Bauern besorgt über Virus
24.01.2012 | 19:04 Uhr 2012-01-24T19:04:00+0100
Wiblingwerde. Kranke Muttertiere, totgeborene Lämmer und Kälber: Die Mitglieder des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes schauen mit Sorge auf die fortschreitende Ausbreitung des Schmallenberg-Virus. Die von Mücken übertragene Krankheit war am Montagabend Thema bei der Winterversammlung in der Gaststätte Zur schönen Aussicht.
„Es gibt erste örtliche Verdachtsfälle. Ob sie tatsächlich durch das Virus ausgelöst worden sind, ist noch zu klären“, so Vorsitzender Günter Buttighoffer. Das Nachweisverfahren ist kompliziert. Wegen der kürzeren Tragzeit sind im Moment Schafe und Ziegen betroffen. Mit Auffälligkeiten bei der Geburt von Kälbern ist erst Ende April zu rechnen.
Flächenverbrauch reduzieren
Seit Monaten treten die Bauern vor Ort gegen den fortschreitenden Flächenverbrauch ein. 80 Quadratmeter Nutzfläche, so die Erhebung, gehen täglich allein in Nachrodt-Wiblingwerde verloren. „An fünf Tagen sind das 400 Quadratmeter, was einem mittleren Bauplatz entspricht“, rechnete Günter Buttighoffer vor. Um dies zu stoppen, fordern die Bauern zuerst Baulücken zu schließen und für die bei der Ausweisung von Bauland vorgeschriebenen Ausgleichsflächen kein Agrarland zu nutzen.
Tierschützer möchten das Enthornen von Kälbern verbieten. Dabei ist es gerade der Tierschutz, der die Landwirte zu dieser Maßnahme zwingt. „Kühe und Kälber stehen nicht mehr angebunden auf einem Platz, sondern bewegen sich frei in großen Offenställen - genau wie es der Tierschutz fordert“, erklärt der Vorsitzende. Spitze Hörner gefährden in den neuen Ställen aber die Tiere und auch die sie betreuenden Menschen. Vorschlag der Landwirte: Durch den Einsatz von Schmerzmittel sollen die Jungtiere künftig vom Enthornen noch weniger spüren. Zu den Wahlen: Der Vorstand besteht weiterhin aus dem Vorsitzenden Günter Buttighoffer, seinem Stellvertreter Martin Hohage, Schriftführer Ernst-Ulrich Pühl und Kassiererin Regina Weustermann. Delegierte sind Martin Hohage (Kreisverbandsausschuss), Thomas Dresel (Milchausschuss), Regina Weustermann (Öffentlichkeitsauschuss) und Heinz Ulrich Tacke (Nebenerwerbsausschuss).
Die solide Kassenlage bestätigten Angelika Hummel und Peter Holzrichter. Neuer Kassenprüfer ist Christof Schäfer. Gäste bei der Tagung waren Ludwig Krämer, Geschäftsführer des Kreisverbandes und Dr. Friedrich-Wilhelm Lütgemüller, Geschäftsführer der Kreisstellen. Beide gingen auf fachspezifische Fragen der Bauern ein.
07:28
Ein Tierbaby, das seiner Mutter entrissen wurde, fürchterliche Angst hat und hilflos ist, wird von brutalen Menschen gepackt und misshandelt, es müssen schreckliche Schmerzen sein, die Tierkinder WEINEN bei der Enthornung! Ich schäme mich so sehr, das ich dieser egoistischen, geldgeilen Spezies angehöre, ich bin angewidert von so viel Verrohtheit!
Das zur Info: Damit eine Kuh täglich gemolken werden kann, muss sie einmal im Jahr kalben. Kälber sind lukrative "Nebenprodukte" der Milchindustrie, arme Babys, die ohne die Wärme und Fürsorge ihrer Mütter isoliert in dunklen engen Ställen ihr Dasein fristen. Ein männliches Kälbchen hat zwei Möglichkeiten: Entweder es kommt in die Kälbermast oder in die Bullenmast. Jährlich werden etwa 300.000 Kälbchen in deutschen Ställen zu sogenannten Schlachtkälbern gemästet. Für ein weibliches Kälbchen beginnt das "Berufsleben" mit zwei Jahren. Es besteht aus Kälbchen kriegen, Milch geben, Kälbchen kriegen, Milch geben ... so lange, bis sie nicht mehr genügend Milch gibt und körperlich ausgemergelt ist, dann wird sie beim Schlachter "entsorgt".