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Hotel-Museum

„Ich bin ein Opfer meiner Sammelleidenschaft“

12.03.2016 | 07:00 Uhr
„Ich bin ein Opfer meiner Sammelleidenschaft“
Hotelier Ed Leenaert ist stolz auf seine Fund- und Sammelstücke aus der Region und aus der ganzen Welt.Foto: Sangermann

Elkeringhausen.   Ein Hotelier aus Elkeringhausen hat sein Gästehaus in ein Museum verwandelt.

Wenn es um ausgefallene Ideen und Aktionen geht, ist Ed Leenaert (59) immer vorn dabei. Aber dass ein Hotelier sein Haus zu einem „Museum“ umfunktioniert, ist schon ungewöhnlich. „Ich bin ein Opfer meiner Sammelleidenschaft“, meint der 59-Jährige schmunzelnd. Natürlich läuft der Betrieb im Landhotel Grimmeblick ganz normal, nur das Interieur ist eben anders als in anderen Gästeunterkünften. Aber der Reihe nach.

Vor 27 Jahren eröffnete Ed Leenaert sein Hotel in Elkeringhausen. Schnell sammelten sich Antiquitäten und Liebhaberstücke aus dem Dorfleben und aus aller Welt an. „Diese Leidenschaft habe ich von meiner Mutter geerbt. Sie konnte auch schönen, alten Dingen nicht widerstehen“, meint der 59-Jährige. Viele seiner Exemplare, von alten Scherben, Nägeln, prähistorischen Werkzeugen und Versteinerungen, die er in einer alten Ringwallanlage in der Nähe gefunden hat, bis zum Handwerkszeug fast ausgestorbener Berufe wie Schnitzer, Korbflechter, Schuster, Schmied und Drechsler, waren lange Jahre im Haus des Gastes in Holzkästen ausgestellt. Nach der Schließung des Hauses mussten die „Schätzchen“ woanders untergebracht werden. „Da ich in meinem Hotel eh schon viele Sache ausgestellt hatte, habe ich mir gedacht, das passt dort auch noch hin.“ Gesagt, getan. Aber völlig unüberlegt und ungeordnet wollte Leenaert nicht an die Sache rangehen. „Ich habe mir daher alarmgesicherte Vitrinen in einem Seitengang des Hauses anfertigen lassen und dort alles untergebracht.“

Zwei originale Kiepen, eine aus Weidengeflecht und eine aus Holz mit Schubladen - um 1900 angefertigt - fallen sofort ins Auge. Hinzu kommen Dutzende alter Bügeleisen, Kaffeemühlen, ein Landarztkoffer, zu dessen Ausrüstung auch Rosenkranz und Weihwasserstab gehörten, alte Röntgenbilder, Medizingläschen, Bücher über Heimat- und Sittenlehre, uralte Postkarten und Stempel von Elkeringhausen, Löscheimer, die laut Vorschrift der damaligen Zeit immer gefüllt sein mussten, und Baugenehmigungen und Zeichnungen vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Eine Sammlung historischer Kochbücher komplettiert die Vitrinenschau. Leenaerts Lieblingsstück ist ein handschriftliches Rezept für „Schweinssülze à la Küstelberg“ der bekannten Kochbuchautorin Henriette Davidis. „Veröffentlicht hat sie es in ihrem „Praktischen Kochbuch für die Deutschen in Amerika“ aus dem 19. Jahrhundert“, erklärt er stolz. Doch damit nicht genug.

„Schweinssülze à la Küstelberg“

Praktisch im gesamten Haus sind nostalgische Dinge zu entdecken. Dazu gehören auch der Ofen aus der Backstube, den die Gäste im Frühstücksraum bewundern dürfen, und sage und schreibe 90 wertvolle Musikinstrumente aus aller Welt, die der 59-Jährige teilweise an den Wänden des Restaurants als Dekoration befestigt hat.

Und was sagen die Gäste des Hauses dazu? „Entweder sie lieben es oder sie kommen erst gar nicht zu uns“, meint Ed Leenaert schmunzelnd. „Wir stellen das Haus auf der Homepage vor, so dass die Besucher genau wissen, wo sie ihren Urlaub verbringen.“ Natürlich sei das Ambiente in seinem Hotel nicht so stylish wie in den meisten anderen Häusern heutzutage, aber dafür sehr individuell und einmalig. „Dieses Hotel erzählt Geschichte. Und vielen Gästen sagt das zu. Wenn die Stammgäste wiederkommen, schauen sie sofort nach, was ich Neues gesammelt habe.“

Aber damit immer noch nicht genug. Denn im Keller gibt es Erstaunliches über die Bergmannswelt in Elkeringhausen, die Zeche Elend, wo man bis zum 1. Weltkrieg noch Erz abbaute, zu bewundern. So hat Leenaert die Kegelbahn in ein Bergwerk, teilweise mit Originalutensilien, ummodelliert.

Draußen vor dem Haus prangt ein Schild: „Landhotel und Museum“. Wer Lust hat, kann einfach mal reinschauen. Und wenn der Chef Zeit hat, übernimmt er die Führung sogar persönlich. Anekdoten gibt es dabei in Hülle und Fülle.

Bernd Sangermann

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2016-03-12 07:00
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