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Teilen sich schon bald zwei das Winterberger Ei?

27.03.2014 | 09:00 Uhr
Teilen sich schon bald zwei das Winterberger Ei?
Tourist Information und Oversum Vital Resort, Winterberg, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, EuropaFoto: Hans Blossey

Winterberg/Arnsberg.  Donnerstagnachmittag findet im Amtsgericht Arnsberg die Gläubigersammlung im Rahmen der Aquasphere Winterberg-Insolvenz statt. Dem Unternehmen gehört der Oversum-Komplex. Es gibt bereits ein Szenario für den Neubeginn. Spielen die Gläubiger mit?

Ist die Aquasphere Winterberg GmbH bald Geschichte? Das kommt auf den Verlauf der Gläubigerversammlung an, die für heute um 14 Uhr im Amtsgericht Arnsberg angesetzt ist. Sollten sich die Gläubiger einig sein und sich auf ein Entflechtungskonzept einigen, so Insolvenzverwalter Dr. Axel Kampmann (Dortmund), dann könnte der Oversum-Komplex auf zwei Eigentümer aufgeteilt werden: Die Stadt Winterberg könnte den linken Gebäudetrakt mit Tourist-Info, Sportbad, Fitness- und Wellnessbereich sowie MVZ übernehmen, den rechten mit Hotel und Stadthalle die Oversum Hotel GmbH.

Frisches Geld geflossen

Derzeit ist die Aquasphere Winterberg GmbH Eigentümerin des gesamten Komplexes. Zu deren Hauptgläubigern zählen nach Angaben des Insolvenzverwalters neben der Stadt Winterberg und der Sparkasse Hochsauerland insbesondere auch das Finanzamt, das Unternehmen Urbana (Hamburg) als Energiezulieferer und die Veltins-Brauerei.

Vertreter dieser Gläubiger werden heute erörtern, wie die noch vorhandene Vermögensmasse der Aquasphere Winterberg GmbH verwertet wird. Zudem geht es um das in den letzten Monaten verhandelte Entflechtungskonzept, dass das mögliche künftige Zusammenspiel aller Beteiligter im Oversum Vital Resort rechtlich und vertraglich auf eine neue Basis bringen soll.

Lokales
Entflechungskonzept

Zu welchen Konditionen können Interessenten das Sportbad betreiben?

Können die Eintrittspreise für das Bad gesenkt werden?

Was kann baulich verbessert werden?

Lässt sich das Sportbad besser an den Sauna- und Wellnessbereich angliedern?

Zu welchen Konditionen kann das Hotel künftig den Saunabereich nutzen?

Wohin fließen die Parkeinnahmen?

Lässt sich der zurzeit leerstehen Fitnessbereich künftig für Indoor-Freizeitangebote nutzen?

Dass es überhaupt zu einem Insolvenzverfahren und der Gläubigerversammlung gekommen ist, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass frisches Geld in Form von Pacht auf die Konten der Aquasphere Winterberg GmbH geflossen ist. Dies bestätigte auch Dr. Axel Kampmann. Die derzeitigen Pächter der einzelnen Oversum-Module haben also noch einmal gezahlt, wohl auch mit Blick auf das Entflechtungskonzept. Mit diesen Zahlungen jedenfalls war es Dr. Kampmann möglich, das Insolvenzverfahren zu eröffnen: „Wir haben jetzt ein Gerüst, das es ermöglicht, das Verfahren eröffnen zu lassen.“

Zur Höhe der Forderungen wollte er sich nicht öffentlich äußern. Auch eine Prognose, wie letztlich die Gläubigerversammlung enden wird, wollte er sich nicht hinreißen lassen: „Da bin ich vorsichtig. Es gibt immer ein Restrisiko.“ Sollte die Gläubigerversammlung zu keinem einvernehmlichen Beschluss kommen, rückt ein neues Konzept und der Betrieb des Oversum mit allen Modulen wohl wieder in weite Ferne. Dann müsste erneut verhandelt werden. Kommt es aber zur Umsetzung des Entflechtungskonzeptes, dann hätte die Stadt Winterberg es in der Hand, rasch dafür zu sorgen, dass insbesondere das geschlossene Sportbad und die anderen zurzeit leer stehenden Gebäudeteile wieder betrieben werden. Entweder durch die Stadt selbst oder aber durch private Betreiber.

Eickler: „Pläne in der Schublade“

Auch Bürgermeister Werner Eickler möchte zunächst die heutige Gläubigerversammlung abwarten, bevor er über Vertragsdetails und -konditionen informiert: „Voraussetzung für das Gelingen ist jetzt, dass alle Beteiligten mitziehen, um das Verhandlungspaket in der Gläubigerversammlung durchzubekommen.“ Es seien aber viele Beteiligte im Spiel, da gebe es immer die Gefahr, dass einer aussteige oder die Versammlung nicht zustimme. Man habe in den Verhandlungen mit den Aquasphere-Verantwortlichen immer an der Linie verhandelt, die bereits 2009 für den jetzt eingetretenen Fall vertraglich vereinbart worden sei, so Eickler. Deshalb hätten die Verhandlungen auch so lange gedauert.

Wo diese Linie verläuft und welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind, dazu wollte Eickler aber noch nichts sagen. Er ließ aber durchblicken, dass Pläne in der Schublade liegen, um im Fall der Fälle eine „schnelle echte Betriebssituation“ für die dann in der städtischen Verantwortung stehenden Module herstellen zu können.

Ralf Hermann

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2014-03-27 09:00
Nachrichten aus Winterberg, Medebach und Hallenberg