Gesucht: Hände, die helfen möchten
18.05.2009 | 17:55 Uhr 2009-05-18T17:55:00+0200
Altkreis. Gesucht werden Hände, die helfen können - und zwar beim „Hands Summer Camp” in Bosnien Herzegowina. Die heimische Organisation „Building One World” sucht noch Jugendliche, die Lust haben, ihre Hände vom 28. Juli bis zum 14. August einzusetzen, um den Menschen dort zu helfen.
Altkreis.
WP: Sie sind im Vorstand von „Building One World”. Was ist das für ein Verein?
Sebastian Mörchen: Wir sind eine Gruppe, die sich im Zuge des Weltjugendtages 2005 im Pastoralverbund Hallenberg zusammengefunden hat. In der Folge gab es eine Reihe von Aktionen, unter anderem Gottesdienste, einen Brasilientag am Gymnasium in Winterberg, Infoabende. 2005 waren 40 brasilianische Jugendliche hier zu Gast, 2006 unternahmen 16 Jugendliche einen Gegenbesuch.
Im Mai 2008 haben wir dann einen Verein gegründet. Dabei geht es, wie der Name schon sagt, um das Aufbauen „Einer” Welt. Und genau das ist auch unser Anliegen in Bosnien Herzegowina.
Frage: Der Krieg dort ist inzwischen lange vorbei. Wie kommt es, dass Sie sich dort engagieren wollen?
Mörchen: Einen ersten Kontakt dorthin gab es über einen befreundeten Priester. Im Dezember 2008 haben wir in Zusammenarbeit mit der Grundschule Hallenberg einen Hilfstransport nach Sarajewo gestartet und haben Weihnachtsgeschenke, Lebensmittel, Kleidung etc. selbst dorthin gebracht.
Auf dem Weg haben wir Kontakt bekommen zu einem Priester aus dem Ort Srednja Slatina und haben dort übernachtet. Diese Eindrücke haben uns sehr schockiert. Das Leben, das die Menschen dort führen, erinnert noch immer sehr an die direkte Nachkriegszeit. Viele Menschen leben in Notunterkünften, direkt neben ihren noch in Schutt liegenden Häusern.
Frage: Dort wollen Sie im Sommer mit vielen weiteren sauerländer Jugendlichen anpacken. Was konkret ist geplant?
Mörchen: Wir suchen noch junge Leute ab 16 Jahren, die mit uns vor Ort etwas bewegen wollen, um die Lebensumstände der Menschen zu verbessern, ihnen Mut für die Zukunft machen und zeigen, dass sie nicht vergessen werden. Wir möchten Gärten vom Schutt zerstörter Häuser befreien, die kleinen Räume einzelner Familien wohnlicher gestalten und das Leben der Menschen dort kennen lernen. Viele wissen nicht, dass es heute mitten in Europa solche Armut gibt.
Frage: Wie wird die Hilfsaktion finanziert?
Mörchen: Wir sammeln Spendengelder, um die Baumaßnahmen bezahlen zu können. Der Einsatz der beteiligten Jugendlichen ist natürlich ehrenamtlich und wird nicht über Spenden finanziert. Wir planen auch noch diverse Aktionen im Vorfeld des Aufenthaltes, um Geld für die nötigen Sachmittel zusammen zu bekommen.
Frage: Wie kann man mit Euch in Kontakt treten, wenn man mitanpacken möchte?
Mörchen: Am einfachsten geht das über unsere Internet-Seite: www.building-one-world.de oder aber per E-Mail an: sebastian@building-One-world.de.
Wir hoffen natürlich, dass sich viele Jugendliche für unser Hands Summer Camp melden. Hands steht übrigens für Help and Solidarity.
Mit Sebastian Mörchen aus Hesborn sprach Jutta Klute.
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