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„Prüfung der Abwasserleitung nach Bedarf“

23.01.2015 | 00:11 Uhr

Winterberg. Die Überprüfung der privaten Abwasserrohre für Eigenheim-Besitzer, die vorgeschriebene Installation von Fettabscheidern insbesondere in der Gastronomie, neue EU-Verordnungen zur Wasserqualität und einige größere Investitionen im Bereich Wasser und Abwasser - langweilig wird es für die Mitarbeiter der Stadtwerke Winterberg AöR auch 2015 nicht. Im Gespräch mit der WP erläutert Vorstand Henrik Weiß u.a., was sich 2014 getan hat und 2015 tun wird.

Frage: Der Wirbel um eine mögliche Kontroll-Pflicht der hauseigenen Abwasserleitungen für alle Immobilien-Eigentümer hat sich inzwischen gelegt. Ist das Thema endgültig vom Tisch?

Henrik Weiß: Stand heute ja. Allerdings muss man differenzieren. Im Zuge der sogenannten Selbstüberwachungsverordnung Abwasser gibt es insbesondere in Wasserschutzgebieten Kontrollintervalle. Bei allen Gebäuden dort, die vor 1965 gebaut wurden, müssen die Leitungen vom Haus bis zum Abwasserkanal bis Ende 2015 überprüft werden. Für Häuser mit Baujahr nach 1965 gilt eine Frist bis 2020. Im ersten Fall betrifft dies in Winterberg rund 30 Eigentümer, im zweiten Fall rund 300 Eigentümer.

Können alle anderen Eigentümer das Thema nun endgültig zu den Akten legen oder macht eine freiwillige Prüfung Sinn?

Die Prüfung der Leitungen sollte nach Bedarf erfolgen. Wenn zum Beispiel regelmäßig die Toilette verstopft ist, sollte dies ein Merkmal sein, eine Kontrolle in Erwägung zu ziehen. Die Erfahrung bei den Prüfungen, die in der Vergangenheit bereits durchgeführt wurden, zeigt allerdings, dass im Landesdurchschnitt 75 Prozent der geprüften Leitungen Schäden aufwiesen.

Die gesetzlich vorgeschriebene Installation von Fettabscheidern in gastronomischen Betrieben, die verhindern sollen, dass zuviel Fett in die Abwasserkanäle fließt, ist in der Tourismus-Hochburg Winterberg auch kein unwesentlicher Kostenaufwand. Haben mittlerweile alle betroffenen Betriebe in diese Abscheider investiert?

Die Installation der Abscheider geht sukzessive voran. Wir schreiben weiterhin die betroffenen Betriebe an, bis Mitte des Jahres sollte alles erledigt sein.

Seit vielen Jahren werden die Wasser- und Abwassergebühren konstant gehalten. Notwendige Investitionen in die Infrastruktur, aber auch Vorgaben der EU könnten allerdings auch Auswirkungen auf die Gebührensätze haben. Drohen aus Brüssel neue Richtlinien, die Ihnen Sorgen machen?

Natürlich müssen wir auf die EU-Vorgaben entsprechend reagieren. So gibt es zum Beispiel im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie der EU für eine noch bessere Wasserqualität schärfere Grenzwerte im Bereich Phosphor, die wir einhalten müssen. Dies bedeutet, dass wir deutlich mehr chemische Mittel und Energie einsetzen müssen als bisher. Ein Beispiel: Wenn wir das Dreifache an chemischen Mitteln zur Einhaltung der Phosphor-Werte einsetzen müssen, kostet uns dies statt 25 000 Euro im Jahr dann insgesamt 75 000 Euro. Dies macht sich in der Bilanz schon bemerkbar. Ob dies tatsächlich so kommt, muss aber noch abgewartet werden.

Wie sieht es bei den Investitionen aus? Welche größeren Maßnahmen sind geplant?

Im Bereich des Abwasserwerkes müssen wir rund 240 000 Euro in die Betonsanierung des Nachklärbeckens an der Kläranlage in Elkeringhausen investieren. Dies ist schon eine größere Maßnahme. Wir prüfen zudem den Einbau einer automatischen Rechenanlage im Bereich des Dumel, um dort den Schmutz besser auffangen zu können. Der Einbau würde uns rund 80 000 Euro kosten. Im Bereich des Wasserwerkes werden wir unter anderem eine Wasserwiederaufbereitungsanlage in Siedlinghausen bauen, um dort das Wasser aus den Quellen Birau und Lagerstätten zu filtern, bevor das Wasser in den Hochbehälter fließt. Diese Filtrationsanlage kann Stoffe in der Größenordnung eines Grippevirus hinausfiltern und kostet rund 180 000 Euro. Dies sind aber nur einige Beispiele aus den Wirtschaftsplänen.

Ralf Hermann

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2015-01-23 00:11
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