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Ausstellung mit Zeichnungen des Expressionismus

19.02.2010 | 21:34 Uhr

Nachrodt/Iserlohn. „Ich bin Gott, ich bin der Schöpfer aller Dinge, ich soll der Natur diktieren.”

Gerade einmal zwanzig Jahre alt, schrieb Wilhelm Morgner diese Worte. Seine „Zeichungen des Expressionismus” sind ab dem morgigen Sonntag, 21. Februar, bis zum 11. April in der Städtischen Galerie in Iserlohn zu sehen.

Wilhelm Morgner (1891 – 1917) wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen in Soest auf. Der Vater starb früh, die Mutter hätte ihren Sohn gerne als Pfarrer gesehen. Doch der hatte andere Pläne: ermutigt durch die Fürsprache Otto Modersohns, ebenfalls gebürtiger Soester und Mitbegründer der Malerkolonie Worpswede, trat er 1908 in die private Kunstschule Georg Tapperts in Worpswede ein.

1910 war er zu Studienzwecken in Berlin, durch Tappert kam es zu ersten Ausstellungsbeteiligungen. 1912 geriet er durch Franz Marc in den Umkreis des „Blauen Reiters“, im Sommer war er mit einem Werk auf der berühmten „Sonderbund“-Ausstellung in Köln vertreten.

Morgner befand sich auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn, als ein Ereignis sie jäh beenden sollte: 1913 erfolgte seine Einberufung zum Militär. Sein Dienst fiel zusammen mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Im August 1917 starb Wilhelm Morgner 26-jährig bei dem Versuch, sich der Gefangennahme durch englische Soldaten zu widersetzen.

Wilhelm Morgner kämpfte als fanatisch Suchender mit sich und seiner Kunst. In den nur acht Jahren, die ihm für seine künstlerische Entwicklung blieben, entstanden mehr als 200 Gemälde und fast 2 000 graphische Arbeiten. Mit Beginn seiner Militärzeit wurde die Zeichnung einziges Medium für den Künstler, daher lässt sich gerade an ihr am unmittelbarsten Morgners künstlerischer Werdegang nachvollziehen.

Die Ausstellung will mehr als nur den Künstler Morgner vorstellen. Ausgehend von seinem zeichnerischen Werk, von dem viele Blätter erstmals ausgestellt werden, soll Morgner vor dem Hintergrund seiner Zeit als Person beleuchtet werden.

Die Ausstellung begleitet ein umfangreicher, reich illustrierter Katalog. Vernissage: Sonntag, 21. Februar, 11 Uhr.

Eigener Bericht

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