Das aktuelle Wetter Winterberg 13°C
Tourismus

Mit dem Rad vom Edersee bis nach Duisburg

28.05.2013 | 10:00 Uhr
Mit dem Rad vom Edersee bis nach Duisburg
Wer möchte kann nun vom Edersee nach Duisburg fahren - mit dem Fahrrad.Foto: WR

Züschen/Winterberg.   Es ist vollbracht: Nach knapp 24 Jahren ist der Geh- und Radweg, der Winterberg mit Hallenberg auf der alten Bahntrasse verbindet, lückenlos. Nun ist es für Radfahrer möglich, auf ausgewiesenen, attraktiven Radwegen vom Edersee über Hallenberg und Winterberg bis nach Duisburg zu radeln.

Es ist vollbracht: Nach knapp 24 Jahren ist der Geh- und Radweg, der Winterberg mit Hallenberg auf der alten Bahntrasse verbindet, lückenlos. Montag Abend wurde der letzte Teilabschnitt zwischen Winterberg und Züschen am Feuerwehrhaus in Züschen eingeweiht und feierlich eröffnet. Nun ist es für Radfahrer möglich, auf ausgewiesenen, attraktiven Radwegen vom Edersee über Hallenberg und Winterberg bis nach Duisburg zu radeln.

Es ist eine lange Geschichte, die hinter dem Bau dieses Geh- und Radweges steht. Angefangen im Jahre 1989 mit dem Vorschlag des SPD-Ortsvereins Züschen an den damaligen Landesminister für Stadt, Wohnen und Verkehr, Dr. Christoph Zöpel, sich die Vorkaufsrechte für die alte Bahntrasse zu sichern, über den ersten Bauabschnitt zwischen Hallenberg und Züschen im Jahr 2001 bis zur Fertigstellung des Weges Ende November vergangenen Jahres.

Der Kreis schließt sich

Immer dabei: Richard Gamm. Für den SPD-Ratsherrn und stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Winterberg aus Züschen schließt sich nach über zwei Jahrzehnten der Kreis. Er war seit 1989 federführend mit dabei, diese schier endlose Geschichte nach vielen Rückschlägen doch noch in die Erfolgsspur zu führen. Sogar ein bislang unvollendetes Buch hat er über die Entstehung dieses Weges verfasst. Wie Gamm selbst waren am Montag auch alle anderen Gäste und Ehrengäste um den Leiter der Straßen.NRW-Niederlassung, Thomas Rensing, sowie Bürgermeister Werner Eickler und Winterbergs Tourismus-Direktor Michael Beckmann froh und glücklich, dass nun auch das letzte Kapitel dieses schönen Foto-Buches endlich geschrieben werden kann.

Das Teilstück Winterberg-Züschen ist 6,7 Kilometer lang. Die Baukosten allein für die Bauarbeiten im vergangenen Jahr, die im Frühjahr 2013 abgeschlossen wurden, betrugen 1,5 Millionen Euro und wurden wie alle anderen Kosten des gesamten Weges zwischen Winterberg und Hallenberg auch vom Bund übernommen.

3,11 Millionen Euro Gesamtkosten

Bereits im Jahr 2007 wurden auf diesem letzten Abschnitt drei Brücken instand gesetzt. Danach folgten die Planung sowie der Grunderwerb für die rund 800 Meter lange Umfahrung des so genannten Fledermaustunnels. In diesem 137 Meter langen Tunnel wurde bei den Bauplanungen damals eine zu schützende Fledermaus-Art entdeckt, die die Nutzung des Tunnels für Radfahrer unmöglich machte. Fünf Jahre dauerte also die Vorbereitung und Ausführung der Umfahrung, die alleine 350.000 Euro kostete, so dass dieses Teilstück insgesamt 1,85 Millionen Euro verschlungen hat.

Im vergangenen Jahr sah der Eingang zum Fledermaus-Tunnel noch so aus. Jetzt ist der Geh- und Radweg komplett fertig, durch den Tunnel dürfen die Radfahrer aber nicht radeln.Foto: Ralf Hermann

Das Teilstück Hallenberg-Züschen wurde im Mai 2002 eingeweiht. Dieser Abschnitt über 6,9 Kilometer kostete 990.000 Euro. Hinzu kommt noch das im Mai 2007 fertiggestellte Stück von Hallenberg bis zur hessischen Landesgrenze über 1,6 Kilometer. Die Kosten dafür betrugen damals 270.000 Euro. Insgesamt hat der gesamte Geh- und Radweg Winterberg-Hallenberg bis zur Landesgrenze über 15,2 Kilometer somit 3,11 Millionen Euro gekostet.

Der Lückenschluss hat für Winterberg und Hallenberg angesichts des langen Ringens nicht nur eine historische Komponente, auch touristisch ist der erfolgreiche Projektabschluss von großer Bedeutung. Schließlich dürfen Radtouristen sich nun darüber freuen, vom Edersee bis zur Ruhrmündung in Duisburg eine nahezu perfekte Infrastruktur vorzufinden.

Ab sofort Durchfahrtstation

Winterberg ist zudem ab sofort nicht nur mehr nur Startort für den Ruhrtalradweg Richtung Ruhrgebiet, sondern in Zukunft auch eine mögliche Durchfahrtstation für Radtouristen, die in Richtung Edersee und Lahntal fahren möchten. Dies könnte sich in Zukunft positiv auf die Aufenthaltsdauer der Touristen in Winterberg und Hallenberg und damit auch auf die Übernachtungszahlen auswirken.

Auf der ehemaligen Bahntrasse verkehrten von 1908 bis 1966 die Züge zwischen Bestwig und Frankenberg.

Neben der Radweg-Idee schwebte den Lokalpolitikern 1989 auch vor, auf der Trasse eine Umgehungsstraße zu bauen, um so die Verkehrsbelastung in Züschen zu reduzieren.

Ursprünglich sollte 1994 mit dem Bau begonnen werden. Die Privatisierung der Bahn als Grundeigentümerin der Trasse machte den Planern aus Kostengründen damals einen Strich durch die Rechnung.

Verlangte die Bahn vor der Privatisierung eine Mark pro Quadratmeter, wurden daraus später stolze 6,24 DM.

Ralf Hermann



Kommentare
Aus dem Ressort
Bei Rock oder Pop einfach die Kneipe wechseln
Nightgroove
Auch die zehnte „Nightgroove“-Veranstaltung am Samstag zeigte einmal mehr, dass Winterberg nicht nur in der Skisaison etwas zu bieten hat. Live-Musik in allen Räumen, sprich Kneipen, verwandelte die Stadt kurzerhand in eine einzige Partymeile.
Kirche und Tourismus wollen bei Bob-WM zusammenarbeiten
Kooperation
Gleich beim ersten Treffen zündete die Idee: Tourismus und Kirche in Winterberg wollen gemeinsame Wege gehen. Ein erstes pilotträchtiges Projekt soll bei der Bob & Skeleton-WM 2015 realisiert werden: Der katholische Pastoralverbund St. Jakobus Winterberg will im Bahngelände Sportlern und Besuchern...
In Teilzeit zum Krankenpfleger
Ausbildung
Gelungenes Beispiel für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie: An der Verbundkrankenpflegeschule haben jetzt 25 Menschen zur staatlich geprüften Fachkraft ausbilden zu lassen – in Teilzeit.
Auf Kletterlandschaft den Bromberg erleben
Sonderratssitzung
Nach vielen Überlegungen und verworfenen Ideen gibt es nun einen konkreten Entwurf für den Osthang des Brombergs: Dort soll die bestehende Spiel- und Freizeiteinrichtung des Center Parcs erweitert werden.
Bahnhofs-Baustelle in Winterberg macht Fortschritte
Stadtgestaltung
Am Winterberger Bahnhof wird eifrig gearbeitet - auf der Baustelle geht es gut voran. Nach dem Abriss des Güterschuppens sowie des Lagergebäudes bereits in diesem Frühjahr findet derzeit der Bau des Zentralen Omnibusbahnhofs sowie der Park + Ride-Anlage statt.
Nachgefragt
Jeder Deutsche verbraucht im Durchschnitt 71 Plastiktüten pro Jahr, dabei sind Papier- oder Stoffbeutel deutlich umweltschonender. Greifen Sie beim Einkauf auch zu Plastik?

Jeder Deutsche verbraucht im Durchschnitt 71 Plastiktüten pro Jahr, dabei sind Papier- oder Stoffbeutel deutlich umweltschonender. Greifen Sie beim Einkauf auch zu Plastik?

So haben unsere Leser abgestimmt

Ja, weil es einfach praktisch ist. Hinterher kann ich die Tüte auch für den Müll benutzen.
24%
Nein, ich achte darauf, immer selbst einen Korb oder Stoffbeutel mitzunehmen.
67%
Als umweltbewusster Mensch nehme ich nur Papiertüten.
2%
Das ist mir eigentlich egal. Hauptsache, die Tasche hält.
7%
586 abgegebene Stimmen
 
Fotos und Videos
15. Etappe der WP-Staffelwanderung
Bildgalerie
WP-Aktion
WP-Staffelwanderung - 14. Etappe
Bildgalerie
WP-Aktion
Katastrophenübung in Brilon
Bildgalerie
Großeinsatz
20. Eggeabtrieb in Rösenbeck 2014
Bildgalerie
Volksfest