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Kreisschützenfest

Thomas Krüger ist neuer Kreiskönig

12.09.2011 | 13:47 Uhr
Thomas Krüger ist neuer Kreiskönig
Das Lachen war dem neuen Kreiskönig Thomas Krüger und seiner Königin Barbara Wahle Sonntagnachmittag trotz des nassen Wetters nicht vergangen. Angesichts des strömenden Regens zeigten sich die neuen Regenten den Zuschauern nur in einem kleinen Festzug mitsamt Parade. Foto: Aue

Niedersfeld.Mehr als zwei Stunden lang nahmen 56 Könige das Wappentier ins Visier, dann, mit dem 310. Schuss, fiel der Vogel im sechsten Durchgang von der Stange. Thomas Krüger von der Schützengesellschaft 1825 Winterberg hatte ihn abgefeuert

Thomas Krüger von der Schützengesellschaft 1825 Winterberg hatte ihn abgefeuert, den finalen Schuss, und sich damit am Samstag unter dem Jubel der Winterberger Schützen um 18.37 Uhr zum Kreiskönig in Niedersfeld gekürt. Zu seiner Königin erwählte sich der 44-jährige Bankkaufmann seine Lebensgefährtin Barbara Wahle. Das neue Königspaar löst Hans-Bernd und Dorothee Dessel aus Referinghausen ab, die die Kreisschützen in den vergangenen drei Jahren regiert haben.

Der Höhepunkt des Kreisschützenfestes im ersten Dorf an der Ruhr sollte eigentlich gestern Nachmittag der große Festzug einschließlich Parade mit den neuen Regenten sein. Doch pünktlich zum Startschuss setzte heftiger Regen ein, so dass nur ein kleiner Festzug mit eingebauter Parade organisiert wurde. Betroffen davon war auch der neue Kreisjungschützenkönig Sascha Tripke aus Niedermarsberg, der sich bereits am Freitag mit dem 200. Schuss durchgesetzt hatte. Dies tat der Stimmung im Festzelt aber trotz durchnässter Kleidung keinen Abbruch. „Hier wird gefeiert als wäre schönes Wetter“, so Winfried Borgmann von der Schützenbruderschaft Niedersfeld.

Kürzeste Festzug-Variante mit Parade

Ohne Wetter-Kapriolen fanden der Festball und der Festakt großen Anklang. Insbesondere der Zapfenstreich, aber auch der Gottesdienst sowie die Gedenkfeier am Ehrenmal hinterließen einen bleibenden Eindruck bei allen. Mahnende und kritische Worte zum Kostendruck für die Schützenvereine sprachen Kreisoberst Dieter W. Braun und Niedersfelds Brudermeister Heiner Schleimer.

„Wir haben aus dem Festzug die kürzeste Variante mit Parade realisiert“, sagte Sonntagabend Winfried Borgmann von der Schützenbruderschaft Niedersfeld nicht ohne stolz. Denn auch der Regen sollte die eindrucksvolle Bilanz des dreitägigen Festes nicht trüben. „Das Fest ist sehr sehr gut gelaufen“, so Borgmann. Jeder Veranstaltungs-Punkt sei überragend gewesen.

Bevor Kreisoberst Dieter W. Braun dem neuen König Thomas Krüger vor dem abendlichen Festball bei der Proklamation die Kette umhängte und seiner Lebensgefährtin Barbara Wahle das Krönchen aufsetzen konnte, hieß es für den 44-jährigen Bankkaufmann, sich unter der Vogelstange zu beweisen. Kein leichtes Unterfangen, hatten doch die anderen 55 Mitbewerber in ihren Orten ihre Treffsicherheit unter Beweis gestellt.

Der 310. Schuss hat gesessen und kurz darauf saß der neue Kreiskönig Thomas Krüger bereits auf den Schultern seiner Kameraden und ließ sich auch von Kreisoberst Dieter W. Braun (r.) feiern.

Nach einer kleinen Ladehemmung und mehr als zweistündigem Schießen war es dann soweit: Genau um 18.37 Uhr gab das arg zerrupfte hölzerne Wappentier auf und sicherte Thomas Krüger mit dem 310. Schuss im sechsten Durchgang die Würde des Kreiskönigs. Riesig natürlich der Jubel bei seinem Freunden von der Schützengesellschaft Winterberg mit einem sichtlich bewegten Kreisoberst Dieter W. Braun an der Spitze.

Dramatisches Schießen

Vor sicherlich mehr als 1000 begeisterten Schützen und Zuschauern hatte sich in dem spannenden, fast dramatischen Schießen zuvor Hans-Jürgen Stöber von St. Johannes Siedlinghausen das Zepter, Michael Lopez vom Hei-mat- und Schützenverein Petersborn den Reichsapfel sowie Gerhard Koch von St. Margaretha Madfeld die Krone und damit auch das Amt des Vizekönigs gesichert.

Zum Auftakt des Kreisschützenfestes war bereits am Freitagabend Sascha Tripke von St. Magnus Niedermarsberg mit dem 200. Schuss Kreisjungschützenkönig geworden. Bei der abendlichen Discoparty im Festzelt wurde der 22-jährige Maurer nicht nur von seinen Kumpels bis zum frühen Morgen gefeiert.

Nicht nur der große Zapfenstreich am Samstag hinterließ bei den Schützen bleibenden Eindruck, sondern auch der Gottesdienst, der von Kreispräses Manfred Müller und Diakon Rudolf Kretzer gemeinsam zelebriert wurde. Anschließend dann die Kranzniederlegung am Ehrenmal mit einer Ansprache von Bundeswehroberst Stefan Geilen aus Niedersfeld. „Es war eine tiefsinnige und emotionale Rede von Stefan Geilen, die für alle Schützen sehr beeindruckend war“, so Winfried Borgmann rückblickend. Das Festhochamt habe in einer lockeren Atmosphäre in einer vollen Kirche stattgefunden.

Festakt in der Schützenhalle

Gut gelaunt waren die Gäste des Kreisschützenfestes an den drei Festtagen in Niedersfeld. Foto: Aue

Alles, was im Schützenwesen Rang und Namen hat, war schließlich auch beim Festakt in der Schützenhalle anwesend. In seiner Festansprache rief Landrat a.D. Dr. Adalbert Mühlmann dazu auf, sich weiter mit dem Sauerland zu identifizieren, auch wenn allerorts nur von der Region Südwestfalen gesprochen werde.

Kreiskönig Krüger

Mahnende Worte kamen auch von Kreisoberst Dieter W. Braun, der an die Politik appellierte, nicht durch überzogene Auflagen den Kostendruck für die Vereine weiter ständig zu erhöhen. Ähnlich sah es auch Niedersfelds Brudermeister Heiner Schleimer, der sich dafür aussprach, auch kleinen Vereinen die Chance zu geben, weiter ein Kreisschützenfest auszurichten. Dies dürfe nicht an der Kostenfrage scheitern.

Ein rundum gelungenes Kreisschützenfest also, bei dem zum Schluss im Festzelt die Stimmung noch einmal richtig kochte.

DerWesten

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