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Wo Küstelbergs Kloster lag...

12.06.2007 | 11:20 Uhr

Küstelberg. Sie besichtigten die Kirche und das ehemalige Bahnhofsgebäude: Mitglieder der Heimat- und Geschichtsvereine Medebach und Winterberg haben sich jetzt in Küstelberg getroffen.

Zunächst stand die Besichtigung des Ortes unter Leitung des Ortsheimatpflegers Peter Börner auf dem Programm. Die Geschichte des Klosters Küstelberg, das 1297 nach Glindfeld verlegt wurde, konnte man anhand einer Informationstafel an der Kirche nachvollziehen. In der Kirche schauten sie die jahrhundertealte Madonna, die etwa 500-jährige Linde und den Bildstock in unmittelbarer Nachbarschaft an.

Am ehemaligen Bahnhofsgebäude erfuhren die Geschichtsinteressierten durch Josef Drilling Interessantes über die 1902 eröffnete Kleinbahn, deren höchster Punkt mit 662,5 Metern in Küstelberg erreicht war. Zum "Abstieg" Richtung Wissinghausen mussten die Gleise über zwei Spitzkehren verlegt werden. Kurios ist auch die Flurbezeichung "Hufeisen" in der Nähe, die durch die besondere Streckenführung entstanden ist. Zum Abschluss des Rundgangs wurde noch ein Blick auf das Haus Ewers geworfen, das in den Zeiten, in denen noch reger Verkehr auf der durch Küstelberg führenden Heidenstraße herrschte, als Herberge diente. Henriette Davidis, die Autorin des ersten Kochbuches (siehe Kochbuchmuseum Dortmund), lebte hier zeitweilig. Der damalige preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm feierte in diesem Haus 1833 seinen Geburtstag. Dies alles rundet die Bedeutung des Anwesens ab.

Im zweiten Teil des Abends, der in der Hütte des Schloßberghotels stattfand, konnte Norbert Schnellen, Vorsitzender des HGV Medebach, Dr. Werner Herold, dem Vorsitzenden des HGV Winterberg, zunächst einen Bestand historischer Dokumente überreichen, die Winterberg betreffen. Dann wurde über die Frage diskutiert, wie der Nachwuchs in der Heimatarbeit motiviert werden kann. Dr. Werner Herold hob dabei vor allem die Punkte direktes Gespräch, Exkursionen, Pressearbeit und Zusammenarbeit mit Vereinen ähnlicher Zielsetzung, zum Beispiel dem SGV, hervor.

Norbert Schnellen nannte darüber hinaus die Möglichkeit, heimatkundliche Inhalte in den Grundschulen zu vermitteln, was in Medebach gut gelinge. Gut sei es auch, mit weiteren heimatorientierten Vereinen innerhalb der Kommune zusammenzuarbeiten und die Touristik stärker einzubinden. Der Plan, entlang der alten Kleinbahntrasse einen Wander- und Radweg anzulegen und zu dokumentieren, stehe für kommunenübergreifende Zusammenarbeit. Medebach, Winterberg und Olsberg könnten als Anlieger beteiligt werden. Noch in diesem Jahr soll eine Vorstandssitzung der drei betroffenen Heimatvereine zum Thema stattfinden.

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2007-06-12 11:20
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