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Kommunalpolitik

Stolz auf kleine „Entschuldung“

10.02.2012 | 17:46 Uhr
Stolz auf kleine „Entschuldung“
Medebacher Ortsschild: Sollte es nicht zu teuer werden, wird hier bald der Namenszusatz „Hansestadt“ stehe. Foto: Sonja Funke

Medebach.(rah) Der Rat der Stadt Medebach hat am Donnerstagabend den Haushalt 2012 bei drei Gegenstimmen aus den Reihen der SPD-Fraktion verabschiedet. Nach den Beratungen in den Fraktionen kam unter dem Strich eine Entschuldung von 100 000 Euro heraus. „Darauf sind wir besonders stolz“, so Bürgermeister Thomas Grosche gestern auf Anfrage der WP.

Ein wichtiger Punkt im Rahmen der Etat-Debatte war insbesondere die Anschaffung der Drehleiter für die Freiwillige Feuerwehr Medebach, die mit 395 000 Euro veranschlagt ist. Zurzeit ist diese Drehleiter nur angemietet und wird jetzt auf Basis der Investitionssumme ausgeschrieben.

Ein weiteres Großprojekt ist der geplante Kunstrasenplatz in Oberschledorn. Der Umbau kostet rund 350 000 Euro. 150 000 Euro davon wird nun die Stadt übernehmen, der Rest wird vom SV Oberschledorn, unter anderem über Eigenleistungen und Sponsoren, gestemmt. Auch hier erfolgt jetzt die Ausschreibung, damit der Platz in diesem Jahr noch fertiggestellt werden kann. Interessant ist die Tatsache, dass die Oberschledorner ihren Platz gemeinsam mit den Niedersfeldern, die ebenfalls einen Kunstrasenplatz planen, ausschreiben wollen, um so mögliche Einspareffekte durch Synergien zu erzielen.

Die Stadt Medebach will künftig den Zusatz „Hansestadt“ tragen. Auch das entschied der Rat wie das Kunstrasenprojekt einstimmig. Zunächst wird die notwendige Genehmigung durch das zuständige Innenministerium beantragt, danach können dann die Ortsschilder mit dem Zusatz versehen werden. Wichtig dabei: Nur die Ortsschilder der Kernstadt werden geändert, die der Ortsteile bleiben. Kosten: rund 700 Euro. „Zudem haben wir mit dem Antrag auf Genehmigung auch die Anfrage verknüpft, ob weitere Kosten auf uns zukommen. Sollten wir nämlich Briefköpfe, Siegel oder anderes ändern müssen und die Kosten damit in die Höhe schnellen, wäre das Thema für uns erledigt. Ein Bürokratie-Tiger soll daraus nicht werden“, so Thomas Grosche.

Beim Thema Ausweisung von Windkraft-Konzentrationsflächen hat das beauftragte Fachbüro die erste Untersuchung des Stadtgebietes abgeschlossen. Angesichts der unzähligen Tabuzonen (FFH, Vogelschutz etc.) sowie der Tiefflugzonen der Bundeswehr gibt es unter dem Strich letztlich zwei Zonen oberhalb von Küstelberg und Titmaringhausen, die allerdings schon noch aufgrund ihrer Höhe mit den Tiefflugzonen kollidieren. Nun wird das Luftwaffenamt die beiden Flächen einer Einzelfallprüfung unterziehen.

Der Rat hat ferner ein Bebauungsplan-Verfahren bezüglich der leer stehenden, ehemaligen Schule in Düdinghausen angestoßen. Dort möchte ein Investor im Keller ein kleines produzierendes Gewerbe und in den oberen Etagen Wohnungen einrichten. Dafür muss aber erst entsprechendes Recht geschaffen werden.

In Düdinghausen, so Thomas Grosche, werde das Vorhaben sehr positiv gesehen.

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