veranstaltung gegen die November-Tristesse”. Foller und Naubur waren als Aufsichtspersonen bei der Ausstellung gefragt.
Da es im Bürgerhaus keinen Hausmeister gibt, wechselten sich die beiden Männer von mittochs bis sonntags mit dem Schlüsseldienst ab.
Eine gute Gelegenheit, mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Eine kunstbeflissene Dame aus Wiblingwerde war übrigens ein nachmittäglicher Dauergast, interessiert und lebhaft. Am Mittwoch blieb die Tür übrigens verschlossen. Anno Foller konnte aus wettertechnischen Gründen nicht kommen. Sein Auto war eingeschneit. Das ist der Preis der schönen Wohnlage im Wald bei Veserde.
Anno Foller, der Lebenskünstler, Musiker, Maler und Poet, wird weiter malen, Organisches gegen die ästhetische „Entsinnung” setzen. Ende Januar stellt er Bilder im Hohenlimburger Kosmetik-Institut Geck an der Stennertstraße 4 aus. Er hofft, dass die dortige Vernissage „so heiter und gemütlich wird wie in Wiblingwerde”.
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