Video
Zwillinge auf Promijagd
27.01.2010 | 13:15 Uhr 2010-01-27T13:15:00+0100Die Tenbuß-Zwillinge sind schon über 70. Promis fotografieren ist ihre Leidenschaft.
Christel und Margret Tenbuß, gebürtige Gladbeckerinnen, haben seit über 50 Jahren eine gemeinsame Passion, für die sie leben: Sie fotografieren Prominente. Ob Udo Jürgens, Roger Moore, Heinz Rühmann, Uschi Glas oder Grit Böttcher - es gibt kaum einen Star, den die Tenbuß-Zwillinge nicht vor der Linse hatten. Ihr Archiv umfasst 80.000 Bilder. Seit Freitag ist eine Auswahl der Schnappschüsse im Infozentrum Kump in Hallenberg zu bestaunen: 50 Jahre Medien- und Kulturgeschichte.
Senta Berger mögen sie besonders
Die Senta Berger ist eine ganz Liebe. Sie hat Fotos, die wir gemacht haben, in ihrem Haus hängen. Und wir dürfen Liv Ullman nicht vergessen. Sie hat einen Brief an uns mit ,Eure norwegische Schwester Liv' unterschrieben. Das war wie ein Ritterschlag.” Christel und Margret Tenbuß, die bald 74 Jahre alt werden, geraten ins Schwärmen. Zu vielen Stars pflegen sie persönliche Kontakte. Es gibt nicht einen, der auf die Bitte für ein Foto unwirsch reagiert hätte.
Das „Samenkorn für Kulturbegeisterung und Fotografieren wurde schon mit fünf Jahren gelegt”, sagt Christel Tenbuß, die mit ihrer Schwester in München lebt. Die Kindheit der beiden ist eine zwischen Krieg und Wiederaufbau. „Aus dem Dampfradio haben wir Schlager und Operetten aufgesogen wie das trockene Brot das Öl”, erzählt sie. „Bei unserem ersten Konzertbesuch fotografierten wir dann die Cornelia.”
Pack die Badehose ein
Gemeint ist die neunjährige Conny Froboess, die mit „Pack die Badehose ein” einen Riesenerfolg hatte. Die Begeisterung für Bühne, Film und Oper hautnah ist entfacht.
Die Lehrjahre der Tenbuß-Schwestern sind alles andere als glamourös. „Ich habe Textilverkäuferin gelernt, Margret war in einer Konditorei. Wir wurden wie Putzlappen behandelt. Die Welt der Stars war ein Gegensatz dazu, war wie ein Rettungsanker. Das hat uns soviel gegeben.” Im Laufe der Jahre haben die inzwischen selbst prominenten Schwestern ein Gespür für Qualität bekommen. Für begabte Künstler machen sie sich bei Regisseuren stark.
Keine Hilfestellung müssen sie der Schauspielerin geben, die sie am meisten verehren, der sie zu Weihnachten und zum Geburtstag geschrieben und von der sie stets eine freundliche Antwort bekommen haben: Vivien Leigh, die „Scarlett O'Hara” aus „Vom Winde verweht”. Der Star ist 1957 zu einem Festival am Burgtheater in Wien. Ein Jahr lang sparen die Tenbuß-Zwillinge für die Karten, gehen von der Jugendherberge ins Hotel Sacher. Dem Portier zeigen sie die Briefe von Leigh. „Und dann sagte er: ,Madame kommt gleich runter.' Ich sehe sie noch vor mir im seidenen Kostüm. Sie sprach Deutsch, wir haben unser Foto gemacht, es war überirdisch.”
Film statt digital
Fotografiert haben die Schwestern anfangs mit einer Fotobox für 9,90 Mark. Auch heute arbeiten sie mit Filmen statt digitalen Chips. Manche Schnappschüse sind so gut geworden, dass sich die Stars Autogrammkarten drucken ließen. Aber davon sollte sich jeder selbst ein Bild machen.
Die Ausstellung läuft bis zum 12. Februar montags bis freitags, 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr. Am Samstag, 23. Januar, sind die Zwillinge von 14 bis 16 Uhr vor Ort.
Weitere Videos gibt es hier.
0mitdiskutieren