Lawinengefahr und Osterskispringen
02.04.2010 | 15:43 Uhr 2010-04-02T15:43:00+0200Altkreis. Ostern 1970 war kalt und winterlich. In Winterberg wurde sogar ein Skispringen ausgetragen.
Heute blicken wir 40 Jahre zurück. Die Wetteraussichten für Ostern 1970 sind damals noch schlechter als in diesem Jahr. Kaum über acht Grad sollen die Temperaturen steigen. Die Meteorologen kündigen vornehmlich Regen- und Schneeschauer über die Festtage an. Für Autoreisen wird in Höhenlagen Winterausrüstung empfohlen.
Das Wetter macht den meisten Oster-Urlaubern einen Strich durch die Rechnung. Verkühlt treten viele schon frühzeitig die Rückreise an.
Anders im Hochsauerland: Wer dort gebucht hat, kommt beim Skifahren auf seine Kosten. So ist rund um den Kahlen Asten auch kein freies Bett mehr zu finden. Zwar ist die Rekord-Schneehöhe von 239 Zentimetern schon um einen Meter abgetaut, aber die Bedingungen sind nach wie vor gut, zumal es weiter schneit.
Viele Unfälle
Die Kehrseite: Auf eisglatten Straßen kommt es im Kreis Brilon zu vielen Unfällen. Allein von Karfreitag bis Ostersonntag werden bei Verkehrsunfällen 22 Menschen verletzt. Die B 236 ist Ostermontag wieder gesperrt: wegen Lawinengefahr. Zwischen Winterberg und Neuastenberg donnern die vom Osthang des Kahlen Astens abgesprengten Schneemassen zu Tal.
Erstmals in der Geschichte des Skiklubs Winterberg wird ein Osterspringen auf der St.-Georg-Schanze ausgetragen. Der hartnäckige Winter macht es möglich. Mit dabei sind auch die WM-Teilnehmer Alfred Grosche und Alfred Winkler. Wegen Schneesturms muss die Veranstaltung vor 2000 Zuschauern allerdings abgebrochen werden.
Die Polizei bittet die Pkw-Fahrer an den Ostertagen um disziplinierte Fahrweise. Sie weist auf Verhaltensfehler hin, die immer wieder zu Unfällen führen: Dazu zählt neben überhöhter Geschwindigkeit auch die Benutzung der falschen Fahrspur.
In einem Artikel erinnert die WP an die letzten schweren Tage des 2. Weltkrieges. Ostern 1945 beginnt die Eroberung des Hochsauerlandes durch US-Truppen. Am 29. März wird an der westfälisch-hessischen Grenze zunächst Hallenberg genommen. Nachmittags wird Medebach besetzt und am Abend erreichen die Truppen Brilon. In den Höhen des Sauerlandes, u.a. auch im Raum Altastenberg und Bödefeld, wird heftiger Widerstand geleistet.
Den Kriegswirren fällt am ersten Ostertag 1945 der Winterberger Pfarrer Heinrich Hackenberg zum Opfer. Ihn trifft ein Granatsplitter in den Kopf. Er bleibt der einzige Tote in Winterberg. Als letzter Ort im Kreis Brilon wird am 7. April Heinrichsdorf besetzt.
Versicherungen teurer
Zurück ins Jahr 1970: Schlechte Nachrichten für die Verbraucher. Die Versicherungen sollen auf breiter Front teurer werden. Davon betroffen sind die Kfz-Steuer, die Private Haftpflicht, Unfallschäden, Hausrat, Einbruch und Diebstahl.
Im Europakokal der Pokalsieger ist Schalke 04 international im Einsatz. Die Knappen treffen im Halbfinale auf Manchester City.
Die Michaelis-Kirche in Gudenhagen-Petersborn ist bis auf einige Kleinigkeiten fertiggestellt. Die Osterliturgie und die Messen können bereits an den Ostertagen in der neuen Kirche gefeiert werden. Der Altar ist übrigens eine Arbeit des Bildhauers Ernst Suberg aus Elleringhausen.
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