Trügerische Idylle vor der "reinen Routine"
03.09.2008 | 19:46 Uhr 2008-09-03T19:46:00+0200
Trotz des Sauwetters ist die Organisation der 5. Etappe der Deutschland Tour 2008 im Stadtgebiet Winterberg bestens gelaufen. Über 200 Helfer packten mit an. Rund 8500 Fans säumten das Spektakel an der gesamten Strecke des Sauerlandes, 1500 im Ziel an der Kappe. Dies berichtet die WESTFALENPOST.
Winterberg. Um kurz vor 9 Uhr ist die Welt auf der Kappe noch in Ordnung. Hier und da stehen Lastwagen, ab und an schlendert der ein oder andere den Anstieg hinauf. Eine trügerische Idylle. Eine Viertelstunde später sollte man reaktionsschnell zur Seite springen können. Die gewaltige Logistik der „Deutschland Tour 2008” kommt plötzlich ins Rollen.Manche sprechen vom organisierten Chaos, andere von „reiner Routine”. 90 Minuten lang ist der Gipfel der Kappe ein einziges Wirrwarr aus Lastwagen, Gabelstaplern, Absperrgittern und Menschen in roten T-Shirts mit dem Anti-Doping-Leitspruch „Bleib sauber - live clean” oder gelben Warnwesten. Zwar kommen die Radprofis erst nach 17 Uhr ins Ziel, dennoch finden sich die ersten der über 200 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bereits um 9 Uhr ein. Die Winterberger Koordinatoren Christina Merten und Udo Quick geben erste An- und Einweisungen. Wichtigstes Utensil: Das Mobiltelefon. Udo Quick wird für die Helfer auf der gesamten Strecke zwischen Albrechtsplatz und Kappe zuständig sein, Christina Merten kümmert sich insbesondere um das Ausstellungsgelände und den Zielbereich. Für ausreichend Personal ist gesorgt, selbst in den Schulen wurden Einsatzkräfte gefunden, die bis 13 Uhr die Arbeits-Handschuhe gegen Füller und Lineal tauschen. Während in der Nähe des Bobhauses die Absperrungen - insgesamt sind es allein in Schmallenberg und Winterberg rund 5 Kilometer - von vielen fleißigen Händen talwärts aufgebaut werden, ist man im Bereich der wichtigen Ehrengäste (VIPs) auf der Suche nach dem Toilettenwagen. Kurzerhand werden Dixie-Klos geordert. Auch das Problem des fehlenden, aber vorgeschriebenen Bodens für den Catering-Bereich wird gelöst, da ist man sich sicher. „Wenn das Wetter so bleibt, rechnen wir mit 5000 Zuschauern”, sagt Tourismus-Direktor Michael Beckmann. Das Wetter bleibt nicht so, trotzdem schreibt die Polizei in ihrer Bilanz von 8500 Zuschauern an der gesamten Strecke ihres Einsatzbereiches und von 1500 Fans an der Kappe. Die Etappe sei ohne Zwischenfälle verlaufen. Verdienter Lohn der Mühen für die Helfer ist sicher das Lob der Tour-Veranstalter, die von einer vorbildlichen Organisation sprechen. Dies haben sie Michael Beckmann berichtet, der seinen Dank an die große Helfer-Schar gleich anschließt. „Ohne diese Hilfe hätten wir dies so nicht geschafft.” Verdienter Lohn ist aber auch die tolle Stimmung beim Schlussspurt mit Rasseln und Tröten. Trotz „Sauwetter” ist aus dem organisierten Chaos mit professioneller Routine und noch mehr Enthusiasmus ein tolles Radsport-Ereignis geglückt.
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