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Jugendarbeit

Ein Angebot machen, das alle interessiert

09.03.2012 | 21:00 Uhr
Ein Angebot machen, das alle interessiert
Winterberger K.O.T.: Bernd Wessel (rechts) hält die Tür zum evangelischen Gemeindehaus in Winterberg auf.

Winterberg. Im Untergeschoss des evangelischen Gemeindezentrums Winterberg, Am Alten Garten 4, wird zurzeit kräftig konzipiert. Seit dem 1. März arbeitet Bernd Wessel dort mit einer 20-Stunden-Stelle in Winterberg.

In den kommenden Wochen wird er nun eine „Kleine-Offene-Tür“-Einrichtung vorbereiten, so dass diese am Freitag, 13. April, ihre Tür für alle Interessierten öffnen kann.

„Kleine Offene Tür“ hört sich putzig an, bedeutet aber nur, dass diese Einrichtung an genau drei Tagen in der Woche insgesamt genau zwölf Stunden aufmacht. Und das „Offen“ zeigt deutlich, dass hier im evangelischen Gemeindehaus alle willkommen sind: Jugendliche mit katholischem oder evangelischem Hintergrund, aber auch anders oder gar nicht Gläubige.

Um ein Angebot zu schaffen, das wirklich die Bedürfnisse vor Ort trifft, wird der 23-Jährige nun zunächst den Kontakt mit der Winterberger Stadtverwaltung, den örtlichen Schulen und Jugendgruppen suchen.

Gleich am ersten Arbeitstag traf er schon einmal mit Vertretern des Winterberger Jugendparlaments und der evangelischen Kirchengemeinde zusammen.

„Den kennen wir schon ein paar Jahre, deshalb wollten wir ihn ja auch haben“, sagte dabei Liane Scheefer aus Grönebach. Sie ist in der evangelischen Kirchengemeinde Winterberg Jugendpresbyterin und freut sich darüber, dass der Jugendraum im Gemeindezentrum den Zuschlag für die „Kleine Offene Tür“ bekommen hat. Auch Pfarrer Matthias Gleibe begrüßte die Entscheidung und machte deutlich, dass die Tür jetzt allen Jugendlichen offen steht, die dieses Angebot wahrnehmen möchten. Das unterstrich auch Bernd Wessel. Es sei ein überkonfessionelles Angebot, eine Anlaufstelle für jeden Jugendlichen. Offene Jugendarbeit schafft Lern- und Erlebnisräume für Jugendliche und Heranwachsende. Sie beteiligt sich an deren Persönlichkeitsbildung im Verbund mit Familie und Schule. Hier werden Freizeitangebote geschaffen, die sich an den Bedürfnissen unterschiedlicher Zielgruppen orientieren und von ihnen mitgestaltet werden.

Die Besucher sollen dabei Impulse zu selbstständigem, mitverantwortlichem sowie tolerantem Handeln bekommen. Der Winterberger Jugendraum bietet ohne Schwierigkeiten Platz für insgesamt 25 Jugendliche. Angesprochen werden soll die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Vom Jugendparlament der Stadt Winterberg waren jetzt deren aktuelle Vorsitzende Aileen Martini (17), Schriftführer Jens Hermann (16) und Kassenwart Sven-Lucas Deimel (21) beim ersten Arbeitstag von Bernd Wessel dabei. Das Gremium hatte sich dezidiert für die Schaffung einer „Kleinen Offenen Tür“ im Stadtgebiet engagiert, der Standort sei für sie dabei zweitrangig gewesen, so Aileen Martini. Dass das Angebot nun in einem evangelischen Gemeindezentrum angesiedelt wird, kommentierte der katholische Kassenwart eindeutig: „Das ist überhaupt kein Problem.“ Auch die Tatsache, dass in dem lange Jahre ungenutzten Jugendraum bis zur Eröffnung Mitte April noch einiges gemacht werden muss, schreckte niemanden. Bernd Wessel hatte sich ohnehin darauf eingestellt, aber die Vertreter des Jugendparlaments signalisierten ebenfalls, dass in ihrem Gremium nicht nur geredet, sondern auch angepackt wird – sehr zur Freude von Bernd Wessel.

Die Evangelische Gemeinde hatte schon im Vorfeld Unterstützung zugesagt. Der frühere Winterberger Jugendpresbyter Erhardt Bartz wird auf jeden Fall tatkräftig mitarbeiten, auch einige Jugendliche aus der Gemeinde. Beim ersten Arbeitstag von Bernd Wessel waren jetzt etwa Anna Wagner und Kristina Völk da. Die beiden 16-Jährigen absolvieren derzeit unterschiedliche Mitarbeiter-Schulungen. Die Beiden waren zuversichtlich - trotz der Arbeit, die in den Jugendraum noch hineingesteckt werden muss: „Wir packen alle mit an, wir haben gute Leute dabei, das schaffen wir schon“, sagte Anna Wagner. Die angesprochenen Mitarbeiter-Schulungen sind Angebote vom Kirchenkreis Wittgenstein. Diese qualifizieren am Ende für die Juleica, die allgemein anerkannte, offizielle deutsche Jugendleiter-Card für ehrenamtlich Mitarbeitende.

In seiner Arbeit wird Bernd Wessel vom Kompetenzzentrum für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im Kirchenkreis Wittgenstein begleitet, dadurch kann das Angebot der „Kleinen Offenen Tür“ in Winterberg nicht nur auf viel Erfahrung, sondern auch eine sehr gute professionelle Infrastruktur in der Jugendarbeit zurückgreifen.

Nach seinem Gefühl sei das auch ein wichtiger Punkt in der Entscheidung des Hochsauerlandkreises, der das Projekt finanziert, für den jetzigen Standort gewesen, so Thomas Lindner. Die Pädagogische Fachkraft im Kompetenzzentrum ist wichtiger Ansprechpartner von Bernd Wessel, der nun also erstmal insgesamt viele Gespräche vor Ort führen und renovieren wird. Wer mit ihm reden oder beim Renovieren anpacken möchte, meldet sich mit einer E-Mail an tuer-winterberg@gmx.de. Diese Adresse kann man auch nutzen, wenn man der neuen „Kleinen Offenen Tür“ zum Beispiel gut erhaltene Gesellschaftsspiele spenden möchte oder vielleicht Farbe zum Anstreichen sponsern will.

Außerdem können dort Vorschläge für einen Namen der Winterberger „Kleinen Offenen Tür“ eingesandt werden, den die Einrichtung möglichst bis zu ihrer offiziellen Eröffnung haben soll.

Bernd Wessel wartet also auf viel Post.



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