Drogen aus Niederlanden geholt: 120 Sozialstunden
18.02.2010 | 22:12 Uhr 2010-02-18T22:12:00+0100Nachrodt-Wiblingwerde/Altena. Freundschaftliches Engagement brachte eine 20-jährige Frau aus Nachrodt-Wiblingwerde gestern auf die Anklagebank.
Zwei Mal hatte sie einen Kumpel in die Niederlande gefahren und der hatte die Chance zum Einkauf im Coffee-Shop genutzt. Folge: Ein Verfahren wegen Beihilfe zur Drogeneinfuhr.
Mit besagtem Kumpel und einem weiteren, erst 13-jährigen Begleiter war die junge Frau zunächst am 20. Juni 2008 über die Grenze in die Niederlande gefahren. Dort hatte ihr Freund Marihuana für den Eigenkonsum erworben. Und, weil das Ganze so schön gewesen war und bestens geklappt hatte, hatte das Trio nur drei Wochen später den nächsten Ausflug ins Nachbarland gewagt.
Unbekümmerten
Eindruck hinterlassen
Diesmal jedoch hatte sich der Kumpel nicht mehr mit Peanuts begnügt, hatte gleich Cannabis für fast 600 Euro eingekauft.
Dumm nur, dass die Shopping-Tour in diesem Fall bei der Rückfahrt aufgeflogen war. Auf der Autobahn war die Truppe in eine Polizeikontrolle geraten und die Beamten waren fündig geworden.
Bittere Konsequenz: Eine Nacht in der Zelle und eine Anklage wegen Beihilfe zur Einfuhr von Betäubungsmitteln.
Vor dem Amtsgericht suchte die 20-Jährige gestern nun nach Erklärungen für ihre verbotene Hilfsbereitschaft. So versuchte sie es zunächst mit: „Wir sind eben rüber gefahren." Danach versicherte sie: „Ich bin gefahren, weil ich als Einzige einen Führerschein hatte." Und, zuletzt: „Ich wusste nicht, wie viel gekauft werden sollte."
Der eher unbekümmerte Eindruck, den sie vor Gericht hinterließ, verblüffte. „Ich habe nicht den Eindruck, dass sie einschätzen, dass es sich hier um ein schwerwiegendes Delikt handelt", kommentierte Richter Dirk Reckschmidt. Darauf flossen plötzlich Tränen.
Letztlich hatte die Nachrodt-Wiblingwerderin dennoch Glück. Das Verfahren wurde eingestellt, allerdings mit der Auflage, dass die 20-Jährige 120 Sozialstunden ableistet. Sie erkannte die Gunst der Stunde und beteuerte: „Das passiert nie wieder." sam
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