Justin und Carlotta sind schon da
11.08.2009 | 19:38 Uhr 2009-08-11T19:38:00+0200
Nachrodt. Justin und Carlotta sind noch kein Jahr alt und haben schon eine Wohnung für sich: Sie sind die ersten Kinder, die an der Kleinkinderbetreuung im evangelischen Gemeindehaus Schillerstraße teilnehmen.
Dort nimmt sie seit dem 3. August täglich Tagesmutter Michaela Hellgermann in Empfang.
Die Eingewöhnungsphase ist vorbei. Für Carlotta und Justin ist es schon selbstverständlich, morgens in die Obhut von Michaela Hellgermann genommen zu werden. Die Eltern haben die Zeit, die sie brauchen, um sich von ihren Zwergen zu verabschieden. Bei einer Tasse Kaffee erfährt die Tagesmutter, ob die Kinder eine nörgelige Nacht hatten, ein Zähnchen durchbrechen will oder andere Dinge vorgekommen sind, auf die die Tagesmutter achten sollte.
Sind Mama, Papa oder Oma gegangen, haben die Tagesmutter und ihre ersten beiden Schützlinge die geräumige frühere Hausmeisterwohnung in der Schillerstraße für sich. Mittelpunkt ist das große Spielzimmer, wo viele Spielzeuge untergebracht sind, die aus der evangelischen Kindertagesstätte Bachstraße stammen und von Eltern gespendet wurden. Auch die Küche kommt aus dem Familienzentrum, ebenso wie die Schlafzimmerausstattung und der Essbereich. Mitarbeiter und Elterschaft halfen fleißig mit, um die Wohnung einzurichten, denn die Nachfrage für Betreuung für die ganz Kleinen war enorm angestiegen. Das Jugendamt Lüdenscheid gab schließlich sein Okay nach Besichtigung der Wohnung. Michaela Hellgermann nahm die Arbeit auf.
In der ersten Woche waren die Mütter und eine Oma noch mit von der Partie, um Justin und Carlotta an ihr neues Umfeld zu gewöhnen. „Die Phase hat prima geklappt”, schildert Michaela Hellgermann. Weder den Kindern, noch den Eltern fällt der Abschied schwer, die Tagesmutter versichert: „Ich halte die Eltern über jedes wichtige Ereignis auf dem Laufenden.” Nachmittags wird besprochen, was am Tag geschehen ist.
Jeder Tag verläuft naturgemäß anders. In der Regel nehmen die Zwerge ein zweites Frühstück in der Wohnung ein. Auch ein Mittagsschlaf wird gemacht. Alle Utensilien wie Schnuffeltuch, Windeln und Verpflegung bringen die Eltern mit. Was fehlt, wird in eine Liste eingetragen, die Hellgermann den Eltern mitgibt. Wenn sie Zeit haben, können sie ihre Sprösslinge jederzeit besuchen. So wie Monika Kusch, die heute Enkel Justin einen Besuch abstattet. Der Knirps kann mit zehn Monaten schon laufen und deutet häufig auf das Fenster, aus dem er gern rausschaut. Carlotta stibitzt ihm gern das Spielzeug. Morgen wird sie ein Jahr alt. Das wird in der Betreuung natürlich gefeiert, genauso wie andere Feiertage.
Da sie noch im ersten Jahr ist, ist Michaela Hellgermann derzeit auf Stufe 1 der Betreuung. Drei Kinder darf sie damit gleichzeitig betreuen. Jährlich wird das gesteigert. Im März hat sich der dritte Spross angekündigt. Sollten zwischenzeitlich mehr Kinder hinzukommen, stößt eine weitere Tagesmutter hinzu, die auch im Krankheitsfall einspringt.
Die Kinder bleiben bis zum zweiten Geburtstag, dann können sie in die reguläre U-3-Betreuung des Familienzentrums gehen. Und auf Wunsch auch nachmittags wieder zu ihrer liebgewonnenen „Ela”.
0mitdiskutieren