Gemeinsames Handeln ist jetzt gefragt
17.11.2011 | 16:54 Uhr 2011-11-17T16:54:00+0100
Medebach/Hallenberg. Die Städte Medebach und Hallenberg wollen gemeinsam mit ihren Bürgern einen Dorfentwicklungsplan entwicklen. Zum Auftakt wurden die Projektziele in Medebach vorgestellt.
(gr) Demographischer Wandel, ein Thema, das alle angeht. Doch was heißt das konkret für die Städte Medebach und Hallenberg? Welche Probleme kommen auf die Gemeinden zu? Was können sie bewirken, um attraktiv zu bleiben für Jung, Alt, Touristen, Unternehmer oder Ärzte? Mit einem gemeinsamen Dorfentwicklungsplan wollen die beiden Städte die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen. Am Mittwochabend war Auftakt mit vielen Bürgerinnen und Bürgern in Medebach.
Warum diese Veranstaltung und der Dorfentwicklungsplan notwendig sind, verdeutlichen ein paar Zahlen: Von 2009 bis 2030 wird ein Bevölkerungsminus von 13,5 Prozent erwartet. Bis zum Jahre 2025 wird über ein Drittel der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Warum Abwanderung? 59 Prozent geben berufliche Gründe an und 17 Prozent die schlechte Infrastruktur. Zwischen 2000 bis 2007 haben 37 Prozent der kleineren Geschäfte geschlossen.
Die Anforderungen an Wohnen, Versorgung, Ausbildung oder Freizeitgestaltung verändern sich durch den demographischen Wandel in den nächsten Jahren also enorm. Alle seien jetzt gefordert, sich den Zukunftsproblemen zu stellen, so der Tenor am Mittwochabend. Denn leere Schulen, Geschäfte, Häuser sowie Ärztemangel möchte niemand in Medebach und Hallenberg.
Gemeinsam handeln
Gemeinsam möchten beides Städte dies nun anpacken. Nach der Begrüßung durch die Bürgermeister Thomas Grosche und Michael Kronauge gab Jens Steinhoff vom begleitenden Institut für Regionalmanagement einen Einblick in die Inhalte, Ziele und den Ablauf des Dorfentwicklungsplans. Drei Themenbereiche wurden wie folgt gegliedert: 1. Städtebau, Dorfstrukturen, Soziale Infrastruktur; 2. Wirtschaft, Tourismus, Nahversorgung, Ausbildung; 3. Technische Infrastruktur, Mobilität, Umwelt, Energie.
Dazu werden Themengruppen angeboten, in denen sich jeder einbringen kann. Teilnahmelisten wurden beim Auftakt ausgelegt. Weiterhin ist eine Anmeldung unter www.dorfentwicklung-medebach-hallenberg.de möglich. Unter dieser Internetadresse können nicht nur Informationen abgerufen werden, im Kommentarfeld ist es zudem möglich, Anregungen, Ideen, Kritik oder Wünsche einzutragen. Dialog wird groß geschrieben. Die Seite wird ständig aktualisiert. Es wird nichts am „grünen Tisch entschieden und geplant“, denn die Bevölkerung ist aufgerufen, sich aktiv, kreativ, kritisch und realistisch zu beteiligen. Nach den ersten drei Themenwerkstätten geht es weiter mit Zielen und Umsetzungslösungen, ebenfalls in drei Themenwerkstätten. Für den Sommer 2012 ist dann ein Bürgerforum mit Empfehlungen und dem weiteren Vorgehen geplant.
Bürgerforum im Sommer
In einer Dialogrunde wurden am Mittwoch bereits einige Ansichtspunkte dargelegt. Wie kann die Nahversorgung gesichert werden? Welche Chancen haben Einzelhändler/Gewerbetreibende? Dazu gaben Jürgen Humberg und Hans Josef Berkenkopf kurze Einblicke. Barrierefreie Zugänge, breitere Gänge, Toiletten für die Kunden, mobile Angebote oder Serviceleistungen waren Themen. Zudem sei es wichtig, die Gäste des CenterParks für die Medebacher Innenstadt zu gewinnen. Ein Verbindungsweg vom Park in die Stadt sei ein guter Ansatzpunkt, so Jürgen Humberg.
RLG-Leiter Möller erläuterte, dass die Ortsvorsteher das Nahverkehrsangebot als gar nicht so schlecht beurteilt hätten. Und wie sieht es mit der Unterhaltung der Vereinseinrichtungen aus? Hier konnte Heinz Huneck (Kolping Medebach) aus eigener Erfahrung Tipps geben. Zudem haben Senioren- und Jugendarbeit bei der Kolpingfamilie einen hohen Stellenwert. Zum Thema Ausbildung, Fachkräftegewinnung gab Unternehmer Dieter Kusch interessante Einblicke.
Die Schulleiter wurden zudem befragt. Macht sich der demographische Wandel bemerkbar? Wie ist die Zusammenarbeit mit Vereinen? Und Gerhard Brocke (Schwerspatmuseum) sprach den Tourismus an: „Die Angebotspalette für unsere Urlauber ist sehr groß, leider gibt es hierzu keine Erhebung.“
Ein bunter Überblick
Die Auftaktveranstaltung gab somit Einblicke in ganz unterschiedliche Fragestellungen und Sichtweisen. Die Bezirksregierung Arnsberg stellt für dieses Projekt Fördermittel in Höhe von 60 Prozent bereit. Zudem beteiligt sich die Volksbank Bigge-Lenne. „Die Hilfe entspricht dem genossenschaftlichem Prinzip“, so Andreas Humberg.
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